Icon
Wir wünschen unseren Lesern
frohe Festtage


Werbung
Dominion-Welt
neueste Rezensionen
Heaven & Ale Merlin Iguazú When I dream
Rezensionen zu
Essener Neuheiten

Azul Bunny Kingdom Das Fundament der Ewigkeit Deckscape: Der Test Der Pate - Corleones Imperium Dice Forge Dominion - Erweiterung zu Basisspiel & Die Intrige Heaven & Ale Iguazú Istanbul - Das Würfelspiel Karuba - Das Kartenspiel Kingdom Builder Harvest Majesty Memoarrr! Merlin Okiya Otys Pioneers Queendomino Ta-Ke When I dream Yokohama
Info-Mail erhalten Newsletter
Über jedeAktualisierung per Mail informiert werden.

SchweinebandeSchweinebande

Einen Monat betrachten wir das Treiben auf dem Viehmarkt, erwerben Tiere und versuchen so, die wertvollsten Tiere in unseren Bauernhof zu bekommen. Der Viehmarkt findet jeden Mittwoch statt und weil unser Monat genau vier Mittwoche enthält, begeben wir uns vier Mal auf den Viehmarkt.

SpielplanDer Viehmarkt besteht aus 25 sechseckigen Gattern. In jedem befindet sich ein Tier in Form eines Plättchens. Weil das Plättchen verdeckt liegt, wissen wir nicht, um welches Tier s sich handelt. Vielleicht um ein punkteträchtiges Rind? Oder nur um ein kleines Huhn? Oder ist es ein Schwein der berühmten Schweinebande?
Wir werden es bald wissen, denn jedes Mal, wenn wir an die Reihe kommen, decken wir ein Plättchen auf. Anschließend können wir einen unserer Bauern - das sind je nach Spielerzahl zwei oder drei - auf das soeben aufgedeckte Plättchen stellen. Sollte dies unser letzter Bauer gewesen sein, erhalten wir ein Merkplättchen, dass die Position anzeigt, an der wir die Sichtung auf dem Viehmarkt beendet haben.

Sobald dies alle Spieler getan haben, werden alle noch verdeckt liegenden Plättchen aufgedeckt und es beginnt der Erwerb. Dazu schauen die Bauern von ihrem Feld aus in eine beliebige Richtung. Einer der Bauern erhält nun alle Tiere, die er in dieser Richtung erblickt. Ein anderer Bauern oder aber das Ende des Viehmarkts begrenzen die Reichweite. Der Spieler nimmt die Tierplättchen samt Bauer an sich. Es folgen die anderen Spieler in der Reihenfolge, in der sie die Sichtung beendet haben. Nach zwei bzw. drei Durchgängen sind die Tiere verteilt. Einzelne noch auf dem Viehmarkt verbliebene Tiere werden entfernt.

Bauer mit RindNun darf jeder Spieler Tiere in den Bauernhof bringen. Bei vier gleichen Tieren kommt eines in den Bauernhof, der Rest wird abgelegt. Hat ein Spieler von jeder der sechs Tierarten ein Plättchen, darf er das wertvolle Rind in den Bauernhof legen. Auch hier wird der Rest abgelegt. Zum Abschluss des Tages müssen die Tiere, die sich noch nicht im Bauernhof befindet, gefüttert werden. Ein Futtersack, den man gelegentlich auf dem Viehmarkt erwerben kann, versorgt alle Tiere. Ansonsten müssen Tiere abgegeben werden und bringen so viel Futter wie ihr Wert beträgt. Danach wird jedes noch verbliebene Tiergefüttert.

Die weiteren Viehmärkte laufen identisch ab, wobei der Viehmarkt jedes Mal komplett neu mit Tieren bestückt wird. Es beginnt jeweils der Spieler, der in der Vorrunde die Sichtung als erstes beendet hat.
Nachdem vierten Viehmarkt treten zwei Sonderregeln in Kraft, wenn man Tiere zum Bauernhof bringt. Zum einen erhält man nach dem vierten Viehmarkt zwei Schweine eines gesammelten Schweinquartetts. Zum andere darf man nach der letzten Fütterung vier beliebige Tiere zusammenstellen und bekommt davon das Tier mit dem geringsten Wert in den Bauernhof. Wer nun durch seine Tiere im Bauernhof die höchste Summe erreicht hat, ist Sieger.

Tiere mit FutterSchweinebande ist ein flott gespieltes Familienspiel. Es ist im Grunde abstrakt und hat durch die Tiere eine feine Verkleidung bekommen. In den ersten Spielen hat der Spieler, der die Sichtungen früh beendet, einen klaren Vorteil. Er beginnt mit der Wahl seiner Reihe zuerst und erhält dabei oft die meisten und besten Tiere. Weil dieser Spieler wieder der Erste auf dem nächste Viehmarkt ist, schaukelt sich der Startvorteil auf und hinterlässt bei allen anderen Spielern ein ungutes Gefühl.
Mit der Zeit lernen die Spieler, dass ein frühes Setzen der Bauern gefährlich sein kann, denn diese Bauern lassen sich hervorragend abklemmen. Außerdem lassen sich Reihen mit vielen Tieren von geringem Wert auch später noch gut von der Außenseite besetzen. Jetzt wird der Startspielervorteil relativiert und sollte der Spieler sogar einmal seine Bauern in die Enge getrieben worden sein, herrscht nun bei ihm der Unmut über die schlechte Spielsituation. Je mehr Erfahrung die Spieler haben, desto mehr stellt sich später der Bonus der Schweinebande als wichtig heraus. Zwei statt nur einem Schwein bedeuten sehr viele Punkte und gerade in Spielen mit vielen Spielern sind diese kaum zu kompensieren. Inzwischen ist es in unseren Spielrunden so, dass ein Spieler mit Schweinebandenbonus das Spiel gewinnt. Danach folgen die Spieler, die oft ihre Reihen sehr früh wählen durften. Das führt leider zu einer sehr einschlägigen, monotonen Spielweise.

Über die Wertigkeit von Quartetten, Sets und der Schweinebande

Die Werte der Tiere gehen von 2 (Huhn) bis 7 (Rind). Ein Schwein hat den Wert 6. Ein Quartett von Tieren bringt mir demnach 2 bis 7 Siegpunkte, für die ich vier Plättchen im Gesamtwert von 8 bis 28 eintauschen muss.
Ein Set von Tieren hat einen Gesamtwert von 27 und erfordert 6 Plättchen. Solch einen Set mit einem Rind im Wert 7 zu entlohnen, ist angemessen. Der Gesamtwert ist nah an dem eines Rinderquartetts, doch die Abgabe von sechs Plättchen ist schmerzhaft.

Wenn wir nun auf die Schweinbande schauen, bringt ein Quartett am Ende12 statt 6 Siegpunkte und das für 4 Plättchen im Gesamtwert von 24. Dies ist sehr hoch. Selbst im ungünstigsten Fall, dass das Schweinequartett in der ersten Runde entsteht, lohnt sich ein durchfüttern. Dafür benötige ich 12 Futter. Das entspricht einem Schafquartett (4 Plättchen im Wert 3). Dies hätte mir 3 Punkte gebracht, nun erhalte ich aber 6 Punkte aufgrund des Schweinebonus. Wenn man dazu bedenkt, dass es in einem Spiel etwa 70 bis 90 Punkte gibt, so ist leicht erkennbar, warum bei großer Spieleranzahl der Schweinebonus spielentscheidend ist: Bei vier Spielern haben die Spieler in Schnitt ca. 20 Punkte. 6 zusätzliche Punkte durch den Schweinebonus bedeuten hier fast 1/3 aller im Durchschnitt erhaltenen Siegpunkte.

Insgesamt kann die Schweinebande so nicht zufrieden stellen. Einseitige Taktik wird hier gepaart mit einem Spielverlauf, bei dem die Spieler oft neidvoll auf die Situation der anderen Spieler schauen. So ist das Spiel dann auch geprägt von einer gedrückten Stimmung, bei dem selbst der Sieger später nicht allzu glücklich lächelt. Dies ist schade, denn die beschriebenen Mängel hätten mit leicht modifizierten Regeln leicht vermieden werden können. Mit der vorherrschenden Stimmungslage eignet es sich als Familienspiel kaum, Thema und Aufmachung platzieren es jedoch genau in diese Sparte. (wd)

Steckbrief
Schweinebande

Autoren Verlag Spieler Alter Spieldauer Gestaltung
Stefan Dorra Hans im Glück 2 - 5 Spieler ab 8 Jahre ca. 30 Minuten Doris Matthäus