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Jäger der NachtJäger der Nacht

Herzlich Willkommen in den frühen, vom Mond beleuchteten Abendstunden. Ich darf mich Ihnen kurz vorstellen. Ich heiße Uriel. Aber bitte behalten Sie es für sich, denn es ist geheim. Ich warte noch auf meine Freundin Walburga. Dann werden wir beide losziehen und uns einige Werwölfe vorknöpfen. Und wenn uns mal ein Mensch zwischen die Eckzähne gerät, macht das auch nichts. Schließlich wollen wir ja nur unseren Spaß haben.
Doch leider ist das nicht ganz so einfach wie es sich das alles anhört. Damit ich nicht erkannt werde, gehe ich inkognito. Dasselbe gilt natürlich auch für alle anderen: Werwölfe, Menschen und auch für Walburga. Wenn ich ehrlich bin, ich kann nicht mal sicher sein, dass sie kommt. Vielleicht kommt ja auch Wendur oder Valkyra.

Uriel, eine Vampir: Sei so lieb und geh' mal auf den Friedhof! Gundwolf, ein Werwolf: Der Autor hat gesagt, du darfst mir nichts tun! Adda, eine Menschenfrau: Überleben ist alles! Walburga, eine Vampirin: Auge um Auge, ...

Nun lassen Sie mich erst einmal den Ablauf einer Nacht beschreiben. Wir begeben uns gleich alle in ein dunkles Gebiet mit sechs mystischen Orten. Jeder dieser Orte entfaltet dabei seine ihm eignen Kraft. Wenn alle Kombattanten anwesend sind, wechseln wir ständig den Ort, nutzen oder verfluchen dessen Kraft und verprügeln anschließend einen unserer Mitstreiter.
Wenn wir den Ort wechseln, so geschieht dies zufällig. Es wird bestimmt durch zwei mystische Gegenstände, die Spieler besser als vier- und sechsseitigen Würfel kennen.
Gelangen wir in Oxanas Hüte, so gibt sie uns ein Orakel. Wir lesen es und reichen es an einen Mitstreiter weiter. Dieser zeigt eine Reaktion, die z. B. im Verlust von Lebenspunkten oder der Weitergabe eines Gegenstandes bestehen kann. Anhand der Reaktion können wir ein Stück weit erkennen, ob er ein Vampir, Werwolf oder ein Mensch ist. Auf diesem Wege, versuche ich vor allem, meine Vampirfreunde zu erkennen, aber auch die Erkenntnis, wer Feind ist, hilft mir weiter.
Lassen Sie uns weitergehen: Am Friedhof und in der Kapelle findet ein Ereignis statt oder wir entdecken ein Gegenständ. Dabei sind die Ereignisse auf dem Friedhof aggressiv und verursachen häufig Schaden. Ebenso unterstützen die Gegenstände vom Friedhof oft die Aggressivität im Kampf. Dies ist in der Kapelle anders: Hier bestehen die Ereignisse oft aus Heilungen und die Gegenstände bieten Schutz.
Alles, was ich euch bisher über die Orte erzählt habe, trifft auf den Quell der Weisheit zu: Hier kann ich frei wählen, ob ich Oxana treffen möchte, oder ob der Quell wie ein Friedhof oder wie eine Kapelle wirken soll.
Begeben wir uns zu den letzten beiden Orten. Der Hexenbaum heilt uns oder verursacht bei jemand anderem Schaden, und der Steinkreis verschafft mir einen Gegenstand von einem anderen Spieler.

Eine Spielsituation noch recht am Anfang

Jetzt zu meinem Lieblingsteil: Dem Kampf. Je zwei Orte bilden ein Angriffsgebiet. Ich wähle einer Mitstreiter, der sich mit mir im selben Angriffsgebiet befindet als Opfer aus. Diesem füge ich Schaden zu. Sprach ich schon von den beiden Würfeln? Also, ich würfle beide und die Differenz ist der zugefügte Schaden, der vielleicht noch durch Gegenstände modifiziert wird. Es ist wohl klar, dass ich einen Pasch nur bei anderen gern sehe.
Wenn ein Kombattant mehr Schaden erleidet, als er verträgt, scheidet er aus. Sein Bezwinger übernimmt noch einen Gegenstand von ihm. Dies ist der Moment, an dem es einen Sieger geben kann. Vampir wollen immer alle Werwölfe besiegen und umgekehrt. Nur Menschen haben individuelle Ziele, wie zum Bespiel das Sammeln von Gegenständen. Sobald es einen Sieger gibt, endet auch das Spiel. Dabei kann es mehrere Sieger geben und sogar bezwungene Vampire und Werwölfe können gewinnen, sofern ihr Team erfolgreich war.
Das meiste vom Spiel wissen Sie nun. Wenn Sie bisher geglaubt haben, wir Vampire sind alle gleich, so haben Sie euch getäuscht. Jeder Vampir ist anders, und das gilt auch für Menschen und Werwölfe. Jeder hat eine individuelle Fähigkeit. Diese darf er nutzen, wenn er sich zu erkennen gibt. Ich zum Beispiel darf einem Spieler, der auf dem Friedhof herumlungert, Schaden zufügen, während meine Freundin Walpurga - rachsüchtig wie sie ist - sofort zurückschlägt, wenn sie angegriffen wird.

Angriffsgebiet bestehend aus Oxanas Hüte und Kapelle

Nun wissen Sie alles über unser nächtliches Treiben, nur nicht unser Motiv. Dabei ist das so klar! Wir haben viel Spaß bei der Sache: Als Vampir oder Werwolf suchen wir möglichst unseren Partner und wenn wir den nicht finden, dann wenigstens unsere Feinde. Nur so können wir gezielt die Mitstreiter außer Gefecht setzen, die wir möchten. Nun verrät Oxana immer nur dem Agierenden etwas. Vielleicht verhält er sich ab nun anders, verschont jemanden oder nimmt jemanden gezielt aufs Korn. Deshalb beobachte ich das Geschehen auch dann genau, wenn ich zur Passivität verurteilt bin.
Ohnehin sind die Aktivitäten kurz und spannend. Dabei regiert zunächst einmal - scheinbar - der Zufall. Ich kann mich nicht bewegen wir ich will und habe auch keinen Einfluss darauf welches Ereignis eintritt oder welcher Gegenstand auftaucht. Nur der Kampf kann gesteuert werden, weil ich nicht kämpfen muss und weil ich mir mein Opfer aussuchen darf.
Gerade aber dieser Zufall, diese Unplanbarkeit, diese Unwägbarkeit machen das Spiel aus. Das Schicksal schlägt gnadenlos und ungerecht zu. Und dennoch: Wer Oxana versteht, seine Spezialfähigkeit im richtigen Moment einsetzt und beim Kampf seine Opfer geschickt wählt, hat höhere Siegchancen. Und wenn alles nicht klappt? Dann schaut man dem Rest des Spiels kurz zu. Das macht auch Spaß, weil man als Werwolf oder Vampir immer noch mit seinen Freunden zittert und weil man weiterhin versucht zu erkennen wer denn nun was ist. Außerdem dauert es nicht lange vom Ausscheiden des ersten Spielers bis zum Spielende.

Die Eisenfaust erhöht den Schaden beim Angriff. Oxanas Orakel verraten, was ein Mitspieler ist. Dieses SChutzamulett schützt vor den bösen Folgen des Hexenbaums Die Explosion bringt groen Schaden über zufällig bestimmte Spieler

Bevor ich zum Fazit komme, kurz ein Wort zur Spielerzahl. Partien zu viert sind nur zum Kennenlernen, denn es spielen keine Menschen mit und die Fronten sind sehr schnell klar. Ab fünf Spielern geht es dann richtig los, und das gilt ebenso und immer noch bei acht Spielern. Nur zu Anfang sollten ein Spiel nicht mehr als sechs Spieler haben und auch sollten in den ersten Spielen nur die Anfängervampire, -werwölfe und Menschen mitspielen.

Wenn mir jemand sagt, wir haben hier ein Werwolf-Brettspiel, so kann ich ihm nur zustimmen. Es ist liebevoll chaotisch, thematisch aktuell, kämpferisch, aggressiv, interaktiv, flott, locker und vor allem spielerisch. Nun aber steht der Mond am Himmel und die Nacht ruft: Herkommen, ihr Jäger. (wd)

Steckbrief
Jäger der Nacht

Autoren Verlag Spieler Alter Spieldauer Gestaltung
Yasutaka Ikeda Kosmos 4 - 8 Spieler ab 10 Jahre 30 - 50 Minuten Yuxi Wan, Gunter Grossholz