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Aargh! TectAargh! Tect

"Ugundu!" Hallt es durch Wohnzimmer und der Mensch, der dies sagt, wackelt dabei mit dem Hinterteil. Das hört erst auf, als ein Mitspieler nach seinen grünen Bauklotz greift. Dafür wechseln die Grunzlaute zu "Manungu! Kaghingu! Kaghingu! Manungu! Akungu! Akungu!"

verkehrtes Bauwerk Unser Wohnzimmer hat sich verändert. Wir sind in der Steinzeit. Die Sprache ist noch nicht sehr weit entwickelt. Doch was tun wir hier? Zwischen zwei rivalisierenden Steinzeitmenschengruppen findet ein Bauwettbewerb statt. Jede Gruppe schickt ihren geistig am weitesten entwickelten Menschen als Architekten in Rennen. Der Rest bekommt je nach Spielerzahl die Verantwortung für zwei bis sechs Bauteile.

Der Architekt ist der einzige, der die Bauskizze kennt, doch ist er sich zu fein um selber Hand anzulegen. So muss er seinen Baulauten vermitteln, welche Bauklotz wo und wie aufgestellt werden soll. Die Bauklötze werden anhand der Farbe unterschieden. Für jede Farbe gibt es eine Geste wie Kopf- oder Powackeln, Trampeln, oder Schultern zucken. Wenn der Verantwortliche erkennt hat, dass er mit seinem Bauklotz gemeint ist, wird die Kommunikation verbal fortgeführt. Für die Richtungen, für das Aufnahmen und Ablegen sowie für Drehungen gibt es bestimmte, steinzeitlich klingende Wörter wie die aus der Einleitung. Die Kommunikation wird erschwert, weil die Wiederholung des Wortes die Bedeutung ins Gegenteil verkehrt. So bedeutet Kaghingu "Mach links!" und Kaghingu Kaghingu "Mach rechts!" Wenn der Architekt bei Fehlern einfach das Wort wiederholt, hat das nicht gerade die gewünschte Konsequenz.
Um anzuzeigen, dass eine Handlung richtig oder falsch war, gibt es die Keule. Das ist wortwörtlich zu nehmen, denn ein Schlag mit der Keule bedeutet "Richtig!". Ein weiterer Schlag kehrt die Bedeutung wie bei den Worten um: Zwei Schläge heißen somit "Falsch!"

Sobald ein Bauwerk vollendet ist, ruft der Architekt "Aargh! Tect" und haut drei Mal mit der Keule auf den Tisch. Das andere Team muss seine Bauhandlungen unterbrechen. Kontrolle des Bauwerks ist nun angesagt. Nur bei schwerwiegenden Baumängeln darf eine Ablehnung erfolgen, was einen Abriss des Bauwerks und einen Minuspunkt zur Folge hat. Bei korrekter Errichtung gibt es, je nach Schwierigkeit des Bauwerks, drei bis fünf Punkte Wert. Das Team, das zuerst zehn Punkte erreicht, ist Sieger.

Keule Das Spiel ist chaotisch und laut. Die Architekten zappeln und reden wirr, die anderen Spieler schauen und versuchen zu verstehen. Das sieht und klingt lustig, bedeutet jedoch oft auch Stress. Unter diesem wird so manches Gebäude nicht fehlerfrei errichtet. Bei allem Spaß bleibt ein ernster Kern der Kommunikation, die Verzweiflung des Architekten, wenn der Gegenüber wieder einmal nicht versteht, was Sache ist.

De Spaß wird jedoch deutlich durch mehrere Dinge getrübt: Ein richtiges Übel stellen dabei die aufblasbaren Keulen dar. Die Spitzen lassen die Keulen zwar naturgetreu aussehen, doch sind so manches Mal schmerzhaft. So heißt es als Architekt, sehr vorsichtig sein und statt Schläge mit der Keule doch lieber Streicheleinheiten vergeben. Zwei andere Punkte betreffen das Spiel. Zum einen bin ich zum Zuschauen verurteilt, wenn mein Bauteil gerade nicht benötigt. Gerade bei großer Besetzung bin ich so doch relativ lange unbeschäftigt. Zum anderen liegen dem Spiel wenig Karten bei, so dass man sie schnell kennen lernt. Da die Bauwerke dazu bestimmten Schemen folgen - die ich hier nicht angeben möchte - können erfahrene Spieler ihre Bauteile oft richtig platzieren ohne auf die Mitteilungen des Architekten zu achten.

Zum Abschluss wieder zur positiven Seite: Die Regel. Sie ist sehr unterhaltsam geschrieben, stellt das Spiel genüsslich vor, macht heiß auf die erste Partie und lässt keine Frage offen. Wenn ich über die Vergabe der Essener Feder, den Wanderpreis für die beste Spielregel, zu entscheiden hätte, gäbe es für mich schon einen ganz heißen Kandidaten. (wd)

Steckbrief
Aargh! Tect

Autoren Verlag Spieler Alter Spieldauer Gestaltung
Walter Obert Heidelberger 2 - 8 Spieler ab 8 Jahre ca. 45 Minuten Paolo Vallerga