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ValdoraValdora

Was, Sie kennen Valdora noch nicht, dieses sagenumwobene, idyllisch in einem Tal gelegene Land der Verheißung, wo Edelsteine, Gold und Silber geradezu auf der Straße liegen? Jetzt haben Sie die Gelegenheit, dieses neue Eldorado höchstpersönlich zu erkunden, indem Sie versuchen, dort als Abenteurer ihr Glück zu machen. Das neue Spiel von Michael Schacht trägt nämlich den Namen dieses fantastisch-mittelalterlichen Landes - aber wird es die Erwartungen von Erfolg und Spaß erfüllen können?

Spielsituation In "Valdora" schlüpfen drei bis fünf Spieler in die Rolle von Glücksrittern. Ihr Ziel ist es, mithilfe einer stetig wachsenden Anzahl von Ausrüstungsgegenständen und mit ein wenig Silbermünzen ausgestattet die Bodenschätze dieses überreichen Erdteils zu heben, um damit lukrative Aufträge der führenden Häuser Valdoras zu erfüllen, Handwerker anzuwerben und prestigeträchtige Werkstätten zu eröffnen. Goldwaschpfanne, Spitzhacke, Spaten und anderes, je mehr dieser Werkzeuge und Transportmittel den Spielern zu Verfügung stehen, desto mehr Preziosen (zu denen wir in dieser wunderlichen Gegend auch Gold rechnen dürfen) können sie aufnehmen und bei ihren Auftraggebern gegen die begehrten Siegpunkte eintauschen. Dabei bewegen sich die Abenteurer auf einem ausgeklügelten Wegenetz, das die fünf Städte Valdoras miteinander verbindet und auf dessen Feldern Silberminen, Häfen und natürlich Edelsteine in bunter Mischung nur darauf warten, für strategische Zwecke genutzt zu werden. In einem Spielzug darf man maximal bis zur nächsten Stadt ziehen oder gezielt ein attraktives Plätzchen auf dem Weg dorthin ansteuern. Je nach Art des Feldes bietet sich einem die Möglichkeit, Edelsteine aufzuladen, Aufträge zu erfüllen, den Vorrat an Silber auf maximal sechs Münzen aufzustocken oder sich Proviant zu nehmen, damit man später bei Bedarf auch längere Strecken bewältigen kann.
Buch mit Aufträgen Doch ohne Aufträge und ohne unterschiedliche Ausrüstungsgegenstände wird die Reise ziellos sein. Aus diesem Grund liegen in vier Städten stattliche Auftragsbücher und Ausrüstungskataloge aus, in denen man nach Herzens Lust - vorausgesetzt, man besitzt das nötige Kleingeld - vor und zurück blättern kann, um die für die jeweilige Situation besten Gegenstände und Aufträge gegen Gold bzw. Silber erwerben zu können. Mithilfe der Ausrüstung, maximal sieben unterschiedliche Werkzeuge und Transportmittel, befördert man die Edelsteine, die in einfacher Form oder in wertvolleren Dreierkombinationen an die jeweiligen Auftragshäuser unterschiedlicher Couleur abgeliefert werden müssen. Höchstens drei offene Aufträge kann ein Spieler bearbeiten. Ist er in der Lage, die gewünschten Steine beizubringen, kann er den Auftrag als erledigt betrachten und erhält entsprechende Handwerker. Diese zu sammeln lohnt sich aus zwei Gründen: Für jede Handwerkerfarbe, die ein Spieler am Ende vorweisen kann, erhält er 10 Punkte. Darüber hinaus kann er während der Partie mit einer gewissen Anzahl dieser Plättchen Werkstätten gründen, Rubin-Werkstatt die weitere Bonuspunkte bescheren bzw. bescheren können. Sollte der Vorrat an Handwerkerchips einer Farbe aufgebraucht sein, ist dies kein Grund zu verzagen, da einem Ersatz in der im Uhrzeigersinn nächsten verfügbaren Kategorie des Handwerker-Rondells zusteht. Das Spiel endet, wenn nur noch Handwerker einer Farbe auf ihre Einstellung warten. Nachdem die laufende Runde zu Ende gespielt worden ist, zählen die Spieler die Punkte ihrer erfüllten Aufträge, die Bonuspunkte durch Handwerker und Werkstätten sowie eventuell nicht ausgelieferte Edelsteine (je 1 Punkt) zusammen. Wer jetzt die meisten Punkte errungen hat, hat gewonnen.

Saphir-Werkstatt "Valdora" spielt sich ausgesprochen flott. Wer dies zum Anlass nehmen möchte, das Spiel als Leichtgewicht zu bezeichnen, wird spätestens in der zweiten Partie entdecken müssen, dass das eingängige Regelwerk eine überraschende strategische Tiefe besitzt. Jeder Spieler muss genau abwägen, welches Vorgehen in seiner Situation und in Anbetracht der Konkurrenz die Erfolg versprechende ist. Ein frühes Aufnehmen von vielen Auftragskarten ermöglicht hierbei das gezielte Vorgehen. Die Auslage an Edelsteinen und ihre Nähe zu den Auftraggebern sind ebenso zu berücksichtigen wie das möglichst effektive Ausnutzen des Spielzuges, da man sowohl mehrere Karten kaufen als auch bis zu drei Aufträge gleichzeitig erfüllen kann. Bei all dem sollte man darauf achten, das günstigste Verhältnis von Spezialisierung und Flexibilität herzustellen. Vor allem im letzten Drittel ist es nämlich unerlässlich, die von Mitspielern u. U. vernachlässigten Edelsteine und Aufträge mithilfe einer Ergänzungsstrategie in Siegpunkte umzuwandeln. Das Salz in der Suppe stellen die Handwerker und Werkstätten dar. Um sie entsteht ein regelrechter Wettlauf, um die lukrativsten Kombinationen und Zusatzprofite erhalten zu können. Regelmäßig muss man die Silberminen aufzusuchen, damit genügend Geld für den Kauf von Aufträgen vorhanden ist. Gold als Bezahlung für Ausrüstungsgegenstände liegt vor allem zu Beginn des Spiels reichlich aus und kann später über die Hafenfelder wieder der Ablage in der Spielplanmitte entnommen werden. Ob man es für den Kauf möglichst vieler Werkzeuge einsetzt - vor allem für Karren und Maulesel, mit denen man Edelsteine beliebiger Farbe aufnehmen kann - oder lieber für Gold-Aufträge verwendet, entscheidet sich je nach Situation und gewählter Strategie. Die Bücher im Auge zu behalten, ist überhaupt empfehlenswert: Da ihre Zusammensetzung bekannt ist, kann der Spieler durch gezieltes Blättern den Zufallsfaktor des Kartenangebots mindern.
Weg im sagenhaften Tal Valdora Detaillierte Strategietipps hält der Autor auf seiner Website bereit. Dem ambitionierten Abenteurer sei die Lektüre dieser Texte wärmstens ans Herz gelegt. Wer als Gelegenheitsspieler jedoch keinen gesteigerten Wert auf Strategieoptimierung legt, genießt vor allem die Atmosphäre des Spiels, an der das Design mit den raffinierten Büchern in 3-D-Optik und dem schönen Spielplan entscheidenden Anteil hat "Valdora" überzeugt in jeder Hinsicht. Falls jemand überhaupt etwas bemängeln möchte, wird er vielleicht die etwas ungeschickte Anleitung monieren, die der Erklärung des Spielplans fast zu viel Augenmerk schenkt, sodass sich der intuitive Spielmechanismus nur auf den zweiten oder gar dritten Blick erschließt. Doch letztlich ist dies bloß Haarspalterei, denn "Valdora" ist für mich ein, vielleicht das diesjährige Highlight im Sektor des gehobenen Familienspiels, das auch die bewanderten Abenteurer unter den Spielern anspricht. Die einzelnen Komponenten sind glänzend aufeinander abgestimmt, das Spielthema wurde überragend umgesetzt. Was zunächst als einfaches Transportspiel in schöner Verpackung daher kommt, erhält besonders durch die Handwerker und Werkstätten eine überaus spannende und reizvolle Note. Die Spielzeit vergeht wie im Fluge, ist ausgesprochen unterhaltsam und bietet auch nach mehreren Partien genug strategische Herausforderung. Man muss wahrlich kein Phantast oder wagemutiger Abenteurer sein, um "Valdora" der höheren Weihen in der Spielewelt für fähig zu halten. (thb)

P.S.: Die Schönheit Valdoras erlebt der Spieler am besten in einer der Städte, die das Hintergrundbild für den PC zeigt.

Steckbrief
Valdora

Autoren Verlag Spieler Alter Spieldauer Gestaltung
Michael Schacht Abacusspiele 3 - 5 Spieler ab 10 Jahre ca. 60 Minuten Franz Vohwinkel