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BombayBombay

Die Faszination von Spielen besteht großteils darin, die Spieler in eine eigene Welt mit eigenen Regeln zu entführen. Je bunter, exotischer, fremdländischer diese Welt ist, je weiter kann sie uns aus der eigenen Realität herausziehen. Hier nun heißt das Spiel Bombay und damit befinden wird uns in Indien. Dazu machen wir noch einen Zeitsprung, denn wir werden Seidenhändler, zu einer Zeit, als man noch mit Elefanten durch Indien reiste und Paläste errichtet wurden.

Spielplan Da stehen wir nun mit unserem Elefanten auf einem Hügel, weitab von den großen Städten. Stattdessen stellen wir fest, dass das Leben hart ist, denn einerseits besitzen wir nur zwei Rupien und andererseits hat sich die ganze Konkurrenz ebenfalls mit ihren Elefanten auf diesem Hügel eingefunden. Und damit noch nicht genug: Keiner der Händler besitzt auch nur einen Seidenballen.

Dass wollen wir ändern und deshalb begeben wir uns erst einmal mit unserem Elefanten zu einer Handelsstation. Reisen kostet Zeit, die in Aktionen gemessen wird. Jede Bewegung des Elefanten kostet eine Aktion und die hinauf auf einen der beiden Hügel sogar zwei.

An einer Handelstation angekommen können wir nun den Seidenballen einer bestimmten Farbe erwerben. Das kostet wieder Zeit und dazu noch Geld. Für Seide in häufig angebotenen Farben reichen eine Aktion und eine Rupie, die seltensten Farben kosten das Doppelte. So ein Elefant kann bis zu zwei Seidenballen schleppen, dann ist seine Kapazität erschöpft. Deshalb wollen wir nun Kapitel aus unserem Seidenballen schlagen. Dazu können wir ihn entweder zum Palastbau verwenden oder aber in eine Stadt tragen und verkaufen.
Geben wir ihn zum Palastbau frei, kostet das den Ballen und eine Aktion. Dafür entsteht ein wunderschöner Palast. Viele Palastbauplätze sind staatlich subventioniert und der Spieler bekommt einen Vorteil in Form einer Marke. Außerdem steht hier der Tourismusgedanke ganz vorn: Die Bank - sie repräsentiert hier Indien - gibt uns eine Rupie, wenn ein anderer Spieler unseren Palast bestaunt. Dazu muss er lediglich mit seinem Elefanten auf das Feld mit unserem Palast ziehen.
Indore Beim Verkauf in einer Stadt richtet sich alles nach der Nachfrage. In jeder Stadt wird eine der vier Farben gar nicht nachgefragt. Die anderen drei liegen in einer Reihenfolge aus, die den Erlös bestimmt, nämlich eine Rupie und ein zufriedener Kunde, drei Rupien oder gar vier. Die seltenen Seidenfarben bringen zusätzlich noch eine weitere Rupie oder einen zufriedenen Kunden. Verkauft der Spieler zum ersten Mal in einer Stadt, erhält er zusätzlich noch die Stadtmarke. Da es aber eine Stadtmarke weniger als Spieler gibt, ist hier ein wenig Eile geboten.

Als letzte Möglichkeit können wir in unserem Spielzug auf sämtliche Aktionen verzichten und erhalten dafür eine Rupie. Das scheint die indische Form von Hartz IV zu sein.

Um diese Aktionen ist dann noch ein wenig Ablauf herumgebaut. Wir spielen so viele Durchgänge, da jeder Spieler einmal Startspieler war oder zu zweit auch doppelt. Der Startspieler befüllt die Märkte, bevor wir drei bis fünf Runden - abhängig von der Spielerzahl - mit je drei Aktionen spielen.

Danach endet das Spiel, und es gibt abschließend noch Rupien. Drei bzw. vier Stadtmarken werden in vier bzw. acht Rupien getauscht. Außerdem werden die Mehrheitsverhältnisse bei Palästen und Kunden bestimmt. Wer in Summe am meisten hat, bekommt dafür auch am meisten Rupien, die graduell für die nachfolgenden Plätze abnehmen. Wer danach am meisten Rupien besitzt, ist Sieger.

weißer Palast Bombay ist ein klassisches Spediteursspiel: Es geht darum, möglichst effizient und gewinnbringend Waren von Punkt A nach B zu bringen und dabei schon die Planung für die nächste Ware im Kopf zu haben. Das Spiel wird flott gespielt und ist überwiegend taktisch: Schauen, was geht und be(ob)achten, ob ein Spieler den Plan durchkreuzen kann. Der Zufall ist über die Märkte vorhanden, aber selten spielentscheidend.
Das Spiel lebt dann von den schnellen Zügen, die kaum Wartezeit aufkommen lassen. Die Möglichkeiten sind schnell erklärt, und ab dem zweiten Durchgang im ersten Spiel läuft alles flüssig. Genau diese Zügigkeit ist die Existenzberechtigung für Bombay.

rosa Elefant Einen kurzen Abstecher möchte ich zum Material machen. Einer der Elefanten ist rosa, leuchtend rosa. Er ist ein Gimmick zwischen Hässlichkeit und Attraktivität, der in sämtlichen meiner Spiele zuerst gegriffen wurde. Weniger schön hingegen ist die Plastikproduktion, weil sie beim Öffnen der Schachtel einen herben Duft entlässt und selbst das Lösungsmittel eines Edding-Stiftes übertrumpft.

So ergibt sich ein Spiel, das in meine Spielrunde selten vorgeschlagen wurde, dann aber von allen Spielern gern gespielt wurde. Das mag sicher in der trockenen Atmosphäre liegen, die vom flotten Spielablauf mehr als nur egalisiert wird. (wd)

Steckbrief
Bombay

Autoren Verlag Spieler Alter Spieldauer Gestaltung
Cyril Demaegd Ystari 2 - 5 Spieler ab 10 Jahre 30 - 60 Minuten Stéphane Poinsot