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Eine Frage der ÄhreEine Frage der Ähre

Wir kennen die gängigen Themen von Spielen: das Mittelalter, die Antike, Fantasy. Ganz anders kommt "Eine Frage der Ähre" daher: Die Stars sind einheimische oder inzwischen einheimische Pflanzen: Kartoffeln und Raps, Weizen und Mais sowie Rüben.

Mit solchen Stars begeben wird uns natürlich auf einen Bauernhof. So sehen wir auf dem Spielplan ein Lagerhaus und eine Anbaufläche. Im Lagerhaus warten eine Menge Holzmaterialien sowie Tiere in Form von Plättchen auf ihren Einsatz. Das Anbaufeld ist bereits mit zahlreichen der oben genannten Pflanzen bestellt.

Spielsituation Die Pflanzen befinden sich auch auf Plättchen, die entweder ein oder zwei Felder der Anbaufläche groß sind. Von den einfeldrigen Plättchen erhält jeder Spieler einen privaten Satz, der jede Pflanze genau einmal zeigt. Von den Plättchen mit zwei Feldern erhält jeder drei zufällige auf die Hand.

Ein Spielzug beginnt mit dem Legen eines Plättchens. Dabei muss bei jedem Feld die Pflanzenart wechseln; man darf also Rüben auf Kartoffeln anbauen, aber nicht Rüben auf Rüben. Wird ein Plättchen mit zwei Feldern gelegt, müssen sie auf gleicher Höhe sein. Um dies zu erreichen, darf vorher ein einfeldriges Plättchen als Sockel benutzt werden, um den Höhenunterschied auszugleichen. Höhenunterschiede von mehr als einer Plättchenschicht lassen sich nicht ausgleichen.
Pflanzenplättchen Nun gibt es Punkte für jedes gelegte Feld, wobei man sich zwischen Sieg- und Farmpunkten (pro Feld) entscheiden muss. Siegpunkte gibt es nach der Größe des Anbaubereichs der soeben ausgelegten Pflanze. Sie werden einfach auf der Siegpunktleiste notiert und entscheiden am Ende über den Sieg.
Für die Farmpunkte zeigen die Plättchen bis zu zwei Farmhäuser auf ihrem Feld. Diese vermerkt man in der Spalte der entsprechenden Pflanze. Erreicht man damit, dass alle fünf Markierungssteine einen gewissen Fortschritt erzielt haben, darf man ein Farmhaus bauen. Dies wird auf eine Anbaufläche ohne Haus gestellt und bringt jedes Mal am Ende des eigenen Spielzugs Siegpunkte. Gezählt wird hierfür wieder die Größe des Anbaubereichs der Pflanze, auf der das Haus errichtet wurde. Auf die gleiche Art erhält man ein zweites Farmhaus.
Für weitere Farmpunkte erhält der Spieler Tiere. Diese gibt es pro Markierungsstein. Als erster erhält er eine Kuh, als zweiter noch ein Schwein und als dritter eine Henne. Diese Tiere haben absteigende Punktzahlen, die bei Spielschluss zu den Siegpunkten dazugezählt werden.
Falls ein zweifeldriges Plättchen gelegt wurde, füllt man seine Hand wieder auf. Einfeldrige Plättchen muss sich der Spieler einteilen, da es hier keinen Nachschub gibt.

Für das Spielende wird ein Spezialplättchen mit sechs doppelfeldrigen Plättchen gemischt. Diese sieben Plättchen werden als letztes beim Nachziehen benutzt. Erscheint das Spezialplättchen, wird die Runde noch zu Ende gespielt. Nach der Addition der Tierpunkte steht der Sieger fest: Der mit der größten Siegpunktzahl. Tiebreaker ist die Größe der eigenen Farmen.

Tierplättchen Im ersten Moment mag das Spiel bieder erscheinen: Kein reißerisches Thema und dazu ein wenig Plättchen legen und Punkte kassieren. Das täuscht, und zwar massiv. Die Regeln sind einfach und meine Beschreibung ist bis auf zwei kleine Regeln zu den Farmhäusern komplett. Genau aber diese Einfachheit mit so einer scheinbar leichten Entscheidung zwischen Sieg- und Farmpunkten macht das Spiel aus. Möchte ich Siegpunkte, muss das Anbaugebiet groß sein. Damit mache ich eine sehr gute Vorlage für meinen Nachfolger und für den Spieler, der als nächstes ein Farmhaus errichten darf. Nehme ich Farmpunkte, kann ich mein Plättchen einsetzen, um Gebiete zu zerstückeln, vorzugsweise die mit Farmhäusern anderer Spieler. Ich komme damit auch eher zum Bau von Farmhäusern, doch wohin, wenn alle Gebiete klein gehalten werden? Dazu kommen die Tiere, die nicht unwesentlich zum Punktekonto beitragen. Doch während ich die Farmpunkte sammele, erhalte ich keine Siegpunkte. Die Zwickmühle ist groß für den Spieler und das überträgt sich auf den Spielreiz.
Doch nicht nur hier überzeugt das Spiel, sondern auch bei der Interaktion und der Ausstattung. Die Spieler kommen sich auf der Anbaufläche über kurz oder lang ins Gehege. So entsteht ein Ärgerfaktor, und der Spieler erhält Einfluss auf die Mitspieler. Gleiches gilt beim Wettlauf um den Bau von Farmhäusern und noch mehr um die Tiere. Dabei sind die Gewinne in allen Bereichen gut ausgewogen; ich habe Spiele erlebt, die fast ausschließlich über Farmpunkte, die fast ausschließlich über Siegpunkte und die durch Mischstrategien gewonnen wurden.

Höhenunterschied Diese sehr angenehmen Spieleigenschaften werden durch das hervorragende Material unterstützt: Die Farmhäuser und Markierungssteine sind aus Holz, optisch ansprechend und gleichzeitig funktionell. Die Plättchen sind aus sehr dicker Pappe. Damit werden Höhenunterschiede leicht erkennbar und gleichzeitig entsteht ein ästhetisches Bild einer Hügellandschaft auf der Anbaufläche. Die Tiere sind ebenfalls auf dieser dicken Pappe abgebildet und werden so gut handhabbar.
Ebenfalls hervorragend sind die Regelungen für die Spielerzahl. Bei zwei und drei Spieler werden 20 bzw. 10 Plättchen aus dem Spiel genommen; eine schnelle Angelegenheit bei dem Material. Außerdem sind unterschiedliche viele Farmpunkte für den Bau von Farmhäusern und für den Erhalt von Tieren notwendig. Eine eingängige Symbolik zeigt, in welcher Reihe bei Spielbeginn die Materialien gestellt werden müssen. Noch einfacher lassen sich Anpassungen für unterschiedliche Spielerzahlen kaum durchführen. Das ist dann auch absolut notwendig, denn das Spiel lässt sich in der ganzen Bandbreite von zwei bis fünf Spielern hervorragend spielen, eine Eigenschaft, die man heute selten antrifft. Für mich ist Eine Frage der Ähre das Topspiel dieses Jahrgangs. (wd)

P.S.: Die Ästhetik des Anbaubereichs lässt sich sehr gut auf dem Hintergrundbild für den PC erkennen.

Steckbrief
Eine Frage der Ähre

Autoren Verlag Spieler Alter Spieldauer Gestaltung
Jeffrey D. Allers Pegasus 2 - 5 Spieler ab 8 Jahre 45 - 60 Minuten Tom Thiel, Torsten Hess