Schachtelcover

Dieses Spiel wurde bisher drei Mal veröffentlicht, einmal von Pelikan einmal von ASS und nun von Amigo. Die Version von Pelikan liegt uns nicht im Original vor, jedoch wird sie in der ASS-Version als Variante beschrieben. Auf Karten befinden sich Indianer und Schätze in einem Teil eines Kanus. Ein Kanu besteht aus Bug und Heck sowie aus beliebig vielen Mittelteilen. Der Spieler zieht Karten und baut daraus erst Teile von Kanus, die er später zu ganzen Booten vervollständigt. Dabei darf er mehrere Karten ziehen; je nach Version endet das Kartenaufnehmen HäuptlingHäuptlingentweder wenn der Spieler eine Karte zieht, die er schon ausliegen hat oder durch Indianer oder durch Fertigstellung eines Bootes. Sobald ein Boot komplett ist, kann es einmal auf Kriegspfad gehen und ein anderes Boot versenken. Auch hierbei unterscheiden sich die verschiedenen Versionen, gemein ist ihnen aber, dass das zu versenkende Boot eine geringere Kampfkraft als das angreifende haben muss. Die Indianer im versenkten Boot begeben sich dann auf den Ablagestapel, der hier sinnigerweise Ewige Jagdgründe heißt. Die Schätze verteilt man auf die eigenen Boote.

Sowohl bei den Indianers als auch bei den Schätzen gibt es Sonderkarten. Ein Bogenschütze tötet einen anderen Indianer und bringt ihn in die Ewigen Jagdgründe. Ein Lassowerfer hingegen stiehlt aus einem Boot entweder einen Schatz oder ein Totem. Das Totem wiederum sichert ein Boot gegen Angriffe jeder Art, außer natürlich dagegen, dass es selbst geklaut wird. Der seit ASS existierende Indianer Crazy Axt hat keinen Respekt vor dem Totem und versenkt grundsätzlich ein eigenes, vollständiges Boot. Aus dieser Konstruktion folgt, dass kein Boot, egal wie gebaut, total sicher ist.

Bei den Schätzen gibt es einzelne Schätze, die man in möglichst großer Zahl haben sollte. Interessant sind aber die Zweier- und Dreierkombinationen. Eine Zweierkombination besteht aus zwei Karten, die einen Gegenstand oder ein Tier zeigen. Liegen sie korrekt nebeneinander, bedeutet das bei der Endabrechnung einen erhöhten Wert. Gesellt sich dazu noch die richtige Person, wird aus der Zweier- eine Dreierkombination, die noch wertvoller ist.

Ein Spieler kann das Spiel für beendet erklären, wenn er sein drittes Boot fertiggestellt hat. Dann LassowerferLassowerferwerden die Werte der Karten zusammengerechnet, wobei nur vollständige Boote zählen. Dabei hängt der Wert der Karten auch von der Größe der Boote ab. Wer die meisten Punkte hat, ist Sieger. Wenn ein Spieler möchte, kann er das Spiel aber auch weiterlaufen lassen. Dann hat er erst mit der Fertigstellung des nächsten Bootes wieder die Chance, das Ende auszurufen. Für erfahrene Spieler gibt es dann noch die Variante mit zwei Indianerstämmen: nun dürfen in einem Boot nur Indianer eines Stammes sitzen und Angriffe jeder Art werden immer gegen den anderen Stamm ausgeführt.

Die Versionen von Pelikan und ASS erschienen vor mehr als 10 Jahren. Nun hat Amigo das Spiel wieder aufgelegt. Bei einigen Regeln wurde wieder auf die Pelikan-Version zurückgegriffen, andere wurden aus der ASS-Version übernommen. Inhaltlich betrifft die größte Änderung die Wertung: hier wurde der Wert der Schätze gegenüber den Indianerkarten deutlich angehoben. Von der Aufmachung her ist die wichtigste Änderung die Reduzierung des Spiels auf ein reines Kartenspiel. Während es früher einen Spielplan für die Auslage der Karten gegeben hat, ist der Fluss, auf dem die Kanus fahren, nun imaginär. Dadurch verringern sich sowohl die Größe der Schachtel als auch der Preis erheblich.

Ogallala ist ein Fun-Spiel, bei dem die Spieler natürlich auf Kartenglück angewiesen sind. Bei mehreren Spielern kompensiert sich dies, da der stärkste Spieler bevorzugtes Ziel der Angriffe ist und schnell genug werden mal eben ein oder zwei Boote versenkt. Auch nach mehr als 10 Jahren hat das Spiel nichts von seinem Reiz vorloren und da es nunmehr den Preis einen Kartenspiels hat, kann es bestens empfohlen werden. Wegen der geringen Größe sollten sich auch Besitzer der ASS-Version überlegen, ob sie sich nicht auch das Kartenspiel zulegen wollen, zumal die Neuabmischung der Regeln ihre Vorteile bietet.

Spiel

Ogallala

Verlag

Pelikan
(Beschreibung nach der Variante in der Ausgabe von ASS)

ASS

Amigo

Karten 98 134 112
Crazy Axt/Verrückte Axt nein ja ja
zwei Angriffe bei Medizinmann ja nein nein
Zugende bei schon ausliegender Karte Indianerkarte bei schon ausliegender Karte
oder Lassowerfer
oder Bogenschütze
oder Vervollständigung eines Bootes
Spielende 3 Boote oder
Karten aufgebraucht
 ab 3 Boote oder
Karten aufgebraucht
ab 3 Boote
Wertung Jede Karte: 10
Beute :20
Zweierkomibi: 50
Dreierkombi 150
Totem: 50
Beute : 10
doppelte Beute: 20
Zweierkombination: 40
Dreierkombination: 90

Beute : 10
Zweierkombination: 40
Dreierkombination: 90
Prämien Boote der Länge

5 - 7: 50
8- 10 : 100
11-13: 150
ab 13: 200

3 Boote: 300

Boote der Länge

2- 7: 1
ab 8 : 2

Boote der Länge

2- 7: 1
ab 8 : 2

Autor

Rudi Hoffmann

Spieler 2 - 4 2 - 4 2 - 5
Alter

ab 8 Jahre

Spieldauer

45 Minuten

Grafik Rudi Hoffmann Rudi Hoffmann Guido Hoffmann
Oliver Freudenreich