Phalanx

Nachdem der Verlag Phalanx mit Raja auf der Nominierungsliste zum Spiel des Jahres zu finden war, erhält er große Aufmerksamkeit und bietet im Gegenzug eine inzwischen recht breite Palette von Spielen. Diese wurde jetzt um drei Spiele in drei verschiedenen Größen erweitert.

In der kleinsten, der Kartenspielschachtel befindet sich NoNo. Bei diesem Wortsuchspiel wird um 25 Karten gespielt. Auf jedem Karte steht ein Überbegriff wie zum Beispiel "In der Fabrik". Dazu geben Würfelsymbole an, mit welchem der vier Würfel zu würfeln an. Dabei gibt es zwei Konsonantenwürfel, von denen der gewürfelte Buchstabe in dem Wort vorkommen muss. Ein Vokalwürfel gibt an, welcher Vokal nicht verwendet werden darf und ein Silbenwürfel gibt an, aus wie vielen Silben das Wort bestehen muss. Bei dem obigen Begriff muss mit einem Konsonanten- und dem Silbenwürfel gewürfelt werden, was dann zum Beispiel ein T und 5 Silben ergeben kann. Mögliche Begriffe wären dann der Robotergreifarm oder der Fließbandarbeiter. Bei zu allgemeinen Begriffen können die Mitspieler das Wort als nicht präzise genug anlehnen. Ein solches Wort könnte bei der Fabrik "Fensteröffnungen" sein, weil es diese dort gibt, sie aber auch überall anders zu finden sind. Es gewinnt, wer nach 25 Begriffen die meisten Karten bekommen hat. Durch die Würfel bekommt diese Spiel ein große Vielfalt und durch den Vokal- und den Silberwürfel bietet es Facetten, die in den meisten Buchstaben- und Wortspielen nicht vorkommen.

Bison In der mittleren Schachtelgröße befindet sich das strategisch anspruchvollste Spiel: Bison. Jeder Spieler besitzt zu Beginn eine gewisse Menge von Tieren. Diese Menge gilt es für den Spielsieg zu vermehren. Dazu besitzt jeder Spieler Indianer in der Landschaft, die aus Sechsecken aufgebaut ist. Jedes Sechseck zeigt dabei eine Ebene, eventuell mit Büffeln, ein Gebirge, eventuell mit Adlern und einen Fluss, eventuell mit Fischen. In jedem der vier Durchgängen werden von jedem Spieler vier Aktionen ausgeführt. So kann man eine neue Landschaft anbauen, seine Indianer zusammenrufen, seine Indianer kurze oder lange Strecken laufen lassen sowie ein Zelt oder ein Kanu bauen. Dabei müssen innerhalb eines Durchgange vier verschiedene Aktionen ausgewählt werden. Nach jedem Durchgang gibt es eine Wertung, bei der die verschiedenen Landschaften Tiere bringen. Dazu zählen die Mehrheiten und wer die Mehrheit in einer Landschaft besitzt, bekommt die dort ansässigen Tiere. Im Gebirge und in der Ebene gewinnt, wer das größte Zelt besitzt, auf dem Fluss wer das größte Kanu dort sein eigen nennt. Gibt es kein Zelt bzw. Kanu bekommt derjenige die Tiere, der die meisten Indianer dort hat. Zelte und Kanus haben jedoch den großen Nachteil, dass ihre Errichtung mit Tieren bezahlt werden muss und diese auch noch abhängig von der Größe ist. So einfach die Regeln klingen, so sehr sind ist das taktische Können der Spieler gefragt. Bis auf die Landschaften sind alle Informationen offen und so ist immer bekannt, wer noch welche Möglichkeiten besitzt. Dem ersten Eindruck nach liegt hier ein Leckerbissen für Strategiespieler vor, die sich nicht durch die Mehrheitenbildung abhalten lassen sollten.

Emira In der großen Schachtel erscheint Emira, das unter dem Titel "Harem" den Spieleautorenwettbewerb des Hippodice Spieleclubs gewann. In der Scheichwelt sind hier die Rollen vertauscht, denn die Haremsdamen suchen sich ihren Scheich aus, der wiederum keine Wahl hat und die Dame aufnehmen muss. Damit es die Scheichs trotzdem nicht zu schwer haben, können sie versuchen, die Gunst der Damen zu bekommen. Jede Haremsdame schätzt bestimmte Vorzüge, die sich von einem großen Palast über Luxusgüter zu gutem Aussehen und Benehmen des Scheichs erstrecken. Hierzu bedarf es nun des entsprechenden Besitzes oder eines entsprechenden Trainings. Dafür wird jede Runde in diversen Kategorien Verbesserungsmöglichkeiten angeboten. Anschließend bieten die Spieler darum, sich eine dieser Möglichkeiten auszusuchen. Neben den Verbesserungsmöglichkeiten besteht außerdem noch die Möglichkeit, in den Gewürzhandel einzusteigen und so mehr Geld zu bekommen. Nachdem jeder Spieler auf diese Art und Weise Verbesserungen vorgenommen hat, entscheidet sich eine Dame für ihren Scheich. Gibt es Gleichstände in der für die Haremsdame wichtigste Kategorie, so hat sie noch eine zweite Kategorie zu bieten, nach der sie entscheidet. Die Dame wählt aber nicht nur den Scheich aus, sondern bringt auch Eigenschaften wie gutes Aussehen oder Kochen mit. Manchmal stellt sie auch noch kostspielige Forderungen wie die z. B. Reinigung des Palasts. Sieger ist, wer zuerst eine gewisse Anzahl an Haremsdamen vorweisen kann. Diese Anzahl verringert sich, wenn die Haremsdamen mit ihren Eigenschaften die Wünsche des Scheichs erfüllen. Emira besticht durch eine ungewöhnliche Thematik. Dazu kommt eine Versteigerung, bei der es nicht um konkrete Gegenstände geht, sondern um das Recht etwas auszusuchen. Alles zusammen hat dieses Spiel direkt mein Interesse geweckt.

Bei den Spielen, die Phalanx vorstellte, konnte ich in allen Fällen das gewisse Etwas entdecken und ich bin sehr gespannt darauf, sie zu spielen. (wd)

Phalanx
Bison Michael Kiesling
Wolfgang Kramer
ab 10 Jahre 2 - 4 Spieler
Emira Liesbeth Vanzier
Paul van Hove
ab 10 Jahre 3 - 5 Spieler
NoNo Michael Schacht ab 10 Jahre 3 - 8 Spieler