Fazit der Spielwarenmesse 2006

Wenn man die diesjährige Spielwarenmesse bezüglich der Gesellschaftsspiele betrachtet, so gibt es einen Trend, der sich fortsetzt und zwei Trends, die eher überraschend sind. Wie fast schon zu jeder Messe gibt es Erweiterungen zu Spielen, die als Spiel des Jahres ausgezeichnet wurden, bzw. es gibt eigenständige Spiele. Dieses Jahr nun trifft dies gar für fünf Spiele zu: Die Siedler von Catan, Carcassonne, Der Palast von Alhambra, Zug um Zug und Niagara.

Anders hingegen der Trend bei den Verlagen in Bezug auf Alter und Strategie. Viele Verlage gehen dazu über, mehr Spiele mit einer niedrigeren Altersangabe zu verlegen. Natürlich ist hier immer die Frage, ob die Altersangaben denn auch zutreffend sind. Schnell mal wird gern die untere Grenze noch wenig nach unten korrigiert, damit das Spiel ein noch breiteres Altersspektrum abdeckt. Die reduzierte Altersgrenze trifft dabei nicht nur auf Verlage zu, die schon länger Familienspiele (und auch Kinderspiele) verlegen, sondern auch auf Verlage wie alea und Hans im Glück, die gemeinhin für anspruchsvolle Spiele bekannt sind.

Klassiker - neu aufgelegt Gerade diese beiden Verlage überraschten dann mit einem weiteren Trend: Die Würfel sind wieder da. Die Spiele, die mit ihnen veröffentlicht wurde zeigen, dass dieses Zufallselement auch in taktische Spiele einbauen lässt. So finden wir bei alea - Nomen est Omen - mit Ru(h)m und Ehre ein Spiel mit Würfel und auch bei Hans im Glück mit Mauerbauer. Auch Amigo hat die Würfel wiederentdeckt und verlegt mit Um Krone und Kragen ein Würfelspiel. Da braucht das Casino-Spiel Cincinnati kaum noch erwähnt werden.

So mögen denn die Spiele den Trend fortsetzen, den wir bei der ersten Neuheit, die wir von der Spielwarenmesse in den Händen … äh, auf dem Spieltisch hatten, feststellen konnten. Celtica gefällt Gelegenheitsspielern sehr gut, kam aber bei Vielspielern nicht so gut an. Mit einem solchen Trend lassen sich hoffentlich mehr Menschen wieder auf Gesellschaftsspiele ein.

Wenig überraschend sind die vielen Fußballspiele in einem Jahr, in dem die Fußballweltmeisterschaft in Deutschland stattfindet. Wir haben sie überwiegend nicht im Messebericht erwähnt, sind solche Spiele doch meist nur von kurzer Lebensdauer. Anders da der Trend, Klassiker und nostalgische Spiele wieder auf den Markt zu bringen: Sowohl Ravensburger als auch Kosmos starteten je eine entsprechende Reihe.

Zum Abschluss noch eine Erkenntnis: Es gibt kein klar und deutlich hervorstechendes Spiel, sondern viele Spiele, die gut klingen. Selten dürfte daher das Rennen um die Kritikerpreise "Spiel des Jahres" und "Kinderspiel des Jahres" so spannend werden.

Brigitte und Wolfgang

P.S.: der Messebericht ist dieses Mal leicht anders strukturiert. Zum einen sind die Spiele nicht mehr streng von einander getrennt, sondern als Fließtext beschreiben; zum anderen haben wir bei den Verlagen, die bereits detaillierte Informationen im Internet anbieten, diese verlinkt. Wir wünschen viel Spaß beim Lesen.