Der deutsche Spielepreis 2006: Die Verleihung

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Letztes Jahr stellte ich über den Deutschen Spielepreis die Frage, ob es Langeweile oder Qualität ist, dass in diesem Jahrtausend ausschließlich Spiele der Verlage alea und Hans im Glück gewannen. Nun, dieses Jahr endete diese Serie. Dazu blicken wir ein wenig zurück und beginnen auf der Spiel '05. Dort erschien mit Caylus von Ystari ein Spiel, das sich sehr schnell einen Namen bei den Strategiespielern machte. Da der Deutsche Spielepreis meistens an ein Spiel mit hohem taktischen und strategischen Anspruch vergeben wird, wurde Caylus schnell zum Favoriten. So schrieb es auch Manfred Wahl in seiner Rezension für die Pöppelkiste.
Auch nach der Spielwarenmesse in Nürnberg änderte sich daran zunächst nichts. Doch dann kam der Spieletreff in Oberhof mit seinem Pfefferkuchel: Es gibt ihn nicht lange, aber die beiden Male wurde der Gewinner des Pfefferkuchels auch der Gewinner es Spielepreises. Hier nun gewann Thurn und Taxis von Hans im Glück klar vor Caylus. Auch die Häufigkeit mit der es in Oberhof gespielt wurde, machte klar, dass hier ein Konkurrent aufkam. Der Abstand zu den weiteren Plätzen war so groß, dass auch kein anderes Spiel sich für die höheren Sphären des Deutsche Spielepreises anbot.
Dann gewann Thurn und Taxis den Titel "Spiel des Jahres", was den Bekanntheitsgrad noch einmal erhöhte und so dachte ich, dass erneut ein Spiel von Hans im Glück den DSP gewinnen wird.

Als dann das Ergebnis bekannt gegeben wurde, war es genau anders herum zum Pfefferkuchel. Caylus siegte klar vor Thurn und Taxis. Der Abstand zum Drittplatzierten war auch hier wieder sehr groß. Mich persönlich freut der Gewinn von Caylus. Es ist nicht nur ein gutes Spiel, sondern es freut mich auch für den kleinen französischen Verlag Ystari, der seit seiner kurzen Existenz drei sehr schöne Spiele veröffentlicht hat. Des Weiteren bin ich der Überzeugung, dass es dem Deutsche Spielepreis gut tut, dass nun die lange Siegesserie von alea und Hans im Glück zu Ende ging. Das wird sicherlich in den nächsten Jahren für mehr Spannung sorgen.

Sieger: Caylus Kinderspiel: Nacht der Magier Essener Feder: Nacht der Magier

Den Preis für das beste Kinderspiel gewann Nacht der Magier von Drei Magier. Diese Entscheidung war keine Überraschung, wurde das Spiel doch auch im Vorfeld zum Kinderspiel des Jahres als klarer Favorit gehandelt. Die Möglichkeit - eigentlich ist es ja der Standard dieses Spiel - es im Dunkeln zu spielen, macht es einzigartig und überzeugte auch bei uns Kinder und Erwachsene. Dazu darf auch nicht vergessen werden, dass das Spiel zusätzlich die Essener Feder gewann, den Preis für die beste Spielregel.

Show zu Caylus Rainers Burg Der jüngste Teilnehmer mit Vater

Während der Verleihung gab es auch wieder Unterhaltung: Zu Caylus stellte Jürgen- Valentiner-Brandt in einer Talkshow den schönen Loius vor. Natürlich spielte er ihn gleich selbst. Drei Zuschauer durften für den König dann auch eine Burg aus Holzklötzen bauen und aus seinem mittelalterlichen Leben tauchte sein ehemaliger Leibhaber auf: Der homosexuelle Hofnarr, gespielt von Christian Hildenbrand. Nachdem der enttäuschte ehemalige Liebhaber seine Vorwürfe gegen den Schönling losgelassen hatte, dürfte der Köniug die beste Burg auswählen. Reiner Knizia gewann mit einem eindrucksvollen Bau, der von Marcel-André Casasola-Merkle neidisch zerstört wurde. Dritte Publikumsteilnehmerin war Verena Weishaupt.
Zu Nacht der Magier gab es keine solchen gespielten Szenen. Beindruckend war hier Verleger Johann Rüttinger, der als Magier mit Blitzstab den Preis entgegen nahm.
Bei all diesen Ereignissen sei noch erwähnt, dass ich wohl den jüngsten Teilnehmer bei der Verleihung des Deutschen Spielepreis gesehen habe: Walther M. Gerdts, Autor des drittplatzierten Spiels Antike war nicht nur mit seiner Frau bei der Verleihung, sondern auch mit seinem fünf-wöchigen Stammhalter

Ich war jetzt schon einige Male bei der Verleihung. So wird der Ablauf zur Routine, nicht aber die Verleihung selbst. Das festliche Ambiente gepaart mit den Shows und einem reichhaltigen, leckeren Buffet ließen die Verleihung auch dieses Mal wieder zu einem Erlebnis werden. Und so sage ich wie jedes Jahr herzlichen Dank für die Einladung, auch im Namen meiner Frau. (Text: wd; Fotos: bd & wd)

 

Der deutsche Spielepreis 2006: Das Ergebnis

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Caylus von William Attia (Ystari)
hat den ersten Platz erreicht.

Gewinner des Deutschen Kinderspiele Preises 2006 ist
Nacht der Magier von Kirsten Becker & Jens-Peter Schliemann (Drei Magier)

Gewinner der Essener Feder, Wanderpreis für die beste Spielregel, 2006 ist
Nacht der Magier von Kirsten Becker & Jens-Peter Schliemann (Drei Magier)

Die Top Ten Liste sieht wie folgt aus:
  1. Thurn und Taxis von Karen und Andreas Seyfarth
    (Hans im Glück)
  2. Antike von Walther M. Gerdts
    (eggertspiele)
  3. Blue Moon City von Reiner Knizia
    (Kosmos)
  4. Mesopotamien von Klaus-Jürgen Wrede
    (Phalanx)
  5. Elasund von Klaus Teuber
    (Kosmos)
  6. Mauerbauer von Leo Colovini
    (Hans im Glück)
  7. Hazienda von Wolfgang Kramer
    (Hans im Glück)
  8. Augsburg 1520 von Karsten Hartwig
    (alea)
  9. Um Ru(h)m und Ehre von Stefan Feld
    (alea)

Wir gratulieren den Preisträgern und Platzierten