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Messerundgang - Teil 6: Ratzfatz muss es gehen - Spiele mit Geschwindigkeit


"Geschwindigkeit ist keine Hexerei" sagt der Volksmund. Kosmos ist da anderer Meinung und präsentiert den Zauberstauber. Mit ihm können Hexen nun ihre alten Besen vergessen. Doch bevor der Zauberstauber los fliegt, muss er programmiert werden. Das Programmieren ist ganz einfach: Man nimmt sich eine von 20 Kurven und legt sie als nächsten Flugschritt aus. So ein Zauberstauber kann bis zu fünf solcher Kurven als Programm aufnehmen und dann sogar noch einen Rückwärtsflug. Wer genug vom Programmieren hat, kann auch abfliegen. Nun werden die Kurven an das dreidimensionale Modell des Zauberstaubers angelegt. Die gewählten Kurven geben nun die Bahn vor. Steht jedoch ein Hindernis im Weg - davon gibt es die festen Hindernisse und auch die Zauberstauber der lieben Mitspieler - so enget der Flug abrupt und die weiteren programmierten Kurven bleiben ohne Auswirkungen. Je nach Szenario gilt es ein anderes Spielziel zu erfüllen, eines ist jedoch bei allen gemeinsam: Wer am besten fliegt, gewinnt.


Fliegen kann man auch bei den Drachenreitern von Amigo und wie der Name schon sagt, sind Drachen die Reittiere. Die Flugstrecke kann durch die Auslage variable gehalten werden: So lassen sich leichte oder schwierige, kurze oder lange Strecken bauen. Für einen Flugabschnitt ist dann die Geschwindigkeit einzustellen. Je schneller man fliegt, desto weiter kommt man, aber desto weniger beweglich ist man. Zur Geschwindigkeit kann man noch eine Karte spielen, mit der man zusätzliche Effekte erzielen kann. So kann man dem Vordermann mit einem Feuerstoß beglücken oder mit einem magischen Lasso zu sich heranholen. Zu viel Unheil, zu dem auch das Verlassen der Rennstrecke gehört, lassen den eigenen Drachen erschöpfen, was mit vielen Nachteilen verbunden ist. So wird man gezwungen, immer wieder Energiechips zu holen und wenn möglich auch Karten für die Zaubereffekte. Sieger ist natürlich der Drache, der als erstes die Flugstrecke abgeflogen hat. In einem ersten Spiel waren wir zu ungeschickt und die Drachen verschoben sich ständig. Was hingegen sofort gefiel war die Grafik: Drachenreiter ist sicherlich eines der schönsten Spiele, die auf der Spiel '05 vorgestellt wurden.


Geschwindigkeit ist auch beim Sushi Express von Abacus gefragt. Hier muss das eigene Auslieferungsfahrzeug möglichst schnell immer wieder den aus 12 Teilen bestehenden Rundkurs durchfahren. Bei jeder Umrundung wurde ein Mensch mit Sushi beliefert und zählt Siegpunkte. Antrieb der Fahrzeuge sind zwei Würfel. Zuerst wettet man, wie hoch man in zwei Versuchen würfelt. Da jeder auf eine andere Zahl setzen muss, gibt es eine eindeutige Reihenfolge. Wer am höchsten gewettet hat, fängt an. Erreicht er sein Ergebnis, fährt sein Auto los, wenn nicht, bleibt es stehen. Als Trost gibt es eine Aktionskarte, die später Vorteile bringt. Sobald ein Spieler seine Wette erfüllt, dürfen alle anderen ohne Würfelwurf fahren. Wer am Ende die meisten Punkte hat, ist Sieger. Das Spiel funktioniert zu dritt, macht aber den Eindruck, als wenn es seine stärken in größeren Runden hat.


Eine ganz andere Art Geschwindigkeit benötigen die Spieler bei Dschamal aus dem Zoch Verlag. In einem Beutel befinden sich viele, viele Holzteile, die meisten davon vierfach, aber auch eine ganze Reihe von Teilen ist nur einfach vorhanden. Zu Beginn des Spiels erhält jeder Spieler ein Teil, das vierfach vorhanden ist. Nun geht es auf zu vielen kleinen Duellen im Beutel, die jeweils zu zweit ausgetragen werden: Es gilt, ein Teil zu finden, welches man entweder selbst oder der Gegner bereits besitzt. Findet man ein eigenes, behält man es, findet man ein Teil, welches der Gegner besitzt, erhält man von ihm noch ein zusätzliches Teil. Wer hingegen ein falsches Teil zieht, fördert den Gegner, der entweder das gezogene Teil bekommt oder aber ein Teil des erfolglosen Spielers. Sobald die vier Teile einer Form aus dem Beutel gezogen wurden, werden sie beiseite gestellt. Jedes Teil zählt einen Punkt für seinen Besitzer und bei sieben Punkten hat man das Spiel gewonnen. Nach der Erklärung war es sehr schwer, sich den Spielspaß vorzustellen, aber bereits ein einziges Spiel hat gezeigt, das er kräftig vorhanden ist.


Bei Pecunia Non Olet von Goldsieber hat nicht der Spieler die Geschwindigkeit zu leisten, sondern die Römer, die sich zahlreich auf Karten befinden. Sie alle haben ein dringendes Bedürfnis und da ist man als Besitzer dreier Latrinen ganz froh drüber, sind doch die Römer gewohnt, kräftig für ihre Erleichterung zu zahlen. Leider hat die Benutzung der Latrinen ein paar Hausregeln, die einem Latrinenbesitzer das Leben schwer machen: So setzen sich Senatoren nie neben Sklaven und umgekehrt. Römerinnen hingegen teilen auch zu zweit eine Latrine und halten dort schon mal ein Schwätzchen. Für jeden Römer ist angegeben, wie lange (in Runden) er auf dem Örtchen braucht und was er dafür zahlt. Sobald ein Platz frei wird, muss er wieder besetzt werden. Dazu gibt es eine Warteschlange. Damit man nun nicht dem Kartenglück komplett ausgeliefert ist, hat man Aktionskarten, von denen man jede Runde eine bekommt. Mit ihr lassen sich die Römer aus der Latrine zu einer Versammlung schicken oder mal die Warteschlange ein wenig aufmischen. Schließlich gewinnt der Spieler, der zuerst eine von der Spielerzahl abhängige Anzahl von Sesterzen eingenommen hat. Das Spiel lebt von dem kuriosen Thema. Es erinnerte leicht an Guillotine, wurde aber als unterhaltsamer eingestuft, weil jeder Spieler seine Auslage besitzt.


Auch vor Kinderspielen macht Geschwindigkeit nicht halt. Bei Papa Klapper von Piatnik müssen Schlangenkinder von Ende des Schlangenpapas zum seine Kopf kriechen. Dies geschieht mittels zweier Farbwürfel. Jede Schlange hat zwei Farbmarkierungen. Der Spieler, der an der Reihe ist, würfelt und darf pro geworfene Farbe eine Schlange vorwärts ziehen, die diese Farbe aufweist. Sollte allerdings das neutrale Weiß als Pasch gewürfelt werden, läuft der Schlangenpapa wieder ein wenig weg. Das Spiel endet, sobald entweder ein Schlangenkind den Kopf vom Papa erreicht hat oder aber ein Kind den Anschluss verloren hat. Gewonnen hat dann der Spieler, dessen Schlagen am weitesten vorn sind. Papa Klapper hat unserem Sohn sehr viel Spaß bereitet. Er wollte es sofort noch einmal spielen.


Mit Von 0 Auf 100 bietet Haba ein Spiel mit einem Thema, das für Geschwindigkeit steht: Formel 1. Jeder der Spieler erhält verdeckt einen Rennwagen zugeteilt. Ein Spieler beginnt und ordnet einem der Rennwagen einen Benzinkanister zu, wodurch der Rennwagen ein Feld vorwärts zieht. Der nächste Spieler verteilt nun einen Benzinkanister mehr an einen anderen Wagen. So erhält jeder Rennwagen nach und nach Benzin und fährt vorwärts. Sobald alle Rennwagen gefahren sind, beginnt eine neue Runde mit einem anderen Startspieler. Das Spiel ist kein reines Kinderspiel, sondern eher ein Familienspiel.


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