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Messerundgang - Teil 5: Höhepunkt oder doch nicht? - Die Spiele der Kleinverlage


Für viele Besucher aus der Spieleszene sind die Spiele der Kleinverlage das Highlight der Messe. Im Vergleich zu dem reichhaltigen Angebot haben wir nur wenige Spiele davon gespielt.


Frankenstein von Spiele aus Timbuktu kommt in der bewährten Falttechnik daher. Die Spieler übernehmen die Rolle eines Monsters, das schauerliche Zutaten im großen Regal finden muss. Dazu werden die Gläser mit ihren Inhalten in senkrechten Reihen gestapelt. Jedes Monster bekommt fünf Aufgabenkarten, von denen es die erste kennt. Nun dürfen die Glaser bzw. Gläserstapel bewegt werden, wobei Gläser niemals nach oben bewegt werden dürfen. Stehen die drei Gläser der aktuellen Aufgabe oben auf einem der Stapel oder direkt nebeneinander, so darf man sie entfernen. Wer zuerst seine fünf Aufgaben erfüllt hat, ist Sieger. Frankenstein ist ein kurzes Spiel, was einiges an Wahrnehmung erfordert.
Spiele aus Timbuktu hat dieses Mal ein Spiel wieder aufgelegt: Gods. Es war bereits in als Faltblattspiel erhältlich, doch erforderte dies erhebliche Kompromisse beim Material. Nun ist Gods in einer Schachtel und mit Stanz-Tableaus erhältlich. Damit ist das Material wesentlich stabiler, besser zu handhaben und aufzubewahren, was den Spielreiz deutlich erhöht. Weiterhin geht es darum, Eingeborene auf die eigenen Religion einzuschwören, doch je mehr Nachbarn ein Gott hat, desto teurer wird sein Auslage. Pro Volk gibt es Siegpunkte sowie Bonuspunkte und wer davon die benötigte 10 vorweisen kann, ist Sieger. Bei den vielen Spielideen von Michael Schacht bleibt zu hoffen, dass noch weitere Spiele in der hier gezeigten Qualität erscheinen.


Nach vier Jahren waren sie nun endlich wieder mit einem eigenen Spiel am Stand. Die Rede ist von Doris und Frank sowie dem Spiel Arche Opti Mix. Dieses Mal soll die Arche beladen werden. An einem langen imaginären Gang sind Kabine, in denen bis zu drei Tiere oder auch Proviant Platz hat. Nun kann die Arche aber nicht beliebig beladen werden, denn Pflanzenfresser würden sofort den wertvollen Proviant auffressen. Fleischfresser hingegen dürfen zu Pflanzenfressern, aber nur, wenn sie leichter sind, weil sie dann keine Chance haben, sich des größeren Tieres zu bemächtigen. Bei all diesen Ladeproblemen muss auch noch das Gewicht der Tiere beachtet werden, weil sonst die Arche kentern würde. Die Tiere belädt man, um damit Wertungspunkte in den vier Tierkategorien und dem Proviant zu bekommen. Gegen Ende wird das Spiel immer hektischer: beim zweiten Regen muss man sein Haustier bestimmen, welches man am Ende an Bord schmuggelt und beim fünften und letzten Regen steht die Arche kurz vor der Schließung. Ab jetzt muss man einzuladende Tiere auch noch mit Siegpunkten bezahlen (was vorher nur für neue Kabinen notwendig war). Die Siegpunkte bestimmen schließlich auch den Sieger. Das Spiel besticht durch die vielen verschiedenen Tiere und den damit verbundenen Problemen beim einladen. Wieder einmal zeigt sich, dass auch mit Karten ein großes, aktionsreiches Spiel möglich ist.


Noch immer zählt Kidult zu den unbeachteten Verlagen und wird somit hier mal unter Kleinverlage gelistet. Mit Horas gab es ein Spiel, das auf Wahrscheinlichkeiten beruht: Viele graue und wenige goldene Holzscheiben sind in einem Beutel. Die Spieler bieten darum, diese Scheiben aus dem Beutel zu holen, wobei es dann darum geht, das Gebot in grauen Scheiben zu begleichen. Zieht man jedoch eine goldene Scheibe, so erhält sie der nachfolgende Spieler. Gelingt es einem, die grauen Scheiben zu ziehen, läuft man auf der aus Karten ausgelegten Laufbahn weiter. Am Ende wartet dort ebenfalls ein Goldstück. Wenn dieses erreicht wird, hat der Spieler mit dem meisten Gold gewonnen, bei Gleichstand derjenige, der das Gold auf der Laufbahn erhalten hat.
Im zweiten Spiel namens Bunjee würfen die Spieler mit 10 Würfeln, je fünf in Rot und Blau. Für jeden Pasch in Rot und Blau geht man so viele Felder vor, wie einer der beiden Würfel zeigt. Nach jedem Wurf kann man aufhören und bekommt fällt pro Würfel ein Feld auf der Bunjeeleiste zurück. Würfelt man weiter und hat keinen Pasch mehr, werden einen aber nicht die Würfel, sondern die Worfelaugen abgezogen. Bei unserem Testspiel gab es eine glückliche Mitspielerin, die das Spiel in zwei Runden gewann. Sowohl Horas als auch Bunjee konnten nicht überzeugen, denn mit Diamant und Heckmeck am Bratwurmeck gab es inhaltliche ähnliche Spiele, die sehr gut sind und deutlich mehr überzeugen.


Bohnen sind seit Bohnanza nicht mehr aus der Spielewelt wegzudenken und Uwe Rosenberg als Autor hat auch immer wieder neue Ideen: Bei Rabohnzel werden die Bohnen magisch. Jeder Spieler hat zu Beginn einen Zauberspruch und zwei Bohnenfelder. Auf diesen Felder baut er wie immer Bohnen an. Dieses Mal hat jede Bohne eine Sondereigenschaft. Kernpunkt dabei sind die Prinzess- und die Schwertbohne. Die Prinzessbohne ist sehr verlockend anzubauen, weil sie ein sehr gutes Bohnometer besitzt. Die Schwertbohne ermöglicht den Raub geernteter Prinzessbohnen. Mit Hilfe von Zauberbohnen kann man seinen Zauberspruch anwenden und durch Kapbohnen erhält man weitere Zaubersprüche. Wie immer geht es darum, am meisten Bohnentaler zu ernten. Rabohnzel ist ein komplexes Bohnanza und stellt somit eine Spiel für die Leute dar, denen es bei Bohnanza zu gradlinig zugeht.


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