Messewegweiser
 vorherige Seite   zur Übersicht 

Messerundgang - Teil 2: Queen Games - Dedeutktion, Strategie und Burgenraub


Queen Games gehört zu den mittelgroßen Verlagen. Genauso wie Hans im Glück, zu dem wir später noch kommen, stellt der Verlag drei neue Spiele vor: Zwei "große Spiele" und eines in der neuen, kleinen Reihe zeugen von Selbstvertrauen.


Bei Aqua Romana kommen Erinnerungen an Metro. Auch hier werden Strecken gebaut, doch dieses Mal sind die Formen einfacher. Es gibt nur Kurven und Geraden, einmal einfach und einmal doppelt auf den Plättchen. Damit nun ein Spiel daraus entsteht, darf man nicht frei bauen. Die drei bis vier Arbeiter müssen sich nach einem Baumeister richten, der das Teil vorgibt. Nachdem beide zusammen gearbeitet haben, gehen sie getrennte Wege: Der Arbeiter an das Ende seines Aquädukts, der Baumeister auf das nächste freie Feld am Spielfeldrand. Wenn der Plan dichter wird, werden Aquädukte schon mal beendet. Die Länge gibt die Punkte an, die der Spieler bekommen könnte … könnte, denn ist das Wertungsfeld mit der entsprechenden Punktzahl bereits besetzt, müssen Abzüge in Kauf genommen werden. Bei einer Probepartie konnte das Spiel nicht überzeugen, da gerade gegen Spielende die Entscheidungsmöglichkeiten weniger worden und das Gefühl aufkam, gespielt zu werden.


Besser war Timbuktu. 24 und 25 Kamele stehen in ihren Pferchen, um die drei bis fünf Etappen zurückzulegen. Nach jeder Etappe gibt es Diebe, die die wertvollen Waren entwenden. Damit man diesen nun nicht hilflos ausgeliefert ist, gibt es vorab Informationen, wo genau und was geklaut wird. Zu Beginn kennt man aber lediglich zwei der zehn Plätze, an denen die Diebe zuschlagen werden. Erst im Laufe einer Etappe lernt man weitere vier Plätze kennen. So bleibt ein Rest Unsicherheit, selbst mit dem Maximum an Informationen. In Timbuktu, dem Ende der Reise, schlagen die Diebe noch einmal zu. Danach wird gewertet: Jede durchgebrachte Ware zählt so viele Punkte, wie Waren der gleichen Art unterwegs geklaut wurden. Wer dann die meisten Punkte hat, ist Sieger. Timbuktu liefert keinen großen Höhepunkt am Ende, sondern Spannung pro Etappe. Es ist ein Deduktionsspiel, was schnell und gut funktioniert. Das Genre ist wenig besetzt und so ist Timbuktu alle mal eine nähere Betrachtung wert.


Ganz unauffällig, weil klein, kommen die Raubritter daher. Sie setzen die Reihe der kleinen Spiele fort. Jeder Spieler erhält die gleichen 24 Plättchen, von denen er zwei als Startauslage abgeben muss und zwei auf die Hand nimmt. In jedem Spielzug kann er bis zu drei Plättchen auslegen. Diese zeigen Ebene, Wald, Gebirge oder einen See sowie Burg, Dorf oder Stadt bzw. kein Gebäude. Entscheidend sind die Burgen, denn immer dann können bis zu fünf Raubritter ins Spiel gebracht werden. Sie zeihen geradewegs aus der Burg, doch je nach Landschaft müssen einige zurückbleiben. Mit seinen Raubrittern versucht man Burgen, Siedlungen und vor allem Städte einzunehmen, denn bei Spielende gibt es für die Besetzung Punkte. Leider ist es aber oft so, dass die gegnerischen Raubritter einem einen längst sicher geglaubten Besitz wieder abnehmen. Die Raubritter sind ein großes Spiel in einer kleinen Schachtel und der erste Eindruck ist der, dass sich hier ein Kleinod in einer kleinen und daher preiswerten Schachtel befindet.


Messewegweiser
 zur Übersicht   nächste Seite