Alea


Fifth Avenue (Wilko Manz, 2 - 4 Spieler, ab 12 Jahre)

New York, ca . 1939. In der Innenstadt siedeln sich die Geschäfte für die reiche Bevölkerung New Yorks und für die Touristen an. Da ist es attraktiv, besonders dort, wo es viele verschiedene Geschäfte gibt, Wolkenkratzer zu errichten. Ein Spielzug eines Spielers besteht aus drei Teilen. Zu jedem Teil gibt es einen vordefinierten Set von Aktionen. Dies beinhaltet unter anderen die Errichtung von Geschäften in einem der Viertel oder die Aufnahme von Geld. Dieses unterteilt sich wiederum in fünf Farben für die fünf Bauplätze in jedem Viertel und neutralen Geld. Weiterhin spielen zwei Figuren eine wichtige Rolle, die die Viertel von links nach rechts durchqueren, denn nur dort, wo eine solche Figur steht, kann man eine Wertung auslösen. Bei einer solchen Wertung gibt es für alle Gebäude eines Viertels Punkte. Diese fallen um so größer aus, je mehr verschiedene Geschäfte sich in unmittelbarer Nähe befinden. Wenn dann die Figur den rechten Rand erreicht hat, werden in den Stadtvierteln, die sie durchquert hat, Bauplätze versteigert. Dazu muss man mit farbigem Geld bieten ggf. ergänzt um Geld der neutralen Farbe. Dieses Geld hat die Werte 4 bis 6. Wer am meisten bietet, bekommt en Zuschlag. Die Anzahl der zu errichtenden Wolkenkratzer hängt von verwendeten Geld ab. Ist ein 6er dabei, gibt es einen Wolkenkratzer. Ohne 6er, aber mit 5er gibt es derer zwei und wer nur mit 4er ausgekommen ist, erhält sogar drei Wolkenkratzer. Kommt es aber zu einer Versteigerung in einem solchen Viertel und alle Plätze sind belegt, kann es mit einem Baustopp belegt werden und alles wird dem Erdboden gleichgemacht. Zwei solche Baustopps beenden dann das Spiel.

Fazit: auch wenn die Beschreibung etwas chaotisch klingt, sind die einzelnen Elemente klar definiert und abgegrenzt. Daraus ergibt sich mit Sicherheit ein Spiel großer Tiefe, so dass man schon jetzt dieses Spiel zu den Titelaspiranten des Deutschen Spielepreises zählen darf.


San Juan (Andreas Seyfarth, 2 - 4 Spieler, ab 12 Jahre)

ist das Kartenspiel zu Puerto Rico. Ab jetzt wird alles mit Karten durchgeführt. Auf der Vorderseite sind viele bekannte Gebäude aus Puerto Rico bzw. aus der Erweiterung. Hinzu kommen aber noch viele andere Gebäude. Karten auf der Hand können aber nicht nur ausgelegt werden, sondern sind gleichzeitig auch Dukaten, mit denen bezahlt wird. Auf der anderen Seite können Karten mit der Rückseite nach oben zu einem Produktionsgebäude gelegt werden und sind dann Waren. Doch nun von Anfang an. Jeder Spieler starten mit einer Indigoküperei und vier Handkarten. Wie bei Puerto Rico stehen der Rollen mit Funktion und Privileg zur Verfügung. Beim bekannten Goldsucher erhält der Aussuchende eine Karte auf die Hand. Beim Baumeister darf man eine Karte aus der Hand auslegen und muss die Baukosten durch Ablagen von Karten in Höhe der Baukosten begleichen. Als Privileg spart der Aussuchende eine Karte. Durch den Aufseher wird produziert. Allerdings produziert nicht jedes Produktionsgebäude, sondern nur eines nach Wahl jeden Spielers. Nur der Aussuchende darf als Privileg zwei Waren produzieren. Da es den Kapitän nicht mehr gibt, bleibt nur der Händler zum Verkauf der Waren. Hier darf nur eine Ware verkauft werden, aber die Spieler dürfen auch die gleiche Art Ware verkaufen. Der Preis bestimmt sich aus einem kleinen Kärtchen. Indigo ist die Ware mit dem geringsten Wert. Es folgen Zucken, Tabak, Kaffee sowie die neue Ware Gold. Für eine erhält der Spieler ein bis drei Karten, je nach Ware und aktuellem Kurs. Als letzte Rolle gibt es den Ratsherrn. Wer ihn wählt, erhält fünf Karten, aus denen er eine behalten darf. Alle anderen Spieler wählen eine Karte aus zweien aus. Das Spiel endet, sobald ein Spieler das 12. Gebäude gebaut hat, wobei auch die nachfolgenden Spieler noch bauen würfen. Siegpunkte gibt es nur noch auf den Gebäude, doch manches Gebäude beeinflusst durch seine Sonderfunktion die Schlusswertung. Als Beispiel sei hier die Kapelle angeführt: immer wenn der Gouverneur wechselt, darf ein Spieler eine seiner Handkarten unter die Kapelle legen, wodurch die Karte zu einem Siegpunkt wird. Natürlich gewinnt, wer die meisten Punkte hat.

Fazit: San Juan ist eine hervorragende Umsetzung von Puerto Rico als Kartenspiel. Es spielt sich sehr flüssig und hat eine kürzere Spieldauer als sein Brettspielvorbild. Da alle Gebäudefunktionen direkt auf der Karte stehen und ausschließlich mit Karten hantiert wird, fällt der Einstieg sehr leicht.