Hans im Glück

Carcassonne - Die Stadt (Klaus-Jürgen Wrede, 2-4 Spieler, ab 12 Jahre)

Dieses Carcassonne übernimmt von seinem Vorgängern viele Spielprinzipien, vor allem aber den Ablauf: "Plättchen ziehen und anlegen, dann eventuell einen Gefolgsmann darauf stellen." Wir befinden uns in Carcassonne und die Plättchen zeigen Straßen, Märkte und Gebäude, wobei hier die öffentlichen und historischen Gebäude interessant sind. Wie schon bei der Burg müssen beim Anlegen nur die Straßen fortgeführt werden. Für Straßen und für Märkte, die in etwa den Städten des klassischen Carcassonne entsprechen, wurden die Wertungen leicht modifiziert. Neu ist die Einteilung der Plättchen in drei Stapel, die nacheinander gespielt werden, die aber immer kleiner werden. Ab dem mittleren Stapel kommen die Mauern ins Spiel. Immer wenn es eine Wertung gibt, baut jeder Spieler ein Mauerstück. Dort kann er dann einen Wächter platzieren. Dieser schaut geradlinig über die Stadt und erhält bei Spielende Punkte für jedes öffentliche und historische Gebäude, das er sieht. Der Spieler, der die Wertung auslöste, darf zusätzliche am Ende noch einen seiner Türme an die Mauer stellen. Dieser bringt so viele Punkte, wie es Mauern bis zum vorherigen Turm gibt. Das Spiel endet, wenn entweder alle Plättchen oder alle Mauerteileverbaut sind oder wenn die Stadt Carcassonne soweit von Mauern umgeben ist, dass die beiden Enden nur noch fünf Mauerstücke voneinander entfernt sind. Wer dann die meisten Punkte hat, gewinnt.

Fazit: Es ist ein Typischer Vertreter der Carcassonne-Familie. Die Wächter und Türme bringen neuartige Elemente ins Spiel, die neuen Wertungen machen Straßen und Märkte reizvoll. Vor allem aber wird durch die Mauern der optische Genuss sehr erhöht.


Im Schatten des Kaisers (Ralf Burkert, 3-4 Spieler, ab 12 Jahre)

In vier weltlichen Regionen sowie drei Bistümern streiten die Spieler um die Vorherrschaft, dies alles unter einem Kaiser. Um Macht in den Regionen und Bistümer zu bekommen, entsendet die Spieler dorthin Adlige und Ritter und errichten dort Städte. Als dies kostet Geld, das die Aktionen der Spieler begrenzt. Die Personen sind hier abstrakt und dennoch lebendig, denn sie haben ein Alter, können heiraten, Kinder bekommen und schließlich sterben. Ehepaare haben doppelten Einfluss gegenüber Einzelpersonen und Städten, Kinder sind entweder Söhne, die neue Adlige auf den Spielplan bringen oder aber Töchter, die verheiratet werden, was dem Elternspieler Siegpunkte beschert, dem Ehepartner hingegen mehr Macht. Das Spiel umfasst reichlich Aktionen, was von Verjüngungstränken über Umzügen von Rittern und deren Umwandlung zu Adligen bis hin zum Ausruf eines Gegenkaisers. Nach den Aktionen werden in allen Regionen und Bistümer die Herrscher neu bestimmt. Danach kommt es, vorausgesetzt, jemand hat einen Gegenkaiser ausgerufen, zur Kaiserwahl. Dies ist nicht unerheblich, da der Kaiser erhebliche Vorrechte genießt, z. B. Reichsstädte baut, Siegpunkte bekommt und bei unentschieden in den Regionen und Bistümern die letzte Entscheidung fällt. Das Spiel geht über fünf Runden. Für diverse Dinge wie Städtebau, Übernahme der Macht in einer Regionen oder eine Bistums oder das Verheiraten von Töchtern gibt es Siegpunkte und wer davon bei Spielende am meisten hat, ist Sieger.

Fazit: In Schatten des Kaisers ist ein Spiel mit vielen Zusammenhängen, das sich aufgrund der Komplexität sicher nicht mit einem Spiel in seiner Tiefe ergründen lässt. Da alle Informationen bis auf die erzielten Siegpunkte offen sind, lassen sich die Möglichkeiten der einzelnen Spieler gut erkennen, führen aber auch dazu, dass die Aktionen genau überlegt sein wollen. Vor allem vor der Kaiserwahl heißt es da, das Stimmenverhältnis genau zu kennen. Das Spiel richtet sich ganz eindeutig an Spieler, die komplexe, intrigante Spiele mögen und dabei auch Rechnerei und Wartezeiten akzeptieren.