Abacus

Moguli (Reinhold Wittig, 2 Spieler, ab 12 Jahre)

Das Spiel wurde bereits in Nürnberg vorgestellt, wird aber erst jetzt erscheinen. Wir haben die Großspiel auf den Göttinger Autorentagen 2003 spielen können:
45 Plättchen haben in der Mitte ein Loch. Davon ausgehend gibt es 2 Wege. Auf der gegenüberliegenden Seite sind die beiden Wege entweder an den gleichen Stellen angebracht oder aber genau entgegengesetzt. In einem Spielzug darf der Spieler zunächst ein Plättchen verdrehen. Danach zieht er eine seiner Kugeln auf den Wegen entlang. Dabei muss die Kugel in den Untergrund abtauchen, d. h. die wird zeitweise - in Gedanken - auf der Unterseite der Plättchen gezogen. Ein Zug ist aber nur dann möglich, wenn die Kugel mindestens unter einer anderen Kugel hindurchtaucht. Wer zuerst seinen Kugeln auf die gegenüberliegende Seite gebracht hat, ist Sieger.

Fazit: Es ist ein abstraktes Spiel für Spieler, die gerne ein paar Züge im Voraus denken. Die Denkweise ist ungewöhnlich, weil man die Hälfte des Spielplans nicht sieht, sondern im Gedächtnis "erarbeiten" muss.


Wie ich die Welt sehe (Urs Hostettler, 2-8 Spieler, ab 10 Jahre)

Jeder Spieler erhält 11 Karten mit Begriffen, entweder Personen oder Gegenständen. Ein Spieler bekommt eine Fragekarte und liest die Frage für alle Spieler vor, z. B. "Was kommt im Inneren einer Kathedrale besonders zur Geltung?". Daraufhin wählen alle Spieler außer dem Fragesteller eine ihrer Karte als mögliche Antwort aus. Die Karten der Spieler werden um eine Karte vom verdeckten Nachziehstapel angereichert. Der Fragesteller mischt die Karten, deckt sie auf und liest die Antworten vor, z. B. "ein Schrei der Verzweiflung", "7000 Rinder", "totales Chaos", "Francine Jordi", "Mc Donalds", "hoffnungsloses Dahinsiechen", "ein Glühwürmchen", "Viehtransporte quer durch Europa" oder "Blondinenwitze". Nun wählt der Fragesteller eine antwort aus, wobei es seinen Vorlieben überlassen ist, welche Karte er auswählt. Der Spieler, der die Antwort eingereicht hat, bekommt die Karte und legt sie vor sich aus. Alle anderen Karten werden abgelegt und ihre ehemaligen Besitzer füllen ihre Kartenhand wieder auf. Erwischt der Fragesteller jedoch die Karte von Nachziehstapel, so muss er eine gewonnene Karte abgeben und bekommt dafür eine neue auf die Hand. Dann wird der "Gewinner" zum neuen Fragesteller (falls es einen gibt). Wer zuerst sechs Karten auslegen konnte, ist Sieger. Das Spiel wird in der Schweiz bei Fata Morgana erscheinen, die uns freundlicherweise auch das Coverbild zur Verfügung gestellt haben.

Fazit: Wie ich die Welt sehe ist ein kommunikatives Spiel, bei dem jeder auch einschätzen muss, was der andere wohl bevorzugt. Man ist hier dem Geschmack der Mitspieler ausgeliefert, aber auf eine positive Art. Und der Nachziehstapel kann verdammt gemeine Antworten dazufügen.