setzt seine Reihe von Spielen in Buchoptik mit Der Weiße Lotus
fort. Autor ist Martin Wallace. Das Reich der Mitte ist in viele Provinzen
unterteilt. Zu Beginn des Spiels werden in einem zusammenhängenden Gebiet
einige Plättchen ausgelegt, die bestimmen, was hier später errichtet
wird. Nun darf sich jeder Spieler
um die entsprechenden Bauten bemühen. Dazu setzt er
Einflusssteine in die Provinzen. Nachdem alle Einflusssteine gesetzt sind,
geht es an die Verteilung, dessen Reihenfolge vom Kaiser bestimmt wird. Übt
in einer Provinz nur ein Spieler Einfluss aus, so darf er seinen Bau errichten.
Sind jedoch mehrere Spieler in einer Provinz vorhanden, wird die Vergabe
über einen Ausscheidungsmodus geregelt. Dazu hat jeder Spieler
Einflusskarten und darf sie gegen einen anderen Spieler spielen. Der Spieler
mit den meisten Stimmen scheidet aus; die anderen Spieler wiederholen den
Prozess solange, bis nur noch ein Spieler übrig bleibt, der dann den
Bau errichtet. Nachdem so in allen Provinzen ein Sieger feststeht, kommt
es eventuell zur Rebellion. Der Kaiser wird durch die meisten Paläste,
der Rebellenführer durch die meisten Dörfer bestimmt. Mit Hilfe
von Armeekarten wird der Kampf ausgetragen, wobei sich neutrale Spieler für
ein Seite entscheiden müssen. Der Sieger des Kampfes annektiert dann
ein Gebiet vom Verlierer. Mit Beginn der neuen Runde werden die neuen Provinzen
festgelegt, um die gestritten wird. Außerdem gibt es Nachschub an Einfluss-
und Armeekarten. Ein Sockel garantiert jedem Spieler ein Grundstock an Einfluss.
Ansonsten gibt es für die verschiedenen Bauten zusätzliche Karten.
Das Spiel endet, wenn alle Provinzen vergeben sind. Nun gibt es für
jeden Bau Punkte. Außerdem gibt es für das größte
zusammenhängende Gebiet weitere Punkte. Sieger ist natürlich der
Spieler mit den meisten Punkten.
bringt vier Neuheiten in seiner Spielegalerie und Ausstattung und Grafik rechtfertigen weiterhin den Namen Galerie.
Das große
Spiel ist La Citta von Gerd Fenchel. Ort des Geschehens ist die
Toscana, die auch zu der italienischen Benennung führte. Ziel des Spiels
ist es, Städte zu gründen und sie mit Bürgern und
Bürgerinnen zu besiedeln. Dazu werden an Seen, Gebirgen und Feldern
Städte gegründet. Die Nähe zu den Feldern wird benötigt,
damit später die Bürger ernährt werden können. Seen erlauben
es, in einer Stadt Gebäude für die Gesundheit zu errichten und
aus dem Gebirge kann Erz gewonnen werden, das Geld bringt. Um seine Stadt
auszubauen stehen jedem Spieler Aktionen zur Verfügung, von denen einige
Geld kosten andere, einfachere hingegen kostenlos sind. Mit diesen Aktionen
bauen die Spieler ihre Städte aus. Die Gebäude sind drei Kategorien
zugeordnet: Bildung, Kultur und Gesundheit. Dies wird am Ende der Runde von
Bedeutung, wenn die Bürger ihre Vorlieben offenbaren. Vorher jedoch
erhalten die Spieler noch eine Politikkarte, die Sonderaktionen ermöglichen
und zum Beispiel Geld bringen. Nachdem jeder Spieler seine Aktionen
ausgeführt hat, wird Volkes Meinung erhört. Von den vier Karten,
über die sie gebildet wird, war zu Beginn der Runde eine Karte offen,
die drei anderen verdeckt. Nun werden auch die anderen Karten aufgedeckt
und Volkes Meinung steht fest. Städte, die nicht weiter als drei Felder
auseinanderliegen, treten nun in Konkurrenz. Die Stadt mit mehr Angebot in
der gewünschten Richtung erhält aus der weniger attraktiven Stadt
einen Bürger dazu. Da das normale Wachstum lediglich einen Bürger
pro Stadt beträgt, ist der Zulauf nicht zu verachten, denn am Ende einer
Runde müssen alle Gebäude ohne Bürger wieder entfernt werden.
Nun wird auch die Versorgung der Bürger mit Nahrung überprüft.
Hungernde Bürger wandern vom Spielplan herunter. Nach sechs Runden endet
das Spiel. Nun zählt jeder Bürger einen Punkt und jede Stadt, in
der mindestens je ein Bau für Kultur, Bildung und Gesundheit steht,
bringt 3 Punkt. Auch hier gewinnt der Spieler mit den meisten Punkten.
Hier kann man ein komplett aufgebautes Spiel sehen
Auch die Reihe von Wissensspielen wird fortgesetzt. Nach Pi mal Daumen gibt es nun Planet der Wunder von Jean Thierry Winstel. Hier werden Fragen zur Tier- und Pflanzenwelt gestellt. Die Fragen sind aber so spezial, das kaum ein Spieler die richtige Antword wissen wird. Deshalb gibt es zunächst ein Hilfe in Form von drei vorgefertigten Antworten. Jede Spieler, außer dem Fragesteller natürlich, darf eine Antwort geben und wer richtig antwortet, darf seinen Zählstein voranbringen. Danach liest der Fragesteller eine ausführliche Antwort vor, die nicht nur die Korrektheit klärt, sondern auch ein wenig mehr über den Sachverhalt verrät. Für die Mitspieler ist es wichtig, sich diese Dinge zu merken. Die Karte wird dann beiseite gelegt. An einigen Stellen sammeln die Spieler Wunderchips und für drei Wunderchips kann man eine Solorunde bekommen. Dabei wird dem Spieler eine Frage vorgelesen, die sich auf eine schon vorher vorgelesene Antwort bezieht. Diesmal gibt es aber keine drei Antworten, sondern der Spieler muss sich die Antwort gemerkt haben. Für die Schwächeren bei solchen Spielen gibt es einen Trost. Der Antworten des hinten liegenden Spielers zählen doppelt.
Wie schon in Essen gibt es wieder zwei Neuheiten in der 2-Personen-Reihe.
Bei Das Riff von Christine und Wolfgang Lehmann geht es darum, neue Fischkreuzungen zu zeugen. Das Meer besteht aus vier Reihen á acht Karten. Die oberste und unterste Reihe wird offen ausgelegt, die mittleren Reihen verdeckt. Außerdem werden einige Zuchtkarten offen ausgelegt, dies sind die ersten Fische, die gezüchtet werden sollen. Die Währung für Fischzüchter sind Würmer, die es in fünf verschiedenen Farben gibt. Jede Runde gibt es mit Hilfe zweier Farbwürfel Nachschub. Um Fische zu züchten werden zunächst ein Boot und ein Korallenbaum benötigt. Beides ist natürlich mit Würmern zu bezahlen. Danach heißt es Fisch in den richtigen Farben zu fangen. Aber Achtung: für die Züchtung sollten es schon ein Weibchen und ein Männchen sein. Fische der untere Reihe fängt man mit einem Wurm, die in den mittleren Reihen mit zwei und in der obersten Reihe mit drei Würmern. Hat man die beiden Fische für eine Kreuzung zusammen, darf man sich die Zuchtkarte nehmen. Wer zuerst vier Zuchtkärtchen besitzt, gewinnt das Spiel.
In Blitz und Donner von Richard Borg geht es um einen göttlichen
Wettstreit zwischen Zeus und Hera. Während Zeus Argus entführen
möchte, versucht Hera Io aus dem Zugriff von Zeus zu entfernen. Jeder
Spieler erhält ein
Kartendeck
aus 43 Karten, in dem einen befindet sich eine Karte mit Argus, in dem anderen
eine Karte mit Io. Wer sich die Karte vom Mitspieler aneignen kann, gewinnt
das Spiel. Dazu stehen jedem Spieler in seinem Zug drei Aktionen zur
Verfügung: Karte nachziehen, Karte spielen oder angreifen. Angreifen?
Viele Karte zeigen Kreaturen, die einen Kampfwert besitzen. Das Schlachtfeld
besteht aus drei nebeneinanderliegenden Karten. In jeder Reihe können
sich bis zu vier Kreaturen befinden. Möchte man angreifen, benennt man
seinen Kontrahenten, und deckt ihn auf. Der Mitspieler deckt seinen Kontrahenten
auf und wer die größere Kampfkraft besitzt, gewinnt. Der Verlierer
wird vom Schlachtfeld entfernt. Nach und nach lichten sich so die Reihen
und man kommt dem Ziel, Argus oder Io zu entdecken, näher. Nun könnte
man ja die Karte bis zuletzt auf der Hand behalten. Deshalb gibt es Karten
mit Spezialfunktionen. Sie erlauben zum Beispiel, die Karten auf der Hand
anzuschauen oder verdeckt Karten aus der Hand zu ziehen. So sind Io und Argus
eben auch dort nicht sicher.
Neben den Neuheiten gab es bei Kosmos wieder einen Ausblick
auf die Essener Neuheit. Nein, es war nicht die 5- und 6-Personenerweiterung
zu Sternenfahrer, sondern ein Ausblick auf das Spiel zu einer literarischen
Vorlage. Diesmal handelt es sich um den Herrn der Ringe von J. J. R. Tolkien.
Auch das Spiel hat mit Reiner Knizia einen bekannten Autor, und so
ungewöhnlich die literarische Vorlage ist, so ungewöhnlich auch
das Genre des Spiels: ein kooperatives Spiel. So müssen die Spieler
gegen Isengart und Nazgule bestehen. Eine Besonderheit bietet auch der aus
4 Teilen bestehende Spielplan. Würde man ihn aneinanderlegen, ergäbe
sich eine Strecke von 3 Metern. Aber keine Angst, es wird nie auf allen
Spielplänen gleichzeitig gespielt. Zum Abschluss noch etwas zur Freude
aller Tolkien-Fan: die Illustrationen stammen von selben Zeichner wie die
Illustrationen im Buch.