Wie verläuft eigentlich ein Pressetag - oder ein Blick hinter die Kulissen unserer Berichterstattung

Bevor wir zum eigentlichen Geschehen kommen, sind erst einmal unsere drei Kinder zu versorgen. Die beiden großen gehen zur Schule, der Kleine muss versorgt werden. Wie gut, dass es eine Oma gibt. Dann fahren wir los. Die Strecke nach Essen beträgt ungefähr 140 km und so fahren wir jeden Tag. Heute, am Pressetag, ist die Fahrerei leicht. Während wir an den Messetagen bereits ab 9 Uhr Einlass finden und so versuchen spätestens um 9:30 dort zu sein, haben wir heute den ersten Termin um 10:15. Die eigentliche Eröffnung findet mit der Pressekonferenz sogar erst um 11 Uhr statt.

Wir kommen gut durch und so sind wir bereits um 10 Uhr in Essen. Die verbleibende Viertelstunde nutzen wir, um bei Amigo vorbeizuschauen. Diesmal fällt es uns leichter, denn wir haben die Neuheiten bereits auf der Frankfurter Buchmesse gesehen. Also holen wir unsere beiden Rezensionsexemplare Al Cabohne und Pinocchio ab und übergeben das Belegexempar unserer Rezension zu San Francisco. Daneben klönen wir noch ein bisschen und erhalten eine Einladung auf einen Kaffee in den nächsten Tagen. Die ist wertvoll, weil man sich dabei ein wenig ausruhen kann.

Während wir uns noch unterhalten, kommt Alan R. Moon, begleitet von einigen amerikanischen Freunden, in den Amigo-Raum. Dabei ist auch Mary Cousins von Discover Games. Für ihre Site hatten wir einen Artikel über "German Games" geschrieben und nun hatten wir uns in Essen verabredet. So geht der Besuch bei Amigo fließend in unseren ersten Termin über.

Java PromotionBis zur Pressekonferenz ist noch ein wenig Zeit. Sie wird vor dem Raum verbracht. Dort trifft man einige Bekannte von Carsten Wesel über Knut M. Wolf zu Harald Hemmerlein. Mit jedem werden ein paar Worte gewechselt. Dann dürfen wir den Raum der Pressekonferenz betreten. Alle stehen dabei Schlange, denn beim Eintritt erhält man die Presseunterlagen, u. a. die Neuheitenliste. Im Raum sind viele Reihen mit Tischen und Stühlen. Wir setzen uns außen in eine Reihe und haben so etwas mehr Bewegungsfreiheit. Die Zeit bis zum Beginn wird mit einem Süppchen überbrückt.

Endlich startet die Pressekonferenz. Frau Geu und Frau Metzler als Repräsentanten des Merz Verlags stlellen die Spiel vor, Herr Pohle als Vertreter der Fachgruppe Spiel die wirtschaftliche Seite der Branche. Dazwischen berichtet ein kurzer Beitrag über die Bedeutung der Spiel '00 für die Messe Essen. Zum ersten Mal wird die Pressekonferenz nicht nur durch bloße Vorträge abgehaltet, sondern multimedial unterstützt. Ein Film zeigt einen Rückblick auf die bisherigen Messen, von ihrem Beginn in der Volkshochschule Essen (ist von der 2. Spiel 1984 bekannt), der Umzug in die Mesenhallen, der Vergabe des Deutschen Spielepreises am Vorabend des ersten Messetages bis zur heutigen Situation. Unterhaltsam und informativ zu gleich. Auch die weiteren Inhalte zur Spiel werden visuell unterstützt, und das ist viel angenehmer, als wenn die ganzen Zahlen und Fakten vorgelesen werden. Zum Abschluss der Konferenz dürfen Fragen gestellt werden. Diesmal sind sie sehr stark wirtschaftlich orientiert. Fazit: die Branche hat ein leichtes Plus zu verzeichnen - Dank Pokémon.

Promotion "Traumfabrik"Nach der Pressekonferenz folgt die Neuheitenschau. In einem gesonderten Raum sind lange Tischreihen aufgebaut. Darauf befinden sich die Neuheiten. Hinter den Tischen stehen die Pressesprecher der Verlage, Spieleautoren und bei kleineren Verlagen auch schon mal ein Inhaber. Jeder erzählt etwas zu seinen Neuheiten. Es sind weit über Hundert. Man geht durch die Reihen und schaut, macht Fotos, spricht mit dem Verlagsvertreter. Mehr als ein grober Ablauf kann dabei nicht herüber kommen, aber danach muss man entscheiden, was man in den nächsten Tagen genauer anschauen will. Wir haben dieses Mal ein anderes Vorgehen gewählt als in den letzten Jahren. Da man noch nichts über die Qualität der einzelnen Spiele sagen kann, starten wir mit Kurzbeschreibungen und Fotos. So bekommt man einen ersten Eindruck Später, wenn wir die Spiele (an)gespielt haben, wird eine genaue Beschreibung erstellt und ein erster flüchtiger Eindruck abgegeben. Jetzt aber huschen wir von Stand zu Stand, hören zu, machen Fotos, sammeln Presseinfos. Alles Grundlage für den ersten Messebericht. Nach gut einer Stunde haben wir uns durch die Neuheitenschau gekämpft.

PresseraumAnschließend begeben wir uns noch kurz in die Hallen. Bei Kosmos benötigen wir noch eine Rezensionsexemplar von Babel. Beim weiteren Rundgang sehen wir den Stand von Abacus. Wir stutzen, denn die hatten wir gar nicht auf der Neuheitenschau gesehen. Eine kurze Rückfrage ergibt, dass dort wirklich nicht präsentiert wurde. Die Neuheit "M" kam ein paar Minuten zu spät. Dann ist es geschafft und wir verlassen Die Messehallen, in denen ab morgen der Bär tobt. Zurück zum Auto und nach Rheda. Jetzt wird es Zeit für unseren Bericht, und so sitzen wir jeder an einem Computer, tippen Text, bearbeiten Bilder und konstruieren die Seiten. In ein paar Stunden ist es geschafft. Dann liegt der Pressetag hinter uns und wir müde im Bett. Bis es dann morgen wieder losgeht.