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Kosmos hat ein Kinderspiel veröffentlicht, bei dem man jemanden auf die Palme bringen muss, nämlich den eigenen Affen. Bevor man dies tun kann, ist zuerst die Palme zusammenzusetzen: Auf einen Stock werden Perlen in den Farben Weiß sowie Orange und Schokobraun gesteckt. Hinzu kommt ein Federmechanismus, der es erlaubt, die Perlen leicht auseinander zu ziehen sowie eine Baumkrone mit zwei orange-umrundeten Einstecklöchern. Die Affenkörper wird aus zwei Holzteilen zusammengesteckt. Dazwischen liegt eine u-förmige Pappscheibe, die als Arme dient. Durch die U-Form können sich die Affen zwischen wie Perlen an der Palme festhalten.

KletterpartieFür das Spiel werden Plättchen mit Kokosnüssen in den drei genannten Farben auf einer Platte gemischt. Die Affenmama zeigt an, in welcher Spielhälfte gerade ein Plättchen aufgedeckt werden muss.
Zu Beginn befinden sich sämtliche Affen auf der Erde. Ein Spieler deckt ein Plättchen und lässt seinen Affen die Palme hochklettern. Die Arme des Affen werden dazu über die Perle gesteckt, die die gleiche Farbe wie die Kokosnuss auf dem Plättchen zeigt. Ziel ist es, als erstes mit einer orangenen Kokosnuss in die Einstecklöcher in der Baumkrone zu gelangen, denn dafür gibt es eine goldenen Kokosnuss als Belohnung. Wer nach fünf Durchgängen die meisten goldenen Kokosnüsse vorweisen kann, ist Sieger.
Damit das Spiel nicht nur aus Aufdecken und Klettern besteht, gibt es ein paar Sonderregeln: Zunächst wird zu Beginn des Spielzugs geschaut, ob der eigene Affe mit einem anderen Affe auf gleicher Höhe ist. Dann nämlich darf der Affe eine Perle nach unten geschubst werden. Beim hochklettern gibt es dann ebenfalls ein paar Zusätze: Es gibt in den Plättchen auch zwei Elefanten, die von der Geschichte her sich am Baum reiben. Deckt man einen Elefanten auf, muss der Affe eine Perle nach unten gesetzt werden. Abwärts geht es auch, wenn über dem Affen keine Perle der entsprechende Farbe mehr ist. Dann heißt es hinunter bis zur höchsten Perle in der aufgedeckten Farbe. Zusätzlich aufwärts hingegen geht es, wenn auf dem Zielfeld bereits zwei Affen sitzen. In diesem Fall klettert der eigene Affe noch eine Perle weiter nach oben. Der wichtigste Mechanismen zu all diesen Regeln aber ist das Umlegen des Plättchens nach dem Aufdecken. Es wird danach verdeckt in die andere Hälfte des Spielplans gelegt. Sind alle Plättchen auf der Seite der Affenmama verschwunden, wechselt sie die Seite und die Plättchen werden erneut verwendet. Somit spielt das Glück nur bei den ersten 11 Aufdeckaktionen eine Rolle, danach ist es ein Gedächtnisspiel.

Oben!Durch die ansprechende Aufmachung und den einfachen Mechanismus lassen Kinder die Affen gerne klettern. Allerdings ist kleinen Kindern (und auch Erwachsenen, wenn sie denn mitspielen) die Spieldauer zu lang. Deshalb spielen viele Kinder mit zwei anderen Regeln. Die eine wird als Variante bereits vom Verlag vorgeschlagen: dabei entfällt das Herunterklettern, wenn es keine geeignete Kokosnuss mehr über dem Affen gibt. Die andere ergibt sich aus der Spieldauer. Kinder spielen oft nur einen Durchgang und wer die Baumkrone erreicht, ist sofort der Sieger.
Ein Wort zum Material. Es hält den Belastungen unterschiedlich stand. Die Palme, die nach jedem Spiel wieder zerlegt werden muss, funktioniert auch nach vielen Spielen tadellos. Weil sie immer wieder neu zusammengesteckt wird, ergibt sich auch jedes Mal eine andere Palme. Die Affen fallen leicht auseinander. Was während des Spiels ein Nachteil ist, ist außerhalb des Spiels dringend notwendig. Die Arme werden stark belastet und Kosmos hat wohlweis lich Ersatzarme beigelegt. Deshalb müssen die Affenkörper leicht zerlegbar sein. Gar nicht hingegen kann die Palmenkrone das häufige Zerlegen ab. Sie ist aus Pappe und weist Schlitze zum Zusammenstecken auf. Unser Exemplar hat hier deutlich sichtbare Spuren.
So ist die Affenkletterei ein Spaß für Kinder, wenn er nicht zu lange dauert. Die Aufmachung animiert zum Spielen, aber das Pappmaterial ist den Belastungen nicht ganz gewachsen. (wd)
 

Steckbrief
Auf die Palme,
ihr Affen!

Autor Verlag Spieler Alter Spieldauer Illustration/Gestaltung
Wolfgang Kramer,
Jürgen P. K. Grunau,
Hans Raggan
Kosmos 2 - 4 ab  4 Jahre ca. 15-20 Minuten Felix Scheinberger/
Bluguy Grafik-Design