Ferner, geheimnisvoller Orient. Man denkt an Ali Baba, Geschichten aus 1001 Nacht, türkischen Honig. Vor allem jetzt in der Vorweihnachtszeit, in der wir die Weihnachtmärkte besuchen, können wir uns gut das Gedränge auf einem orientalischen Basar vorstellen.
Jeder hetzt über den Markt, um die Einkäufe für das Familienfest noch zu erledigen. Auf dem Basar benutzt man fliegende Teppiche.

Jeder Spieler erhält seinen Satz Familienkärtchen, der die fünf Wünsche, die man Familienangehörigen erfüllen will, zeigt. Diese werden gemischt: Es werden zwei aufgedeckt, der Rest wird zum persönlichen Nachzugstapel. Diese Geschenke, die man besorgen soll, sind auf Geschenkkärtchen gedruckt. Diese Geschenke gibt es mehrfach im Spiel. Insgesamt gibt es 30 mit drei verschiedenen (braun, lila orange) Rückseitenfarben. Die Kärtchen werden nach den Rückseiten sortiert, und verdeckt in drei Stapel hingelegt.

Der Spielplan stellt den Basar von Akaba dar. Der Plan hat einige Aussparungen. In der Mitte einen Kreis, der den Brummen darstellen soll. Die Begrenzungen der Basarstände werden an drei Seiten durch Holzwände, die durch die Aussparungen fixiert sind, dargestellt.
Es gibt kleine und große Basarstände. In den kleinen Ständen findet man eine, in den großen Ständen zwei Aussparungen für Geschenkkärtchen. Die mit den braunen Rückseiten werden zu Spielbeginn verdeckt in den Aussparungen verteilt. Jeder Spieler bekommt einen Teppichflieger.

Der Startspieler nimmt seinen Teppichflieger und den Blasebalg. Sein linker Nachbar bekommt zwei Farbwürfel. Die Aufgabe besteht nun darin, in den verschiedenen Basarständen die gesuchten Gegenstände einzukaufen. Mit dem ersten Puster des Blasebalgs, der den Teppichflieger vom Startplatz wegbewegt,beginnt der Spieler mit den Würfeln immer wieder zu würfeln. Erzielt er einen Pasch, ruft er Koff. Damit ist der Spielzug beendet. Er ist auch beendet, wenn man einen Schlitten umwirft. Wirft man einen fremden Schlitten um, wird dieser von dem Besitzer auf einen beliebigen Punkt des Basars gestellt, wirf man den eigenen um setzt der Würfler ihn neu ein.
Solange dies nicht passiert oder der Teppich im Brunnen oder neben dem Spielplan landet, darf der Flieger weiter über den Plan gepustet werden, bis er vollständig in einem Basarstand gelandet ist.
Dann darf man die Ware, in einem großen Stand eine der beiden vorhandenen Waren, aufdecken. Wird sie von einer der beiden offenen Karten gezeigt geht die Familienkarte in die Kiste zurück. Man lädt das Geschenkkärtchen auf den Teppich, zieht ein neues Plättchen vom violetten Nachzugstapel und legt es verdeckt in die Aussparung. (Ist der violette Stapel zu Ende gegangen, nimmt man den orangenen.) Ist dies nicht der Fall, zeigt man das Plättchen allen Mitspielern, und legt es verdeckt zurück. Würfel und Blasebalg wandern weiter und der nächste Spieler ist dran.

Gewonnen hat wer als erster alle fünf Geschenke eingesammelt hat.

Das Spiel hat eingängige Regeln, die auch schon von den sechsjährigen Kindern problemlos erklärt wurden. Mit ein bisschen Übung schafft man es, den Teppich gezielt vorwärts zu bewegen. Dies wird jedoch immer schwieriger, je mehr Geschenke er geladen hat. Daher ist auch ein Aufholen möglich, denn ein voll beladener Teppich kippt schon einmal um. Außerdem braucht man zum Schluss nur noch einen Gegenstand, so dass man länger suchen muss. Braucht noch jemand anders den gleichen Gegenstand, dann wird er bevorzugt diesen Gegenstand wegschnappen.
Den Kindern machte das Spiel sehr viel Spaß. Sie genossen es, bei dem Spiel auch um den Tisch herumlaufen zu dürfen um eine bessere Pustesituation zu haben. Einigen der jüngeren Kinder fehlte aber die Ausdauer, da anfangs bei ungeschicktem Pusten, das Spiel schon mal 30 Minuten und mehr dauern kann. Da die Enttäuschung, wenn der Nachfolger immer so schnell einen Pasch würfelt, recht groß war, wurde im Kindergarten gelegentlich ohne Würfel gespielt. Man durfte bis zum nächsten Basarstand oder bis zum Umkippen des Schlittens spielen. Dadurch wurde das hektische Pusten reduziert, und die Kinder kamen schnell zu ihren ersten Erfolgserlebnissen. Der Memory-Anteil ist gerade im Spiel mit Kindern nicht zu verachten. Muss man sich nicht nur merken, wo was liegt, sondern zusätzlich wo etwas abgeholt und durch ein neues Plättchen ersetzt wurde.

Auch im Erwachsenenkreis hatten wir Spaß mit dem Spiel. Hier wurde deutlich taktischer gespielt, der gegnerische Schlitten wurde beiseite gepustet und das schlechte Gedächtnis der älteren kam voll zum tragen. Es wird im Erwachsenenkreis kein Dauerbrenner werden, aber gegen ein gelegentliches Mitspielen hat kaum jemand etwas.

Da das ungewohnte Material einen hohen Aufforderungscharakter besitzt, bleibt es selten bei einem Spiel. Beim Einsatz mit Kindern muss man bedenken, dass es recht viele Kleinteile enthält, also besser nur unter Aufsicht benutzt wird. Alles in allem ist das Spiel eine Empfehlung wert, ich mag es. (bd)

Steckbrief
Akaba

Autor Verlag Spieler Alter Spieldauer Grafik
Guido Hoffmann Haba 2 - 4 ab 5 Jahre ca. 20 min. Guido Hoffmann