Liebe Gespenster sind für Kinder etwas faszinierendes. Schon Otfried Preußler zeigte mit seinem "Das kleine Gespenst", dass Geister etwas schönes sein können, und seit Oskar fürchtet sich kaum jemand vor Gespenstern.
Bevor man spielen kann, muss erst einmal das Schloss zusammengebaut
werden. Zuerst werden vier Füße unter die Schachtel geschraubt,
dann werde vier Wände ineinander gesteckt und in die Schachtel gestellt.
Dieses zusammen bildet nun das Schloss Schlotterstein aus neun Räumen.
und der Spaß kann beginnen. An den Schachtel-Innenwänden und auf
den einsetzbaren Wänden befinden sich die detailreiche Zeichnungen vieler
Wesen. Diese findet man in ähnlicher Form auf quadratischen Gemälden
wieder, wobei nur der das Wesen Person von Bedeutung ist. So ist ein König
als Portrait zu sehen, im Schloss liegt er im Bett. Der Hintergrund, auf
dem die Gemälde hängen, gibt einen Hinweis, wo die abgebildete
Person zu finden ist. Zeigt er Mauerwerk, ist das Gegenstück an der
Schachtel-Innenwand, zeigt er Tapete, befindet er sich auf einer der variablen
Wände.
Dies alles macht noch kein Spiel aus. Die wichtigsten Utensilien fehlen noch bei dieser Beschreibung: es gibt ein kleines Gespenst und einen Gespensterstab. Das Gespenst wird in das Schloss gestellt, und bevor man mit dem Regelspiel beginnt, sollte man erst einmal üben, das Gespenst mit Hilfe des Gespensterstabes zu bewegen. Dieser enthält an einem Ende einen Magneten. Führt man diesen zwischen Tisch und Schachtelboden unter das Gespenst, kann man durch bewegen des Stabes das Gespenst, das eine Metallplatte im Fuß hat bewegen. Dies ist der Hauptmechanismus des Spieles.
Das grundlegende Spiel benötigt noch die Eieruhr. Die
Gemäldekarten werden gemischt, und die oberste aufgedeckt. Alle Mitspieler
suchen die abgebildete Person. Wurde sie gefunden, wir die beiliegende Eieruhr
umgedreht, und das Gespenst muss zur Person hingeführt werden, um diese
mit einem Buh zu erschrecken. Der Spieler bekommt das Gemälde -
während die Uhr weiterläuft - wird das nächste Gemälde
aufgedeckt, gesucht und wieder angesteuert. Ist die Uhr abgelaufen, ist der
nächstes Spieler dran. Das Spiel ist beendet, wenn alle Gemälde
verteilt wurden.
Dies ist nur die Basisregel, es werden schon hierzu viele Varianten angeboten. So kann man das Spiel erleichtern, indem man nur Gemälde mit einem Hintergrund (Gemäuer oder Tapete) benutzt oder erschweren, indem man Hindernisse wie Geisterkugeln (größere Metallkugeln) eine Schatztruhe (Holzklotz) oder Goldstücke im Schloss verteilt.
Des
weiteren gibt es eine kooperative Aufgabenstellung und eine Regel für
geübte Kinder, bei der mehrere Gemälde gleichzeitig aufgedeckt
werden, und man alle Abgebildeten erschrecken soll.
Dieses Basisspiel wurde im Kindergarten getestet. Die Spielaufmachung wirkt
sehr motivierend, und die Kinder wollten gerne mitspielen.
Neben dem erklärten Basisspiel gibt es die Gruselolympiade. Dies ist
eine Spiele-Sammlung mit vielen anderen Spielvarianten, bei denen man
zusätzlich noch eine Stoppuhr/Uhr mit Sekundenzeigern, Stift und Papier
braucht. Hier gibt es jetzt verschieden Aufgabenstellungen, bei denen die
Hindernisse aus dem Basisspiel Verwendung finden. So muss man die
Gespensterkugeln einsammeln, oder Personen in einer vorgegebenen Reihenfolge
erschrecken.
Dies Regeln wurden im Kindergarten nicht gespielt, da sie die Kinder der
Testgruppe überforderten Diese ließen sich oft schon durch die
Eieruhr in Panik versetzen, sie versuchten hektisch, das Gespenst zu bewegen,
und dadurch klappte dann fast nichts mehr.
Im Gegensatz dazu hatten etwas spielerfahrene Kinder keine Probleme. Sie spielten souverän, und permanent hört man ein begeistertes Buh-Rufen. Wurden jüngere, aber spielerfahrene Kinde angeleitet, so waren sie nach kurzer Zeit in der Lage, selbstständig zu spielen, und hatten sehr viel Vergnügen dabei. Auch Erwachsene haben mit der Spuk-Olympiade ihren Spaß, auch wenn es für sie kein abendfüllendes Spiel ist.
Mir
persönlich gefallt es sehr gut, mein vierjähriger Sohen spielt
begeistert mit und auch auf dem Treffen in Oberhof löste es bei vielen
Kinder Begeisterung aus. Daher überrascht mich das nicht so positive
Urteil der Erzieherin.
Man sollte es auf jeden Fall anschauen, und wenn möglich ausprobieren. Schließlich hat man hier nicht nur ein Spiel, sondern eine ganze Spielesammlung. Regelspielerfahrene Kinder kommen zu ihrem Spaß, und wenn man als Betreuer etwas Zeit investiert, finden auch unerfahrene Kinder zum Spiel.
Einen Punkt sollte man nicht vergessen. Ist das Schloss aufgebaut, kann man den Deckel nicht auf die Schachtel setzen, zerlegt man die Innenmauern, so geht zwar der Deckel wieder zu, aber die Füße stören in jedem Spielschrank. Diese bleiben aber besser immer angeschraubt, damit das Gewinde nicht ausleiert. (bd)
Steckbrief |
Autoren | Verlag | Spieler | Alter | Spieldauer | Illustration |
|
Kai Haferkamp, Markus Nikisch |
Haba | 1 - 6 | ab 5 Jahre |
5 - 20 Minuten je nach Variante |
Sabine Kraushaar |