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Zum Spiel des Jahres 2006 kam nach Glanz und Gloria jetzt eine zweite Erweiterung mit dem Titel Thurn und Taxis - Alle Wege führen nach Rom heraus.
Diese Erweiterung besteht aus zwei Moduln.

Wege nach Rom Im ersten Modul - Die Audienz - gibt es einen Spielplan, auf dem fünf Kutschen nach Rom fahren. Jeder der Spieler besitzt fünf Geistliche mit den Werten 1 bis 5, die er verdeckt auf die verschiedenen Kutschen verteilt. Das Basisspiel läuft unverändert ab.
Die Kutschen fahren immer dann in Richtung Rom, wenn für eine Stadtkarte ihrer zugehörigen Farbe bei einer Wertung kein Haus gesetzt wird. Ist die entsprechende Kutsche schon in Rom, oder handelt es sich um Lodz, darf man eine beliebige Kutsche vorsetzen. Das Wegenetz erlaubt Wege mit vielen oder weniger Stationen zu wählen. Kommt eine Kutsche an, werden die Geistlichen aufgedeckt, und auf das ihnen zugeordnete Audienzfeld gelegt. Sind zwei gleiche Geistliche der Kutsche, gehen sie gemeinsam dorthin. Kommt eine weitere Kutsche an, werden die Neuankömmlinge genauso verteilt, ist ein Audienzplatz schon belegt, muss er für den oder die Neuankömmlinge geräumt werden.
Bei Spielende bekommt man die Werte der Geistlichen, die gerade zur Audienz in Rom weilen, zu den Punkten hinzugerechnet.

Das zweite Modul - In Amt und Würden - enthält Amtsplättchen für die Amtspersonen. Nimmt man die Hilfe einer der Amtspersonen in Anspruch, erhält man das zugehörige Plättchen. Erhält man das letzte Plättchen einer Sorte, muss sofort jeder mindestens ein Plättchen abgeben. Hier wird nun belohnt, wenn man keine Lieblingsamtsperson hat, denn

Zum Spielende darf man noch einmal Plättchen abgeben, um einen Siegpunkt zu bekommen oder ein Haus zu setzen.

Die Audienz konnte mich nicht recht überzeugen. Allein schon die Gedächtnisforderung wer in welcher Kutsche ist, finde ich in einem Spiel mit diesem Taktikanteil nicht gerade passend. Auch habe ich Spiele erlebt, in denen nur eine Kutsche gerade eben das Ziel erreicht. Große Beeinflussungen habe ich nicht beobachtet. Irgendwie liefen die Kutschen nebenher.
Ganz anders ist das zweite Modul. Hier ist man gefordert, einmal eingefahrene Wege zu verlassen. Im Basisspiel nimmt man oft ungern den Amtmann, um dem Nachfolger nicht eine gute Vorlage zu machen. Jetzt ist er notwendig, um einen Vierer zu landen.
Gerade vorm Spielende kann dies spielentscheidend sein. Setzt man auf diese Weise sein letztes Häuschen, beendet man so das Spiel, die Runde wird üblich zu Ende gespielt.
Der richtige Einsatz der Amtspersonen erfordert Überblick über die Spielsituation, bring aber nach vielen Basisspielen eine prima Abwechslung. Da die Amtsplättchen in unterschiedlicher Anzahl vorhanden sind, muss man auch immer im Auge behalten, wann voraussichtlich die nächste Plättchenabgabe stattfindet. Mir hat diese Erweiterung sehr viel Spaß gemacht, und ich bin sicher, dass ich sie auch in Zukunft oft zum Grundspiel hinzunehmen werde. (bd)

Steckbrief
Thurn und Taxis - Alle Wege führen nach Rom

Autor Verlag Spieler Alter Spieldauer Illustration
Karen Seyfarth
Andreas Seyfarth
Hans im Glück 2 - 4 ab 10 Jahre ca. 60 Minuten Micahael Menzel