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Im Jahr des Drachen lässt die Spieler als chinesische Provinzfürsten agieren. Sie starten mit einer kleinen Provinz, besitzen zwei Paläste, etwas Geld und zwei Angestellte. Ihre Aufgabe ist es, das folgende Jahr des Drachen möglichst gut zu überstehen. Während die ersten beiden Monate ruhig verlaufen, kommen im Rest des Jahres vier negative Ereignisse und ein Palastfest je doppelt auf die Fürsten zu. Die Reihenfolge der Ereignisse wird in jedem Spiel zu Beginn neu bestimmt.

Jeder der Monate hat den gleichen Ablauf. Man führt eine Aktion durch, stellt eine Person an, wertet das Ereignis aus und vergibt Punkte in einer Zwischenwertung.
Die Aktionen, sieben an der Zahl, werden in so viele (möglichst gleichgroße) Gruppen verteilt, wie Spieler teilnehmen.
Einige der Aktionen bringen Gegenstände zum Beispiel:
bei der Ernte, erhält man einen Reissack, und weitere für angestellte Reisbauern.
bei der Steuer erhält man zwei Yuan plus drei für jeden Steuereintreiber den, man angestellt hat.
Man kann direkt Siegpunkte bekommen oder Siegel für Yuan kaufen, die in allen Zwischenwertungen Punkte bringen. Auch seine Paläste sollte man ausbauen oder neue errichten.
Man kann aber auch auf eine Aktion verzichten, und sein Geld auf 3 Yuan aufstocken.

ReisbauerIn einer Reihenfolge, die durch die bisher angestellten Personen vorgegeben wird und die auf einer Personenleiste festgehalten wird, wählen die Spieler nacheinander ihre Aktion aus.
Möchte man eine Aktion aus einer Gruppe, die schon benutzt wurde, durchführen, muss man 3 Yuan zahlen. Haben alle ihre Aktion durchgeführt, stellt jeder eine neue Person an. Hierzu hat er 11 Personenkarten. Diese zeigen jeden Personentyp einmal, und es gibt zwei Joker, d. h., man legt eine Karte ab und stellt die entsprechend Person an. Jeder Person ist eine Zahl zugeordnet. In einigen Personengruppen gibt es erfahrene und weniger erfahrene Mitglieder. Je erfolgreicher die Person, desto niedriger die Zahl.
Man wählt eine Person der gewünschten Gruppe aus, legt sie in ein freies Stockwerk eines Palastes (aus dem sie nicht umzieht), und rückt seinen Stein auf der Personenleiste entsprechend vor. Hat man keinen Platz mehr in seinen Palästen, kann man auswählen, ob man eine alte Person ablegt, oder das neue Plättchen direkt aus dem Spiel nimmt. Geschieht zweites, bekommt man keine Personenpunkte.
Haben alle ihre neuen Angestellten ausgewählt, tritt das Ereignis ein. Jeder Spieler gibt die geforderten Dinge ab, oder entlässt entsprechend viele Angestellte. Dann wird noch überprüft, ob in jedem Palast ein Angestellter wohnt. Steht ein Palast leer, verrottet eines der maximal drei Stockwerke und wird entfernt.
In der Zwischenwertung gibt es Punkte für die Anzahl der Paläste, Siegel und angestellte Hofdamen.
Dann beginnt die nächste Runde.
In einer Schlusswertung, bringt jede Person, Restgeld (überzählige Güter können jetzt verkauft werden) und angestellte Mönche zusätzliche Punkte.

FeuerwerkerDas Spiel reiht sich in die Reihe der Mangelspiele bei alea ein. Notre Dame gehörte auch zu diesem Genre. Meine Kurzcharakterisierung bei Notre Dame lautete oft:" man hat von allem zu wenig, außer von Ratten". Wie in Notre Dame greifen auch hier die einzelnen Spielelemente reibungslos ineinander, alles passt zusammen.

In der Spielanleitung wird für die Spielidee die Formulierung "die zumeist negativen Ereignisse bestmöglicht zu überstehen versuchen" benutzt. Sie charakterisiert das Spiel sehr gut. Man kämpft gegen die Gewalten an, kann versuchen ihnen zu trotzen, aber ist man einmal hingefallen, so ist ein aufstehen fast unmöglich.

Liegt man auf der Personenleiste zurück, ist das Spiel oft schon gelaufen. Wer vorne ist, kann seine Aktionen kostenlos wählen, der hintere muss das nehmen, was übrig bleibt. Er kann zwar zahlen, um eine dringend notwendige Aktion durchzuführen, aber das bringt ihn auch nicht wieder auch vorn.
In unseren Spielen tat sich meist eine Schere auf. Die Führenden liefen immer weiter weg, die hinten liegenden hatten keine Chance aufzuholen.
MönchDas Wichtigste ist in meinen Augen bei diesem Spiel, die Reihenfolge der Ereignisse richtig zu lesen, denn schon die etwas ungeschickte Wahl der Startpersonen kann die Niederlage besiegeln.
Ist man auf der Personenleiste zurück, kann man mit Aktionen seinen Fehler nicht wieder ausbügeln, denn durch die mehrfache Nutzungsmöglichkeit ist das Geld sehr knapp.
Stellt man dann eine Person an, nur um auf der leiste einen Sprung nach vorn zu machen, fehlt einem diese Aktion im Kampf gegen die Ereignisse.
Hier rede ich immer von der Personenleiste, nicht von den Siegpunkten. In unseren Spielen war es immer so, dass diejenigen, die die meisten Siegpunkte hatten, auch vorn auf der Personenleiste zu finden waren.

Das Spiel ist wirklich gut konstruiert, aber es fehlt mir dabei ein positives Spielgefühl (für den /die Nichtführende/n). Man strampelt sich ab, sieht aber schon oft nach wenigen Runden, dass man keine Chance mehr auf den Sieg hat. Bei kurzen Spielen lasse ich mir das gefallen, aber über eine Stunde als Dummy dabei zu sein, ist etwas, was für mich ein Spiel abwertet. (bd)

Steckbrief
Im Jahr des Drachen

Autoren Verlag Spieler Alter Spieldauer Illustration
Stefan Feld alea 2 - 5 ab 12 Jahre 75 - 100 Minuten Michael Menzel/
Harald Lieske