Cant stop

Ich habe lange überlegt, ob ich Can't Stop wirklich besprechen will, handelt es sich doch aus meiner Sicht um einen modernen Klassiker, wie das so gern genannt wird.

Auf einem achteckigen Spielplan befinden sich elf Laufstrecken, die mit Zahlen gekennzeichnet sind. Die der 2 hat die Länge drei, dann werden die Strecken länger bis zur 7 mit dreizehn Feldern, danach werden sie wieder kürzer bis zur 12, die wieder drei Felder besitzt.
Dem Ziel nahe Man würfelt mit vier Würfeln, addiert je zwei, und setzt zwei Laufsteine auf die zu den Summen gehörenden Spalten. Sind die Summen gleich, setzt man den einen Stein zwei Felder vor. Nun muss man sich entscheiden, ob man weitermacht oder stoppt. Da man nur drei Laufsteine zur Verfügung hat, muss man dann abschätzen, ob man einen weiteren Wurf riskiert. Kann man keinen Laufstein bewegen, ist alles, was man in dieser Runde erspielt, hat verloren. Würfelt man weiter, muss man wieder Paare bilden und mindestens einen Laufstein einsetzen bzw. bewegen. Entscheidet man sich, den Spielzug zu beenden, so ersetzt man seine Laufsteine durch Markierungssteine der eigenen Farbe In weiteren Runden startet man dann mit den Laufsteinen unten, wenn man die Strecke noch nicht begonnen hat, oder ein Feld vor dem Markierungsstein. Hat man eine Strecke vollständig erspielt und danach rechtzeitig aufgehört, markiert man sie auf der Ziffer. Die Markierungssteine der Mitspieler in dieser Spalte werden entfernt, diese Spalte darf nun nicht mehr gewählt werden. Wer als erster drei Strecken erwürfelt hat, gewinnt.

Das Original erschien schon 1980 bei Parker. Franjos brachte das Spiel dann 1991 mit Bergsteigerthematik heraus, die Laufstrecken waren Kletterseile die zum Gipfel führten.
Jetzt hat das Spiel bei Ravensburger seine alte Optik, die man schon von der Parkerausgabe kannte, zurückerhalten: Ein Plastikspielbrett mit Vertiefungen, in die die pyramidenförmigen, stapelbaren Spielsteine gesetzt werden. Während ich im ersten Moment dachte "oh je, wie hässlich im Vergleich zur franjos-Ausgabe", haben mich die vielen Spiele, die ich jetzt auf dem Brett gespielt habe, überzeugt.
Die Spielsteine sitzen stabil in den Vertiefungen, so dass man das Spielbrett ohne Probleme drehen kann, wenn man an der Reihe ist. Dies lies meine Kinder direkt beim ersten Spiel auf dem neuen Brett sagen: "Das kann man ja ins Auto mitnehmen, um es während der Fahrt zu spielen."

Das Spiel ist schnell erklärt, und Gelegenheitsspieler haben keine Probleme es zu verstehen. Auch jemandem, der keine Ahnung von Wahrscheinlichkeiten hat, ist schnell klar, warum man für die 2er-Reihe nur drei, für die 7er-Reihe aber dreizehn Mal die Zahl erwürfelt haben muss.
Zum Aufwärmen oder als Absacker wird es bei uns immer wieder gern gespielt. Kann man sich nicht schnell einigen, was als nächstes kommt, ist Can't Stop dann oft ein guter Kompromiss.
Oft schrieb ich schon bei Rezensionen, dass es sich um eine Can't-Stop-Variante handelt, jetzt kann ich endlich den Link darauf setzen.
Bis auf wenige Ausnahmen mag ich abstrakte Spiele nicht so gern, hier liegt eine der Ausnahmen vor. (bd)

Steckbrief
Can't Stop!

Autor Verlag Spieler Alter Spieldauer Illustration
Sid Sackson Ravensburger 2 - 4 ab 9 Jahre 30 Minuten Walter Pepperle