Cincinnati ist eine Stadt in den USA, recht weit im Norden im Bundesstaat Ohio. Das tut nichts zum Spiel, sondern klingt und ist amerikanisch. Das soll es auch, weil es an Las Vegas erinnert. Den Titel gab es aber schon für ein Spiel, also musste ein anderer her und das war eben Cincinnati.

Spieltische und WürfelbecherWenn ich Las Vegas erwähne, so deutet es auf Glücksspiel hin und genau darum geht es. Jeder Spieler bekommt einen Würfelbecher und fünf Würfel, einen Bierdeckel mit einem Cincinnati-Motiv als Würfelunterlage sowie drei Jetons, zu denen später mehr.
Für alle gemeinsam liegen in der Mitte die drei Würfeltische: Atlantic, Ballroom und Caesar's. Spätestens mit dem Namen des dritten Spieltisches wird die Verbindung zu Las Vegas deutlich. Jeder Spieltisch erfordert ein anderes Würfelergebnis: Bei Atlantic möglichst viele gleiche Würfel und die mit möglichst vielen Augen, im Ballroom sind Straßen gesucht, auch hier möglichst hohe während am Caesar's möglichst niedrige Ergebnisse erfolgreich sind, am besten mit vielen Einsen. Jeder Tisch hat dazu eine Mindestbedingung, ohne die man nicht gewinnen kann.

Los geht es mit Auslage des Gewinns, den es in Form von Karten gibt: Meistens ist dies ein Geldbetrag zwischen 15.000 und 30.000. Es können aber auch zwei Jetons sein oder aber die Berechtigung für ein Duell. Nachdem alle Spieler so Kenntnis über die Gewinne an den Spieltischen haben, würfeln die Spieler mit all ihren Würfeln. Mit verdecktem Wurf wählt nun jeder den Spieltisch, an dem er diese Runde spielen möchte. Jetzt werden die Ergebnisse des ersten Wurfs Preis gegeben und jeder Spieler hat bis zu zwei Versuche, sein Würfelergebnis zu verbessern. Wie bei Kniffel kann man Würfel rauslegen und auch wieder aufnehmen, entscheidend ist, welches Ergebnis nach drei Würfen erreicht worden ist. Der beste Spieler an jedem Tisch erhält, vorausgesetzt er hat das Minimum des Spieltisches erreicht, den Gewinn. Doch halt, es gab ja noch die Jetons. Für einen Jeton darf ein Spieler noch einen weiteren Wurf ausführen. Damit kann ein Ergebnis noch einmal kippen. Wer viele Jetons besitzt, kann dies auch mehrfach probieren, doch Jetons haben einen Wert von 5.000, so dass sich das Risiko nicht immer lohnt.

Gab es Duellkarten als Gewinn, sucht sich der Gewinner ein Opfer, denn dieser muss seine höchste Geldkarte als Einsatz bereitstellen. Der Herausforderer kann also nur gewinnen, der Geforderte aber nur verlieren. Beim Duell sind sämtliche Kombinationen (Gleiche, Straßen, Full House, Doppelpaar und Paar) wie beim Pokern in eine Reihenfolge gebracht. Wieder gilt es mit drei Würfen ein gutes Ergebnis zu erzielen und wieder darf man mit Jetons versuchen, das Ergebnis in weiteren Würfen zu verbessern.
So werden zwölf Runden gespielt. Wer dann das meiste Geld (Karten und Jetons) aufweist, ist Sieger.

Mindestanforderung

Das ganze hört sich einfach an. Das Grundprinzip ist auch einfach: Besser würfeln als die anderen am Tisch und möglichst viel Geld machen. Soweit sind wir bei der Casino-Atmosphäre aus Las Vegas. Diese wird durch das edle Material unterstützt: Die Spieltische sind aus bedrucktem Filz, die Würfelbecher aus Leder und die Würfel sind die roten mit den weißen Augen, wie sie in amerikanischen Casinos verwendet werden. Die Bierdeckel sind zwar nicht casino-like, aber sehr gut zur Geräuschdämmung. So etwas fehlte z. B. bei Bluff, bei dem wir immer eine Decke auf den Tisch gelegt haben.
Durch die Duelle bleibt es trotz der gewollten Glückslastigkeit spannend, weil der Führende oft das Ziel ist und Geld schnell den Besitzer wechselt. Soweit bietet Cincinnati viel Spielspaß.
Leider gibt es auch eine dunkle Seite. Die Tie-Breaker muss man lernen, die Reihenfolge der Pokerbilder bei den Duellen auch. Das geht noch. Dazu kommen aber noch Regeln, die entscheiden, wer auf Wunsch zuerst seine Entscheidung treffen muss. Das ist schon hinderlich. Und weil an drei Tischen gleichzeitig gespielt wird, herrscht bei den Würfen so manches Mal ein großes Durcheinander. Dann würfelt ein Tisch bereits zum dritten Mal, während der andere gerade mit dem zweiten beginnt. Oder aber es wird Disziplin von den Spielern gefordert. Das eine lähmt den Spielfluss, das andere den Spielspaß. Casino ist eben doch mehr ein "Ich gegen die Bank", auch wenn es wie hier gegeneinander geht. Was bleibt ist ein Spiel, das weder Fisch noch Fleisch ist. (wd)

P. S.: Noch kurz ein Wort zum Titelbild und dem Materialaufdruck. Es ist für mich das ehrlichste Cover, was ich kenne, denn es ist genau das drin, was darauf steht und was darauf abgebildet ist.

Steckbrief
Cincinnati

Autor Verlag Spieler Alter Spieldauer Illustration
Reinhard Staupe Amigo 3 - 6 ab 10 Jahre 45 Minuten Claus Stephan
Giulia Riccio