Dieses Spiel wird wohl weniger in die Geschichte der Gesellschaftsspiele eingehen, denn in die Geschichte der Philosophie. Es beantwortet eindeutig die Frage, was zuerst da war, die Henne oder das Ei: Es war die Henne.

blaue Henne Zu Beginn nimmt sich jeder Spieler eine der sieben auf Pappkarton gedruckten Hennen, die an Farben und Karikatur zu unterschieden sind. Ein Spieler bekommt zusätzlich den Hahn, den er neben seine Henne legt. Außerdem bekommt jeder Spieler eine Drehscheibe, auf der die sieben Hennen und der Hahn abgebildet sind. In jeder Runde stellen die Spieler ein, welche Henne oder ob der Hahn gefüttert werden soll. Wer sich entschieden hat, legt seine Scheibe verdeckt ab. Sobald alle Spieler ihre Entscheidung getroffen haben, werden allen Scheiben aufgedeckt und ermittelt, wie viele Eier jede Henne legt:

Hahn Jeder Spieler nimmt sich entsprechend viele Holzeier. Sie sind wie das Ei des Kolumbus geformt und so kann man sie auf das Bildnis seiner Henne stellen. Dann wird noch der Hahn ausgewertet. Pro Fütterung bewegt er sich eine Henne im Uhrzeigersinn weiter. Die Henne, bei der er stehen bleibt, ist so glücklich, dass sie gleich (noch) ein Ei legt. Das Spiel endet in der Runde, in der mindestens eine der Henne 12 oder mehr Eier gelegt hat. Gewonnen hat dann die Henne mit den meisten Eiern (das können theoretisch bis zu 15 sein). Bei Gleichstand gewinnt die Henne, bei der der Hahn steht bzw. die im Uhrzeigersinn dem Hahn am nächsten ist.

Das Spiel ist schnell gespielt und lebt von der Einschätzung der Mitspieler: Stell ich meine eigene Henne ein und hoffe auf mehr als ein Ei oder verweigere ich meiner Henne das Futter, weil ich ohne Futter wenigstens ein Ei bekomme. Da das Spiel flott abläuft und oft in großer Runde gespielt wird, ist aber eine solche Einschätzung nur schwer möglich, so dass das Ergebnis vielfach auch zufällig entsteht. Bei uns wurden oftmals die Hennen, die weit zurücklagen, nicht mehr von anderen Spielern eingestellt. Somit ist es schwer, einen Rückstand wieder aufzuholen. Bei der kurzen Spieldauer ist dies zwar nicht tragisch, aber wird von den Spielern als störend empfunden, weil man hilflos mit anschauen muss, wie andere dem Ziel schneller näher kommen.
Abacus hatte im letzten Jahr mit Kai Piranha und Mausen zwei sehr unterhaltsame, schnelle Spiele von hoher Qualität. An diesen Standard kommt Pick-A-Dilly mit seinem Mittelmaß nicht heran. Schade! (wd)

Steckbrief
Pick-A-Dilly

Autor Verlag Spieler Alter Spieldauer Illustration
Hartmut Kommerell Abacus 3 - 7 ab 10 Jahre 15 Minuten Christof Tisch