Die Schatzinsel geschrieben von Robert Louis Stevenson ist einer der klassischen Abenteuerromane, sein Inhalt die Suche nach einem vergrabenen Piratenschatz. Dieser Stoff ist ein beliebtes Thema von Legenden. Der Roman wurde mehrfach verfilmt und die Grundidee findet sich in einigen Kinder- und Erwachsenenspielen wieder.

Im vorliegenden Piatnik-Spiel handelt es sich um ein flottes Zockerspiel mit Karten. Sechs Inseln werden in zufälliger Reihenfolge zu einem Kreis ausgelegt. Eine der Insel zeigt ein Schiff, eine andere ein Grab. Die große Holzfigur Käpt'n Flint kommt auf die Insel mit dem Grab, die von Ben Gun auf die mit dem Schiff. Nun werden Schatzkisten mit Werten zwischen 1 und 7 verteilt. Je nach Mitspielerzahl können bis zu vier Kisten auf einer Insel liegen. Jeder Spieler bekommt einen Satz von acht Karten mit den Werten 1 bis 7 und eine Kanone.
Reihum legen die Spieler eine Karte verdeckt an eine der sechs Inseln. Liegt dort bereits eine verdeckte Karte, wird sie nun aufgedeckt; nur die zuletzt gelegte Karte bleibt verdeckt. Wurde eine Kanone aufgedeckt, werden die Kanone und die neue gelegte Karte aus dem Spiel genommen.
Steht auf der Insel eine der Holzfiguren, wird sie im (Ben Gun) oder gegen (Käpt'n Flint) den Uhrzeigersinn eine Insel weiterbewegt. Das Spiel ist beendet, wenn eine der Figuren ihren Ausgangspunkt erreicht oder alle Karten gespielt wurden. Jetzt zählt die Ben Gun Figur als Schatzkiste mit Wert 10. Die Schatzkisten, die auf der Insel auf der Käpt'n Flint steht, liegen, werden aus dem Spiel genommen Dann werden die Inseln abgerechnet. Derjenige, der die meisten Punkte an einer Insel hat, nimmt sich die größte Schatzkiste, dann der nächste usw. Bleiben Kisten übrig, bekommt sie der erste Spieler. Wer zum Schluss die meisten Schatzpunke hat gewinnt. Im Spiel selbst hat sich die Kanone nicht als Vorteil gezeigt, denn man selbst und ein anderer Spieler haben eine Punktekarte weniger ausliegen als der Rest. Diese eine Karte kann schon entscheidend sein. Doch wenn man nicht so ernst spielt und anderen die anderen ärgern will, ist sie ein thematisch stimmiges Element.

Das Spiel ist schnell aufgebaut und gespielt. Die angegebenen 30 Minuten Spieldauer haben wir nie erreicht, diese reichten sogar für zwei oder sogar drei Spiele, wenn Ben Gun oder Flint einen Sprint hinlegten. Der Schatz des Käpt'n Flint stellt keine hohen Ansprüche, doch ein bisschen Gedächtnis sollte man schon besitzen. Die Karten haben die gleiche Rückseite und das Gelächter der Mitspieler ist groß, wenn man verdutzt guckt weil man an die eigene Karte angelegt hat.
Das Spiel ist kein Überflieger, aber ein Nice-to-have. Das Material ist sehr schön gearbeitet, der Karton von Inseln und Schatzkisten passend dick. Doch an einem Punkt hat man aus meiner Sicht leider gespart. Für die Figuren liegt nur je ein Aufkleber bei. So schaut man jetzt immer auf eine unbeklebte Rückseite, wenn man die großen Figuren hinstellt. Wir legen daher die Figuren auf die Inseln, aber mit beidseitigem Aufkleber, evtl. sogar Vorder- und Rückseite unterschiedlich, wäre da Spiel optisch absolute Spitze. (bd)

Steckbrief
Der Schatz der Käpt'n Flint

Autor Verlag Spieler Alter Spieldauer Illustrationen
Reiner Knizia Piatnik 3 - 5 ab 8 Jahre ca. 30 Minuten keine Angabe