Heute wird zu vielen Spielen eine Geschichte erzählt; so auch bei Diamant. Diese ist recht kurz und stimmig. Als Höhlenforscher haben wir unser Camp aufgeschlagen und werden an fünf aufeinander folgenden Tagen jeweils eine Höhle erforschen. Dort finden wir Diamanten und zwar je mehr, desto besser. In den Höhlen lauern aber auch Gefahren und diese können uns so in Panik versetzen, dass wir die Höhle fluchtartig und vor allem ohne Diamanten verlassen. Wer nach den fünf Tagen die meisten Diamanten besitzt, ist der Sieger.

Die zweite Höhle Schauen wir uns nun das Spiel und vor allem so einen Arbeitstag in der Höhle genauer an. Jeder Spieler bekommt eine Abenteurerfigur und eine kleine Lore zur Aufbewahrung der Diamanten, die man aus den Höhlen herausholen wird. Die fünf Höhlen werden blockiert, was allein der Zählung der Tage dient. Der Weg in die Höhle wird mit Karten ausgelegt. Es gibt 15 Karten, die Diamantenfunde zeigen: Auf der niedrigsten Karte befind sich mal gerade ein Diamant, der größte Fund besteht aus 17 Diamanten. Weiterhin gibt es 15 Karten mit Gefahren. Jede der fünf Gefahren Explosion, Erdrutsch, Giftgas, Skorpion und Schlange gibt es drei Mal.
Als erstes wird nun eine Karte aufgedeckt. Zeigt sie Diamanten, so werden diese gleichmäßig an die Spieler, die noch in der Höhle verweilen, verteilt. Gibt es einen nicht aufteilbaren Rest, so wird dieser auf die Karte gelegt, d. h. diese Diamanten verbleiben auf dem Weg. Zeigt die Karte eine Gefahr, so passiert zunächst noch nichts: Sie wird einfach ausgelegt. Diamanten erhalten die Spieler dabei nicht. Nachdem eine Karte ausgelegt wurde, muss jeder Spieler entscheiden, ob er weiter in die Höhle eindringt oder aber ob er den Rückweg ins Camp antritt. Dazu bildet jeder Spieler eine Faust: Enthält sie die Abenteurerfigur, geht er zurück; ist sie leer, geht er weiter. Die Spieler, die sich auf den Rückweg begeben, teilen sich die Diamanten, die auf dem Weg liegen geblieben sind. Sollte es hierbei wiederum einen Rest geben, so bleibt dieser weiterhin auf dem Weg liegen. Wer die Höhle verlassen hat, hat seine Diamanten sicher und legt sie in seine Lore. Sollten alle Abenteurer die Höhle verlassen haben, so endet der Tag, die Karten werden neu gemischt und die nächste Höhle wird inspiziert. Geht aber mindestens ein Abenteurer weiter, so wird eine weitere Karte aufgedeckt. Diamanten werden erneut verteilt und Gefahren ausgelegt. Sollte dabei eine Gefahr zum zweiten Mal aufgedeckt werden, erfasst Panik die Abenteurer und sie verlassen die Höhle ohne Diamanten, d. h. der Tag endet, aber die Spieler, die zuletzt noch in der Höhle waren, dürfen die Diamanten nicht in die Lore legen, sondern müssen sie wieder abgeben. Bei einem solchen Ende wird eine Karte der Gefahr, die die Abenteurer vertrieb, aussortiert. Damit wird diese Gefahr in den nächsten Höhlen seltener anzutreffen sein. Nach fünf Tagen endet das Spiel. Wer nun die meisten Diamanten in seiner Lore hat, ist der Sieger.

Schritt 1 Schritt 2 Schritt 3 Schritt 4 Schritt 5

Diamant ist ein Zockerspiel, das den Adrenalinspiegel höher steigen lässt. In jedem Durchgang steigt die Spannung und während die Spieler, die die Höhle bereits verlassen haben, auf die nächste Gefahr hoffen, träumen die restlichen Abenteurer in der Höhle von großem Reichtum. Gegen Ende einer jeden Höhle wird des dann besonders spannend: Bei nur wenigen Abenteurern gibt es für jeden ein größeres Stück des Diamantenkuchens, aber die Gefahren kommen unaufhörlich und schon der nächste Schritt in das Innere der Höhle kann zu viel sein. Da immer, wenn eine doppelte Gefahr den Tag beendet, eine Karte mit der Gefahr entfernt wird, erscheinen spätere Tage risikoloser. Abenteurer, die bisher nicht sehr erfolgreich waren, haben dann aber entsprechenden Erfolgsdruck, werden so immer weiter in die Höhle getrieben und nur allzu oft bleiben sie dadurch erfolglos, bis auf den echten Indiana Jones unter den Spielern, der mit riesigen Reichtümern die Höhle verlässt.
Aber nicht nur der doppelte Spannungsbogen macht Diamant zu einem außergewöhnlichen Spiel. Das Spiel ist schnell erklärt und jeder, der den Zahlenraum bis ca. 50 - wegen der Endergebnisse - beherrscht, kann direkt mitspielen, egal ob Viel- oder Gelegenheitsspieler, ob Erwachsener oder Kind. Dazu trägt auch die Portion Glück bei. Dieses Glück ist für alle Spieler gleich, die Entscheidungen treffen die Spieler und oft genug ist es die falsche. Natürlich ist es ärgerlich, wenn die Ausbeute an Diamanten verloren geht, weil man wieder zu gierig war, natürlich ist es ärgerlich, wenn die hohen Diamantenkarten aufgedeckt werden, just nachdem man die Höhle verlassen hat, doch man wollte es so. Als Folge schreit Diamant direkt nach einer Revanche, denn das nächste Mal muss es besser laufen. Das tut es oft genug nicht, und vermutlich macht das Spiel das nur, um zu einer weiteren Partie aufzufordern. Das Suchtpotential ist nicht nur hoch, es ist gefährlich hoch. Das liegt auch daran, dass der Sieger gut gespielt hat, das Spiel aber jede Verantwortung für die Niederlage übernimmt. Es ist ein Spiel im Sinne von "spielerisch": einfach, spannend und das für Jedermann. Man muss sich einfach nur auf das Spiel einlassen, leicht bei einem solchen Topspiel. (wd)

P.S.: Hier kann man einen Excel-Diamant-Rechner herunterladen.

Steckbrief
Diamant

Autor Verlag Spieler Alter Spieldauer Gestaltung
Alan R. Moon
Bruno Faidutti
Schmidt 3 - 8 ab 8 Jahre ca. 20 Minuten Claus Stephan
Jörg Asselborn
Christof Tisch