Cluedo, ein Klassiker unter den Deduktionsspielen, hat sich einer Modernisierung unterzogen. Die Würfel sind passee, stattdessen kommt ein Mikroprozessor mit Sprachausgabe ins Spiel.

Doch jetzt zum Spiel selbst. Die Grundidee ist geblieben: Es gilt einen Mordfall zu lösen.
Man soll die Frage zu beantworten: Wer hat wo mit welchem Tatwerkzeug den Mord begangen? Zuerst wird das Spielfeld aufgebaut. Dieser zeigt das Schloss mit allen möglichen Tatorten. Dann wird der Mordfall aus 8 Verdächtigenkarten, 9 Tatortkarten und 6 Tatwaffenkarten bestimmt Von jeder Sorte wird eine Karte verdeckt gezogen, und in den "Streng-geheim-Umschlag" gelegt.
Die restlichen Indizienkarten werden zusammen gemischt. Zu jedem Tatverdächtigen gibt es eine Täterakte (Papiertasche). In jede Täterakte wird ungesehen eine der Indizienkarten gesteckt, die restlichen Karten werden gleichmäßig unter den Spielern verteilt.

Nun schaltet man das Gerät an, und das Spiel kann losgehen. Nacheinander melden sich alle Spieler beim Spielcomputer an und stellen ihre Figuren auf die Starfelder des Spielplans.
Danach ruft der Computer, als Butler James stilecht benannt, die Spieler in zufälliger Reihenfolge pro Runde nacheinander zum Zug.

Ein Spielzug besteht aus mehreren Handlungsmöglichkeiten. Als erstes muss man seinen Standort verändern und einen anderen möglichen Tatort aufsuchen. Dann teilt James mit, welchen der Verdächtigen man dort trifft. Ist jemand dort, darf man sich geheim die Indizienkarte aus der Täterakte des Verdächtigen anschauen. Danach hat man zwei Möglichkeiten. Man kann suchen, und dabei evtl. weitere Verdächtige entdecken. Die andere Handlungsmöglichkeit besteht darin einen Verdacht auszusprechen. Dazu nennt man eine Tatwaffe und einen Täter, der an dem Ort, an dem man sich aufhält, die Tat begangen haben könnte. Nun schaut jeder Spieler in seine Karten und übergibt, falls er mit seinen Karten einen Gegenbeweis antreten kann, eine Karte an den Fragenden (auch dann wenn er mehrere besitzt). Beendet man seinen Spielzug, wird von James (dem Computer) mitgeteilt, ob sich einer der hier Anwesenden Verdächtigen entfernt, und evtl. wohin er sich begibt.
Diese Hinweise sind wichtig, denn so kann man gezielt einen Tatverdächtigen aufsuchen. Diese bewegen sich pro Spielzug maximal um ein Feld, daher ist die Trefferquote recht hoch.
Auch ein Kommissar bewegt sich auf dem Spielfeld. Hat man aus allen Angaben, die man erhalten hat, abgeleitet, welche drei Karten in dem geheimen Tatumschlag liegen, muss man den Kommissar treffen um Anklage zu erheben. Man erklärt laut, wen man verdächtigt, wo er die Tat begangen hat und was das Tatwerkzeug war. Dann schaut man nach. Hat man richtig abgeleitet, ist man Sieger des Spiels, ansonsten spielen die anderen weiter und man antwortet nur noch. Das Material des Spieles hat sich zwar verändert, das Spiel als solches aber kaum. Während man sich im Original mühsam über den Flur würfeln musste, kann man nun zielgerichtet bestimmte Räume "anspringen". Das Verfolgen der Verdächtigen fordert Aufmerksamkeit bei jedem Zug. Auch die Suche nach dem Kommissar kann ein paar Runden kosten.

Jetzt ein paar Worte zur Technik. Die Kommunikation erfolgt auf zwei Wegen. Die Orte, an die die Spieler gehen, werden durch das Setzen der Spielfiguren auf Kontaktstellen an den Computer übermittelt. Alle anderen Mitteilungen über den Spielablauf, wie ich suche, meinen Spielzug beende, bitte Ausgabe wiederholen, ich will Anklage erheben, ja und nein werden durch Druck auf strauchförmige Knöpfe auf dem Spielfeld an den Computer weitergegeben. Dies Spielfeld macht es auch schwierig, um den Tisch herumzusitzen. Die Antworten werden daher auch oft von dem Spieler gegeben, der vor der Knopfleiste sitzt.
Der Computer verwaltet nur die Bewegungen der Spieler und Verdächtigen. Sämtliche Infos müssen in herkömmlicher Weise in Erfahrung gebracht und notiert werden. Die Spielfiguren sehen zwar unterschiedlich aus, werden aber vom Computer nicht unterschieden. Er prüft nur ab, ob der Aufgerufene einen Kontakt an einem anderen Ort als in der Vorrunde betätigt.
Die Sprachausgabe ist sehr klar. Die Auswahl der Sätze der einzelnen Verdächtigen ist sehr eingeschränkt. Zum Teil wird nur unterschieden, ob er/sie automatisch gesehen wurde, oder ob er/sie durch Suchen entdeckt wurde. Das Spiel selbst ist nicht sehr verändert, durch die neue Technik werden aber auch Seltenspieler angesprochen, die von der Technik fasziniert sind. Die Technik ist deutlich einfacher, die KI einfacher gestrickt, als beim Ravensburger Spiel King Arthur, Sie ist daher aber auch deutlich störungsresistenter, da z. b. die einzelnen Figuren nicht unterschieden werden.

Der Aufforderungscharakter durch das Material ist deutlich höher als beim Original Cluedo. So kann man nur hoffen, dass die Technik dazu beiträgt, die Hemmschwelle vieler Menschen zu einem neuen Bereich, dem Brettspiel, zu überwinden. (bd)

Steckbrief
Cluedo live

Autor Verlag Spieler Alter Spieldauer Gestaltung
keine Angabe Hasbro 2 - 4 ab 8 Jahre keine Angabe keine Angabe