Hornochsen kennen wir bereits aus "6 nimmt", einem modernen Kartenspiel-Klassiker. Diese Hornochsen sind zurück und sie haben wieder viele Minuspunkte im Gepäck. Dieses Mal haben sie dazu ein Spielbrett und Plättchen mitgebracht. Das Spielfeld zeigt 12 unterschiedlich lange Reihen, auf denen die Plättchen abgelegt werden.

Zu Beginn wird hier je ein Plättchen in die ersten vier Reihen gelegt, die somit aktiv sind. Die Plättchen zeigen eine Zahl von 1 bis 99, jede Zahl gibt es ein Mal. Die Spieler bekommen zu Beginn sechs dieser Plättchen, die sie hinter einem Sichtschirm verbergen. In jeder Runden entscheiden sich alle Spieler gleichzeitig, welches Plättchen sie spielen wollen. Die ausgewählten Plättchen werden in der Reihenfolge ihrer Zahlen angelegt, die niedrigste zuerst. Dabei gibt es zwei Anlegeregeln, die genau festlegen, wohin ein Plättchen gehört

volle ReiheFüllt ein Spieler eine Reihe komplett auf, so gibt das Minuspunkte, die zwischen 5 und 12 schwanken. Aber auch unterwegs gibt es unangenehme Felder in Form von Kuhfladen: Diese bringen 1 bis 5 Miese auf das Konto des Spielers. Immer, wenn eine Reihe mit Plättchen belegt ist, wird sie leer geräumt. Das letzte Plättchen wird in die nächste freie Reihe gelegt und aktiviert so eine andere Reihe. Der Spieler, der die Reihe gefüllt hat, darf sich ein oder zwei Plättchen daraus aussuchen. Diese ausgewählten Plättchen legt er hinter seinen Sichtschirm, die anderen werden zur Seite gelegt. Dieser Grundablauf wird durch einige weitere Spezialfelder verändert: So sind manchmal zwei Plättchen zu spielen, aus den Minuspunkten werden Pluspunkte oder aber die Plättchen sind offen zu spielen, beginnend mit dem Spieler, der die wenigsten Minuspunkte hat. Neue Plättchen bekommt der Spieler auf drei Arten. Die teuerste, nämlich das Auffüllen einer Reihe kennen wir schon. Außerdem kann ein Spieler bis zu drei Plättchen pro Runde kaufen. Für jedes gekaufte Plättchen bekommt der Spieler einen Minuspunkt. Der letzte und kostengünstigste Weg an neue Plättchen zu kommen besteht darin, alle Plättchen zu spielen. Dann bekommt man sechs neue Plättchen ohne dafür Minuspunkte zu kassieren. Das Spiel endet, sobald ein Spieler 60 Minuspunkte gesammelt hat oder keine Plättchen mehr verfügbar sind. Gibt es keine Plättchen mehr, wird noch solange weitergespielt, bis ein Spieler alle Plättchen gespielt hat (und auch keine durch eine volle Reihe wiederbekommt). Gewinner ist dann der Spieler mit den wenigsten Minuspunkten.

Tänzer auf dem Sichtschirm Tanz der Hornochsen ist ein Spiel, das sehr viel Unterhaltung bietet und in jeder Besetzung funktioniert. Mit wenigen Spielern sind die Züge berechenbar, daher wird das Spiel dann taktischer. Bei großen Runden kann man weniger ausrechnen, sondern muss abschätzen, wie die Mitspieler reagieren. Da dies natürlich nicht immer gelingt, gibt es manch böse Überraschung begleitet von schadenfreudigem Lachen. Das gute Spielgefühl wird vom Material und der Regel unterstützt. Das Material ist praktisch und übersichtlich, so wie man es für ein abstraktes Spiel benötigt. Die Regel klärt alle Sondersituation genau, z. B. was passiert, wenn ein Spieler nur noch ein Plättchen besitzt, aber zwei spielen muss.
Der Tanz der Hornochsen ist eine gelungene Weiterführung von 6 nimmt. Das glänzende Spielgefühl dieses Kartenklassikers bleibt erhalten. Mit den unterschiedlich langen Reihen und den Sonderfeldern wurde der Spielablauf abwechslungsreich gestaltet. Einzig auf Reisen lässt es sich nicht so gut mitnehmen wie sein Vorgänger. Kurz zusammengefasst lautet mein Urteil: wenig Innovation, viel Spielspaß … und auf letzteres kommt es mir an. (wd)

Steckbrief
Tanz der Hornochsen

Autor Verlag Spieler Alter Spieldauer Grafik
Wolfgang Kramer Amigo 2 - 8 ab 8 Jahre 45 Minuten Oliver Freudenreich