Als ich das Piratenschiff am Kosmos-Messestand entdeckte war ich hellauf begeistert. Liebevoll gestaltet sichern sich die Piraten mit Schwimmringen, Gummienten, Surfbrettern und u. ä. dagegen unterzugehen, denn jeder weiß, dass Seeleute nicht schwimmen können.
Vor dem Spiel muss man erst einmal das Piratenschiff zusammensetzen. Dies ist ein Segelschiff, an dem an jeder Seite sechs Planken über die Reling herausragen.. Nun werden an vier der Planken Schatzkisten gestellt. Dabei steht die zwei großen und zwei kleinen Schatzkisten mit zwei Planken in der Größe abwechselnd.
Für jeder Spieler kommen fünf unterschiedlich große Piraten einer Farbe in den Stoffbeutel. Diese werden nacheinander aus dem Beutel gezogen, und, beginnend mit einer beliebigen Planke, reihum auf den äußeren Rand der Planke gesetzt. Kommt ein Pirat auf eine schon besetzte Planke, wird er weiter zum Schiffsinneren hin aufgestellt. Jeder Mitspieler erhält eine Powerplanke, d.h. einen Pappsteifen mit den Zahlen von 1 bis 12 und eine Wäscheklammer, mit der er die 12 markiert. In Abhängigkeit von der gewünschten Spieldauer werden 6, 8, 10 oder 12 Schatzpaare in den jetzt leeren Beutel gesteckt. Hierbei handelt es sich um unterschiedlich geformte, mit Juwelen bedruckte Pappstücke.
Nun
kann das Spiel losgehen. Der Startspieler muss mindestens einen und darf
höchstens 5 Punkte ausgeben um seine Piraten zu bewegen. Der Sprung
von Planke zur Nachbarplanke (auch über Bug oder Heck) kostet einen
Punkt. Dabei setzt sich der Neuankömmling immer an den innersten Punkt
der Planke. Kommt ein Pirat als vierter auf einer Planke zu stehen, wirft
er den äußersten Piraten ins Wasser, dieser wird dann auf die
Insel gesetzt, und kann von seinem Besitzer für zwei Punkte wieder auf
eine der beiden Planken am Heck gestellt werden. Hat ein Spieler keine Punkte
mehr, darf er pro Spielzug noch einen Bewegungspunkt setzen. Doch wozu das
ganze? Sind zwei Mitspieler auf 0, kommt es zu einer Wertung. Es wird geschaut
welcher Spieler vor den größten Kisten den größten
Piraten bzw. vor den kleinen Kisten den kleinsten Piraten hat. Sind vor einer
Kiste zwei Piraten gleich groß patten sie sich aus, und der Schatz
geht an den dritten hier stehenden Piraten, falls es ihn gibt. Diese Spieler
dürfen sich dann einen Schatz aus dem Beutel holen. Doch aufgepasst,
da es Schatzpaare im Beutel gibt, muss man darauf achten, dass man nicht
einen Schatz, den man schon einmal besitzt, noch einmal aus dem Beutel zieht.
Wenn das geschieht, muss man ihn dem Spieler mit den wenigstens Schätzen
schenken. Sind die Schätze aus dem Beutel geholt, setzt jeder seine
Klammer wieder auf die 12 und die nächste Spielrunde beginnt. Das Spiel
ist beendet, wenn ein Spieler 7 Schätze erbeuten konnte oder ale
Schätze verteilt sind
Das Spiel kam in den verschiedenen Testrunden sehr unterschiedlich an. Einige Gelegenheitsspieler spielte einfach darauf los, und hatte ihren Spaß, bei ihnen wurden häufig auch fünf Punkte auf einmal ausgegeben. Eine andere Gruppe, eher Taktiker, war auch von der Optik begeistert, und spielte zügig, aber mit höchstens drei Punkten pro Runde. Die "richtigen Strategen" saßen ewig vor dem Schiff und überlegten, bis sie sich endlich entschieden mal einen Piraten zu bewegen. Hier wurden nur ein oder zwei Punkte ausgegeben, um als letzter noch die Entscheidung zu haben.
Ich
bin in der Wertung des Spieles auch unentschlossen. Die Aufmachung von Piraten,
Planken und Peseten verspricht ein reines Familienspiels. Nach meiner Meinung
, ist es jedoch nicht als Familienspiel mit Kindern geeignet, da bis auf
die Startaufstellung kein Zufall im Spiel ist; Strategen finden hier ihr
Denkfutter.
Spiel man es locker drauflos und freut man sich an der Optik, werden die Möglichkeiten, die das Spiel bietet, nicht voll ausgenutzt. Will man das Taktikspiel, hindert der wunderhübsche Mast an der guten Übersicht. Da ich sowohl in Gruppen gespielt habe in der sich wartende Langeweile ausbreitete, als auch in Gruppen, in denen herzlich gelacht wurde, und denen das Spiel Spaß machte, fällt mir ein Urteil schwer. Ich denke hier hilft nur ausprobieren, falls man irgendwo die Gelegenheit hat.
Piraten Planken und Peseten ist ein gut aufgemachtes lupenreines Taktikspiel, das wie ein lockeres Familienspiel wirkt, und daher leicht die falsche Zielgruppe anspricht. (bd)
Steckbrief |
Autor | Verlag | Spieler | Alter | Spieldauer | Illustration |
| Kai Haferkamp | Kosmos | 2 - 4 | ab 8 Jahre | ca. 45 Minuten |
Tanja Donner/ Jürgen Zimmermann/ Fine Tuning/Michaela Schelk |