Schatulle Bei manchen Spielen beginnt die Freude auf ein Spiel schon bevor man die Schachtel öffnet, weil die Ausmachung so schön ist. Ein solches Spiel sind die Meisterdiebe, denn es wird in einer Holzschatulle geliefert, die mit Bildern verziert ist. Das Material ist edel wie die Verarbeitung, so z. B. schließt die Schatulle mit Magneten und ist mit Samt ausgekleidet.

Im Innern der Schatulle befindet sich dann ein Schmuckkästchen; dieses Prunkstück bildet das zentrale Element des Spiels. Das Schmuckkästchen besteht aus drei gegeneinander verdrehbare Ebenen. In jeder Ebene befinden sich vier Schubladen, zwei kurze und zwei lange. Die kurzen Schubladen enthalten ein Fach, während die langen hinter dem ersten Fach noch ein weiteres aufweisen: Das Geheimfach. Sämtliche Schubladen sind so konstruiert, dass sie auf den Kopf gedreht werden können und wieder so aussehen wie vorher, d. h. es gibt bei den Schubladen kein Oben und Unten. Das Spiel dreht sich um Edelsteine, die es in den Sorten Diamant (Wert: 1 Punkt), Saphir (Wert: 2 Punkte) und Rubin (Wert: 4 Punkte) gibt. Zu Beginn erhält jeder Spieler ein weißes Ablagekissen mit 8 Diamanten und 2 Saphiren. Auf dem weißen Kissen sind es Imitate, die bei Spielende Minuspunkte bringen. Zu Beginn wird das Schmückkästchen aufgefüllt: jedes Geheimfach wird mit einem Rubin gefüllt. Das Vorgehen ist dabei so, dass drei Rubine oben in den Schubladen liegen und drei unten. Anschließend füllen die Spieler noch 12 Diamanten in die Schubläden. Bei Befüllen wird das Schmuckkästchen zum ersten Mal verändert. Nachdem ein Spieler Diamanten in das Kästchen gepackt hat, darf er entweder die oberen ein oder zwei Ebenen um 90 Grad drehen oder das gesamte Schmuckkästchen auf den Kopf stellen.
Für das Spiel erhält jeder Spieler sechs Karten, die verschiedene Charaktere zeigen. Einige befüllen das Schmuckkästchen, andere leeren sie. Zunächst wählen alle Spieler den Charakter, dessen Möglichkeiten sie diese Runde nutzen wollen. Wenn ein Charakter agiert, kann es passieren, dass ihm Edelsteine aus dem Schmuckkästchen entgegen fallen. Diese Edelsteine werden auf ein spezielles rotes Kissen gelegt. Passiert dieses Missgeschick, ist in der Regel die Aktion des Charakters beendet. Unabhängig davon darf der Spieler dann noch das Schmuckkästchen bis zu zwei Mal wie oben beschrieben verändern.

Die sechs Charaktere sind:
Schmuggler
Schmuggler: die Schmuggler öffnen eine Schublade, entnehmen alle Edelsteine und packen sie auf das rote Kissen. Gibt es mehr Detektive als Schmuggler, erhalten sie nichts von ihrer Beute. Ansonsten verteilen sie die Beute, wobei Schmuggler, denen das Missgeschick heraus fallender Edelsteine passiert ist, von der Verteilung ausgeschlossen sind.
Dieb
Diebe: Sie öffnen ein Fach und entnehmen die Edelsteine. Der Spieler legt sie auf sein schwarzes Kissen, wo die Edelsteine nun echt sind und Pluspunkte bringen.
Juwelier
Juweliere: sie legen einen Edelstein in eine Schublade. Sie können eine Alarmanlage in Form eine Holzchips dazu packen. Fällt die Alarmanlage später bei einem anderen Spieler heraus, so kommen die Edelsteine, die mit herausfallen, nicht auf das rote Kissen, sondern zu dem Spieler, dem die Alarmanlage gehört.
Meisterdieb
Meisterdiebe: Sie agieren zunächst wie die Diebe. Wenn sie jedoch mit der Beute unzufrieden sind, können sie das Geheimfach öffnen und so versuchen, an einen Rubin zu gelangen. Fällt jedoch ein Rubin heraus, ist sämtliche Beute verloren und der Rubin wird zurück in das obere Geheimfach gelegt.
Juwelierin
Juwelierinnen: Sie packen immer einen Edelstein in die Schublade, auch dann, wenn ihnen Edelsteine herausfallen. Für jeden gespielten Detektiv legen sie noch einen Edelstein in das Schmuckkästchen.
Detektiv
Detektive: Sie versuchen die Schmuggler zu stellen. Unabhängig, ob es ihnen gelingt, verteilen sie die Edelsteine auf dem roten Kissen unter sich. Detektiv haben Angst vor Fingerabdrücken auf dem Schmuckkästchen und verändern es nicht.

Jedes Mal, wenn ein Charakter gespielt wurde, wird seine Karte beiseite gelegt. So muss jeder Spieler jeden Charakter spielen, bevor er erneut die freie Auswahl bekommt.
Das Spiel endet, wenn entweder die sechs Rubin aus dem Schmuckkästchen genommen wurden oder ein Spieler sämtliche seiner Imitate in das Schmuckkästchen gelegt hat. Nun zählen die Spieler ihre Punkte - Pluspunkte für Edelsteine auf dem schwarzen Kissen, Minuspunkte für Edelsteinimitate auf dem weißen Kissen - und wer am meisten Punkte hat, ist Sieger und darf sich Meisterdieb nennen.

Scublade mit Edelsteinen Die Meisterdiebe sind zunächst einen ein haptisches Erlebnis. Durch das Material ist es sehr einfach, Mitspieler zu finden. In den ersten Spielen steht das Experimentelle im Vordergrund. Die Wirkung der einzelnen Charaktere aufeinander sowie deren taktische Möglichkeiten erschließen sich nach und nach. Auch das Nachhalten der Edelsteine in den einzelnen Fächern gelingt zunächst nicht. Je öfter man die Meisterdiebe aber spielt, desto besser gelingt es. Ein Grund ist dabei die eigene Beschränkung, nur wenige lukrative Schubladen zu verfolgen. So wird aus einem Spiel, welches zunächst wie ein Glücksspiel anmutet, ein Spiel, das sowohl die Merkfähigkeit als auch die taktischen Fähigkeiten fordert. Dabei spielt auch die Mitspielerzahl eine Rolle: Mit wenigen Mitspielern wird das Schmuckkästchen zwischen zwei eigenen Aktionen nur wenig verändert während es bei vielen Mitspielern sehr oft geschieht. Außerdem ist die Stimmung bei wenigen Mitspielern eher spannungsgeladen, während sie bei großer Runde ausgelassen ist, was dann mehr ablenkt. Neben den spielerischen Elementen, die tadellos ineinander greifen, führt vor allem das Material zu einen hohen (Wieder)spielreiz. Hier ist alles von feinsten: Die Schatulle, das Schmuckkästchen, die Edelsteine (wenn sie natürlich auch nicht echt sind), die Karten mit den stimmungsvollen Zeichnungen und die Kissen.
Die Meisterdiebe sind mehr als nur ein Spiel. Sie sind ein Schmückstück. Die Holzkiste ist repräsentativ und zu schade, um Regal zu stehen. So steht sie bei uns als dekoratives Element auf unserem Sideboard. Das hat einen großen Vorteil: Sie fällt immer wieder ins Auge und weil nicht nur die Gestaltung herausragend ist, sondern das Spiel angenehm zu spielen ist, wird das Spiel so häufig hervorgeholt. (wd)

Steckbrief
Meisterdiebe

Autor Verlag Spieler Alter Spieldauer Grafik
Czarnè Zoch 2 - 8 ab 10 Jahre 60 - 75 Minuten Czarnè