Mit diesem Spiel steigt der Buchverlag Hanser in den Gesellschaftsspielemarkt ein. Hanser bedient sich dabei einer Kooperation dem Zoch Verlag . Schon der erste Blick auf die Spielschachtel vermittelt einen etwas altertümlichen Eindruck. Das Titelbild zeigt einen gezeichneten Biergarten in den 30er Jahren des letzen Jahrhunderts - nach der Kleidung der Besucher nach zu urteilen.

Beim Öffnen der Schachtel fiel mir dann direkt ein Stapel Bierdeckel auf. Dieser hat aber im Spiel keine Bedeutung. Doch jetzt zum Spiel selbst.

Der Spielplan zeigt viele Tische eines großen Biergartens, von denen einige einen Sonnenschirm besitzen. An diesem Biergarten liegen sechs Gaststätten. Zu Beginn des Spiels besitzt jede Gaststätte genau einen Biergartentisch vor seiner Eingangstür. Dieser Tisch wird durch Holzstäbchen, die Grenzzäune darstellen, abgegrenzt. Außerdem zeigt der Spielplan noch vier Brauereien. Zu jeder dieser Brauerein gehören drei Brauereischilder. Diese werden gemischt, und jeder Gaststätte wird zufällig ein Brauereischild zugewiesen. Die restlichen Schilder werden dann wieder sortiert und zu den entsprechenden Brauereien gelegt.
Zwei Spielchips "der Trunkenbold" und "die schöne Kellnerin" kommen in ihre Startgaststätten. Jeder Spieler bekommt sein Startkapital, Anteilssteine sowie sechs Cheffiguren und drei Aktionskarten.. Die Anteilskarten werden gemischt. Sie zeigen entweder Biergartenanteile, Brauereianteile, "die schöne Kellnerin" oder "den Trunkenbold". Jeder Spieler erhält im Spiel zu viert sieben Karten (acht bei drei Spielern); Kellnerin oder Trunkenbold werden wieder eingemischt und durch neue Karten ersetzt, so das man zu Beginn nur echte Anteile auf der Hand hat. Jeder wählt zwei Karten aus, die er auf der Hand belässt. Für jede andere, offen gelegte Karte legt er nun einen Anteilsstein in die Gaststätte oder auf die Brauerei, die. Nun darf man reihum noch zwei (zu viert)bzw. drei /zu dritt)Cheffiguren in Gaststätten und Brauereien setzen.

Nun kann das Spiel beginnen. Alle wählen eine Aktion, die sie durchführen wollen, aus und legen die entsprechende Karte vor sich aus.

Diese Aktionen sind:

Die Aktionen werden in dieser Reihenfolge abgehandelt

Nun kommt es darauf an, was die anderen gelegt haben. Hat man eine Aktion allein ausgelegt, darf man sie doppelt ausführen, bzw. der Anteil ist billiger. Gibt es weitere, die dieselbe Aktion wollen, darf man sie nur einmal ausführen, bzw. die Anteilskarte wird teurer.

Hat man eine verdeckte Anteilskarte gekauft, die nicht die Kellnerin oder den Trunkenbold zeigt, darf man sie auf die Hand nehmen, oder sie direkt ablegen und einen Anteilsstein in den entsprechenden Betrieb legen. Eine offene Anteilskarte wird sofort gegen einen Anteilssteine eingetauscht. Sind in einem Betrieb alle sechs Anteile vergeben, werden alle Anteile von Spielern, die dort einen Stein dort haben, entfernt.
Hat man Karten auf der Hand, darf man diese nur in Anteilssteine umwandeln, wenn man die Aktion "Chef werden" gewählt hat, jemand anders einem einen Chefposten streitig machen will, oder am Ende einer Spielwoche vor der Auswertung. Die Karten Kellnerin und Trunkenbold erlauben, die entsprechenden Chips um bis zu zwei Biergärten zu verschieben, wobei sie nicht zusammen in einen Garten dürfen.

Hat jeder Spieler seinen Zug gemacht, ist der Spieltag vorbei. Der rechts sitzende Spieler wird nächster Startspieler, der seinen Zug, falls die Aktion mehrfach gewählt wurde, als erstes ausführen darf. Nach einer Woche kommt es zur ersten Wertung - das Geld wird ausgezahlt.
Für jeden Biergarten werden die Einnahmen ermittelt. Jeder Tisch bringt 4 Taler jeder Tisch mit Sonnenschirm 8 Taler. Der Trunkenbold reduziert den Betrag um12, jedoch maximal auf Null, die Kellnerin erhöht die Einnahmen um 20 Taler. Dieser Betrag wird halbiert, die eine Hälfte wird zur Brauerei gelegt, die andere im Verhältnis der Anteilssteine verteilt. Sollte es nicht genau aufgehen, erhält der Chef den Überhang. Sind alle Gaststätten ausgezahlt, wird bei den Brauereien in gleicher Weise verfahren. Wurde alles ausgezahlt, beginnt die nächste Woche. Wer nach drei Wochen das meiste Geld erspielt hat gewinnt.

Eine Bewertung des Spieles fällt mir schwer. Schon die Optik ist, wie schon in der Einleitung herauskommt etwas altertümlich. Auch die Karten sind in gedeckten Farben gehalten und wirken alt. Im Spielkreis kam das Spiel sehr unterschiedlich an. Einige waren begeistert, andere sagten nie wieder.
Es ist ein reines Mangelspiel. Es gibt immer mehr zu tun als man machen kann. Ohne Erweiterung bringen die Biergärten keine Erträge. Und ohne Chef in Biergarten und Brauerei lassen sich keine lukrativen Verträge schließen. Engagiert man sich in diesem Bereich, verliert man ohne Anteile aber leicht den Einfluss. Viel hängt hier vom Kartenglück ab. Schafft man es nicht, in mindestens einer Brauerei Fuß zu fassen, sieht es schlecht aus. Man ist schnell pleite. Gegen Ende Spiels, in der dritten Woche, sind die Biergärten oft schon vergeben und man kann nur noch 2 Aktionen mehr oder weniger sinnvoll einsetzen, So kommt es von Spiel zu Spiel immer auf die Kartenverteilung und Sitzreihenfolge an, ob es ein spannendes Spiel bleibt, oder der Sieger schon recht schnell fest steht. Im ersten Fall haben wir ein echtes Topp-, im zweiten ein Flopspiel.(bd)

Steckbrief
Goldbräu

Autor Verlag Spieler Alter Spieldauer Gestaltung
Franz-Benno Delonge Hanser/Zoch 3 - 4 ab 10 Jahre ca. 60 Min. Franz Vohwinkel