Als ich dieses Spiel bei Kosmos auf der Spielwarnmesse erblickte, war ich sehr überrascht. Dieser Verlag steht in meinen Augen für thematisch eingebundene Spiele, und so war ich erstaunt, ein vollkommen abstraktes Spiel zu sehen.
Der Spielplan zeigt ein großes Sechseck, das mit einem
Raster kleiner Sechsecke überzogen ist. Der äußerer Ring
hat dunkelgraue, der mittle hellgraus und das restliche innere weiße
Felder, wie man am nebenstehenden Foto erkennen kann. In den Ecken des
weißen, inneren Sechsecks sind sechs Farbsymbole aufgedruckt, d. h.,
jedes Symbol besitzt seine eigene Farbe. Die Spielsteine bestehen aus zwei
- an einer Kante zusammengeklebten - rastergroßen Sechsecken. Diese
zeigen auf jedem Sechseck eines der Farbsymbole. Dabei gibt es auch einige
Steine, die auf beiden Sechsecken das gleiche Symbol zeigen.
Alle 120 Steine werden zu Beginn des Spiels in den schwarzen Stoffbeutel
gesteckt. Jeder Spieler erhält eine Punktetafel, die Zählleisten
für jede Farbe zeigt, einen Markierstein für jede Farbe, eine
Ablagebank und 6 Spielsteine aus dem Beutel, die er nur für sich sichtbar
auf seiner Ablagebank platziert.
Zu zweit spielt man nur auf den weißen Feldern, zu dritt kommen die
hellen, zu viert die dunklen Felder hinzu.
In der ersten Runde platziert jeder Spieler einen Spielstein neben einem
anderen Farbsymbol, danach darf man seine Steine auf beliebige Felder des
Spielplans setzen. Hat man einen Stein gesetzt wird dieser sofort gewertet.
Man schaut für jedes der gelegten Sechseckfelder, wie viel Felder in
den fünf angrenzende Feldern in gerader Linie das gleiche Farbesymbol
wie das neu gelegte zeigen. Hierbei zählen auch die auf dem Spielplan
aufgedruckten Felder mit. Für jedes Feld gibt es dann einen Punkt.
Gewonnen hat nicht derjenige, der die meisten Punkte erspielt, sondern es
wird - wie einigen Lesern sicherlich als Siegkriterium von Euphrat und Tigris
bekannt - geschaut, wessen schlechtester Wertungsstein die meisten Punkte
zeigt. Doch auch das Erreichen des Endes einer der Farbwertungsleiste wird
belohnt und zwar mit der Möglichkeit bevor man nachzieht einen weiteren
Stein zu legen. Dieser wird dann normal
gewertet.
Besitzt man besonders schlechte Steine,
d.h. man hat keinen Stein, der das Farbsymbol, von der Sorte zeigt, von der
man bisher die wenigsten Punkte erspielt hat, darf man alle Spielsteine seines
Vorrates in die Kiste zurücklegen und sechs neue ziehen. Gibt es mehrere
Farben, die den geringsten Punktestand haben, dürfen alle diese Symbole
nicht auf der Ablagebank vertreten sein.
Das Material liegt angenehm in der Hand, und durch die Farbsymbole haben auch Farbenblinde keine Probleme, die Steinfarben zu unterscheiden. Das Spiel ist leicht erklärt: Schon nach der zweiten Spielrunde hatte jeder Mitspieler das Spiel verstanden. Zusätzlich zu der oben beschriebenen Regel werden noch ein Partnerspiel und eine Solitärvariante angeboten.
In gewissem Sinn
erinnert mich "Einfach GENIAL" an Go. Es hat wenig Regeln, man kann einfach
losspielen, und wenn die Gegner genauso unbedarft an die Sache herangeht,
ist es auch spannend. Mit etwas mehr Erfahrung findet man dann doch eine
gewisse Spieltiefe. Es sind viele Dinge zu berücksichtigen: Mache ich
mit einem für mich punkteträchtigen Zug eine Vorlage für den
Nachfolger? Kann ich eine Farbe, in der nur ich sehr gut stehe, blockieren
und so verhindern, dass die anderen dort noch Punkte erlangen? Tausche ich
meine Steine, wann immer möglich, oder hole ich erst in den anderen
Farben einen weiteren Vorsprung heraus?......
Doch auch der Zufall spielt in einem angenehmen Maße mit, denn ich
weiß nie, was ich was nächstes aus dem Beutel ziehen werde.Sowohl
Spieler, die normalerweise strategische Spiele bevorzugen, als auch
Funspiel-Liebhaber in unserem Spielekreis waren von dem neuen Spiel
begeistertbegeistert.
Es ist selten, dass ich abstrakte Spiele mag; "Einfach GENIAL"ist hier eine sehr seltene Ausnahme. In meiner Beurteilung des Spieles, zitiere ich hier jetzt meinen Sohn, denn treffender hätte ich es auch nicht ausdrücken können "Einfach GENIAL" ist einfach genial. (bd)
Steckbrief |
Autor | Verlag | Spieler | Alter | Spieldauer | Grafik |
| Reiner Knizia | Kosmos | 2 - 4 | ab 10 Jahre | 30 -60 Minuten | Fine-Tuning/Michaela Schelk |