1998 erschien bei Queen Games das taktische Legespiel Carat. Es enthielt einen Spielplan, 36 Legeplättchen und 49 Punktechips in den Werten 1 bis 5. Jedes Legeplättchen zeigt in vier verschiedenen Farben je einen Edelstein. Alle Edelsteine eines Plättchens haben den gleichen Wert, der zwischen 1 und 6 Carat liegt.

Jeder Spieler wählte eine der Farben, die Punktechips werden auf den Wertungsfeldern des Spielplans ausgelegt, die Legeplättchen liegen verdeckt neben dem Spielplan und schon kann es losgehen. Man nimmt ein Legeplättchen und legt es auf den Spielplan. Dabei wird jeder Edelstein des Plättchens einem anderen Wertungsstein zugeordnet. Der neu gelegte Stein muss immer mit mindestens einer Kante an einen schon liegenden angrenzen. Ist ein Wertungsstein von vier Edelsteinen umgeben (am Rand nur zwei, in der Ecke einem) oder zwei), wird er sofort gewertet. Derjenige Spieler, der die höchste Caratsumme an dem Plättchen besitzt, bekommt den Wert des Plättchens multipliziert mit der Anzahl der verschiedenen Farben, die an diesem anliegen, als Punkte auf einem Block gutgeschrieben. Der Wertungschip wird umgedreht, die Punktzahl wird unsichtbar. Und es geht weiter. Wer am Ende die meisten Punkte aufsummiert hat gewinnt.

Das Spiel war abstrakt und die Grafik kalt; trotzdem wurde es bei uns im Spielkreis viel gespielt, da der Mechanismus und die Spieldauer sehr gut gefielen.

Jetzt wurde das Spiel in völlig anderer Form neu aufgelegt. Die Regeln sind völlig unverändert; so gut, wie sie waren, sollte man daran wirklich nichts ändern.

Doch das Spiel erhielt eine neue Ausstattung und Thematik, die sich an das erfolgreiche Spiel Der Palast von Alhambra anlehnt.

Die Legeplättchen wurden zu Gartensteinen, die in den vier Spielfarben durch Wege abgetrennte Gartenabschnitte mit farbigen Bäumen zeigen. Jede Farbe auf einem Gartenteil hat genauso viele Bäume wie die anderen. Die Wertungssteine sind zu Gebäudesteinen geworden. Diese zeigen auf der einen Seite einen Wert und einen Grundriss, auf der anderen das vollständige Gebäude. Hier findet man jetzt Pavillon (Wert 1), Serail(2), Arkaden(3), Gemächer(4) und Türme(5).
Diese werden mit der Grundrissseite nach oben auf dem Spielplan verteilt. Jeder Spieler erhält einen Holzturm in seiner Farbe, den er auf das Startfeld der Wertungsleiste stellt.
Der Spielverlauf entspricht dem Originalspiel Carat, nur werden die Punkte nicht notiert, sondern auf der Wertungsleiste festgehalten.

Die Spielanleitung ist etwas thematischer eingebunden. Wir bauen alle an den Gärten der Alhambra, indem wir die Gartenstücke legen. Die Gebäudeplättchen sind Baupläne, das Gebäude kann gebaut werden, wenn der Garten drum herum vollständig ist.

Während im Original einfach bunte Steine nebeneinander lagen, entwickelt sich hier eine abwechslungsreiche Gartenlandschaft. Jedes der gebäudeplättchen trägt einen Richtungspfeil. Dieser ist für das reine Spiel unbedeutend. Legt man aber die gebäude entsprechend aus, haben alle Gebäude den gezeichneten Lichteinfall von der geleichen Seite. Hier wurde wirklich viel Mühe in die neue Optik gesteckt.
Musste man früher nachfragen, wer hat wie viel Punkte, reicht jetzt ein Blick auf die Wertungsleiste. Allein diese beiden Punkte bewirken, dass das Spiel noch besser angenommen wird. Selbst Spieler, die für abstrakte Spiele nicht so sehr zu haben sind, lassen sich durch die Optik verführen und sind begeistert.

Ich freue mich, dass ein Spiel, das ich schon vor sechs Jahren liebte, jetzt in einer Aufmachung herausgekommen ist, die auch den anspruchsvollen Spielern der jetzigen Zeit gefällt. (bd)

Steckbrief
Die Gärten der Alhambra

Autor Verlag Spieler Alter Spieldauer Grafik
Dirk Henn Queen Games 2 - 4 ab 10 Jahre ca. 45 - 60 min Jo Hartwig