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Bisher wurden bei Carcassonne ganze Landschaften ausgelegt. Sie enthielten Stadtelemente. Nun zoomen wir in die Stadt Carcassonne hinein, bauen dazu Wohngebiete und andere Gebäude, Märkte und natürlich Straßen. Carcassonne war eine stark befestigte Stadt und so wird nun auch eine Mauer um die Stadt herumgebaut.

Szene aus die Stadt Das Grundprinzip von Carcassonne wird auch in diesem Spiel beibehalten: Wenn ein Spieler am Zug ist, nimmt er zunächst ein Plättchen und legt es an, danach darf er einen seiner Gefolgsleute auf das soeben gelegte Plättchen stellen und gegebenenfalls kommt es zu einer Wertung. Zu Beginn werden die 75 Plättchen in drei Stapel aufgeteilt. Der erste Stapel enthält 30, der zweite 25 und der dritte Stapel 20 Plattchen. Die Anlegeregeln sind bei allen drei Stapeln gleich: ein Plättchen - ausgenommen das erste Plättchen - muss immer an die Auslage angelegt werden. Wie bei Carcassonne - Die Burg müssen aber nur die Straßen fortgeführt werden. Auf den Plättchen befinden sich Straßen, Märkte, Wohngebiet sowie öffentliche und historische Gebäude. Gefolgsleute auf Straßen und Märkten kommen nach der Wertung zurück zum Spieler, Gefolgsleute in Wohngebieten verbleiben dort bis Spielende. Die öffentlichen und historischen Gebäude spielen bei der Auslage der Plättchen keine Rolle. Wird eine Straße beendet, gibt es Punkte entsprechend der Länge, wobei ab vier Plättchen die Punktzahl verdoppelt wird. Märkte gibt es in drei verschiedenen Farben (Getreide - gelb, Fleisch - rot und Fisch - blau). Ein Markt bringt Punkte nach Anzahl der Plättchen multipliziert mit der Anzahl der Farben. Gegenüber bisherigen Spielen der Carcassonne-Familie gibt es einen Unterschied: Es ist nun nicht mehr erlaubt, einen Gefolgsmann auf eine bereits abgeschlossene Straße oder auf einen abgeschlossenen Markt zu stellen.
Während man den ersten Stapel spielt, kommen noch keine Mauern ins Spiel. Dies ändert sich ab dem zweiten Stapel. Immer wenn es eine Wertung gibt, wird das Spiel für eine Mauerrunde unterbrochen. Beim ersten Mal setzt der Spieler, der die Wertung ausgelöst hat, das Stadttor und beginnt damit die Mauer. Alle anderen Spieler setzen nun an eines der beiden Enden ein Mauerstück. Auf der Mauer darf ein Gefolgsmann platziert werden: der Wächter. Er verbleibt dort bis Spielende und "bewacht" die Reihe, auf die er von oben schaut. Außerdem zählt eine Mauer als Begrenzung, kann also die Wertung einer Straße oder eines Marktes nach sich ziehen. Nachdem alle Spieler ein Mauerstück platziert haben, darf der erste Spieler noch einen Turm setzen. Ein Turm bringt sofort Punkte und zwar pro Mauerstück zwischen dem neuen Turm und dem zuletzt gesetzten einen Punkt (das Stadttor zählt hierbei als Turm). Wird schließlich der dritte Stapel gespielt, werden nach jeder Wertung zwei Mauerrunden gespielt.
Das Spiel endet, wenn entweder alle Plättchen oder Mauerstücke verbaut sind oder aber die Mauer bis auf fünf Kanten um Carcassonne herumführt. Die Mauer wird noch geschlossen (sollten die Mauerstücke fehlen, geschieht das Schließen in Gedanken) und Wertungen werden noch abgewickelt. Zum Abschluss werden nun Vögte - die Gefolgsleute in Wohngebieten und Wächter gewertet. Ein Vogt bringt zwei Punkte pro Markt, der an sein Wohngebiet grenzt; ein Wächter schaut seine Reihe entlang und bringt zwei Punkt pro öffentlichem Gebäude und drei für ein historisches Gebäude. Wer dann am meisten Punkte besitzt, ist Sieger.

Wächter Zunächst fällt die edle Ausstattung auf. Carcassonne - Die Stadt kommt in einer Holzkiste daher. Die Plättchen sind in dezenten Farben gehalten, die Mauerstücke sind mit ihrer Trapezform ästhetisch und die Türme ausmodelliert. Das führt dazu, dass der Anblick der entstehenden Stadt sehr schön ist. Obwohl die Anlageregeln von Carcassonne - Die Burg übernommen wurden, wächst hier etwas und nur selten verbleiben Lücken. Dies erhöht den optischen Genuss.
Spielerisch ist Carcassonne - Die Stadt ein typischer Vertreter der Carcassonne-Familie. Es hat das Spielgefühl des Basisspiels, bietet aber über die Mauerrunden mehr Abwechslung. Von der Punktwertung her ist keines der Elemente zu vernachlässigen. Straßen wurden aufgewertet und Märkte sind ab einer gewissen Größe sehr punkteträchtig. Vögte werden leicht unterschätzt, können aber auch hohe Punktzahlen erreichen. Die Punkte der Wächter sind offensichtlich, aber manche Reihe wurde durch die Mauer schon gestoppt. Die Türme hingegen sind fast immer ausreichend, zwingen aber Spieler dazu, für Wertungen zu sorgen. So geht es oftmals um das Timing: Viele Gefolgsleute werden während des Spiels gebunden. Zu viele Gefolgsleute zu früh zu binden ist ebenso schlecht wie übrig gebliebene Gefolgsleute. Da aber die Mauer wächst und oft das Spielende durch Einschluss der Stadt erzwingt, ist es nur bedingt vorhersehbar, wann das Spiel endet.
So ist dann auch die Frage nach einer Anschaffung von Carcassonne - Die Stadt mehr eine Frage des Materials und des Geldbeutels denn der Spielqualität. Wie so oft ist der Spielspaß bei den Produkten einer Spielfamilie höher als die Originalität. Für mich jedenfalls ist die Stadt eine schöne Alternative zu den bisherigen Spielen der Carcassonne-Familie und das im wahrsten Sinn des Wortes (wd)

Steckbrief
Carcassonne -
Die Stadt

Autor Verlag Spieler Alter Spieldauer Illustration
Klaus-Jürgen Wrede Hans im Glück 2 - 4 ab 10 Jahre ca. 30 - 45 Minuten Oliver Freudenreich