Das erste Mal sah ich Zoo Sim auf dem Göttinger Spieleautorentreffen und wie die meisten Spiele dort, war auch Zoo Sim ein Prototyp. Es war spielbar, doch das Material und die Zeichnungen waren auf das nötigste beschränkt. Auf der Spiel konnte ich dann das fertige Produkt spielen und inzwischen sind etliche Spiele hinzugekommen.
Bei Zoo Sim spielt jeder einen Zoodirektor, der seinen Zoo Schritt für Schritt erweitern möchte und dabei die attraktivsten Tiere präsentieren möchte. Zunächst beginnt jeder Spieler mit einem Kassenhäuschen, das gleichzeitig als Aufbewahrungsort für seine Taler dient, einem Weg, der an dem Kassenhäuschen vorbeiführt und mit einem Kapitel von acht Talern, für die er später im Spiel Zooteile ersteigern kann.
Kern des Spiels sind die Versteigerungen der 25 Zooteile. In
fünf Durchgängen werden je fünf Zooteile versteigert. Dazu
werden die Teile offen ausgelegt, so dass jeder Spieler weiß, welche
Teile in diesem Durchgang versteigert werden. Bei jedem Plättchen, das
versteigert wird, nehmen die Spieler die Teile, die sie bieten in die
geschlossene Hand. Nachdem alle Spieler so ihr Gebot festgelegt haben, werden
die Gebote angeschaut. Hat ein Spieler alleine am meisten geboten, gibt es
seine gebotenen Taler ab und erhält das Zooteil. Bieten mehrere Spieler
gleich viele Taler, so bestimmt eine Fahne, wer das Teil erhält; es
ist der Spieler, dessen Fähnchen an der Fahne weiter oben weht. Auch
in diesem Fall gibt er die Taler ab und erhält das Zooteil, zusätzlich
wird aber noch sein Fähnchen ganz nach unten am Fahnenmast gepackt.
Wie immer ein Spieler auch erhält, er legt es danach an seinen Zoo an.
Dabei muss es einen Weg geben, der von dem neun Teil bis zum Kassenhäuschen
führt. Bevor ich beschreibe, wie der neue Zoo bewertet wird, schauen
wir uns die Zooteile an. Auf jedem der Zooteile befinden sich zwei Tierarten,
die zu unterschiedlichen Kategorien gehören. Die Kategorien sind an
der Farbe der Sternchen neben dem Tier erkennbar. Die Anzahl der Sternchen
- sie liegt zwischen 1 und 3 - gibt die Attraktivität der Tiere an.
Wenn ein Spieler nun das Teil anlegt, zählt jede Kategorie für
sich. Liegen aber Tier gleicher Kategorie nebeneinander, dann zählen
ihre Sternchen zusammen. Dies gilt auch, wenn kein Weg die Tiere direkt
verbindet. Neben den Tiere enthält ein Zooteil noch Wege, die einige
von sechs möglichen Stellen verbinden und manchmal auch noch Bäume.
Nun wird für jede Kategorie geschaut, ob sich die
Mehrheitsverhältnisse bei den Sternchen verändert hat. Ein Spieler
mit einem Monopol erhält einen Besucher, ansonsten erhält der Spieler
mit den meisten Sternchen zwei Besucher und der mit den zweit meisten einen
Besucher. Sind erst einmal drei Besucher für eine Kategorie unterwegs,
fangen sie später an zu wandern. Dabei bevorzugen sie bei Gleichstand
immer die neueste Attraktion. Zusätzlich wird die Anzahl der Bäume
im Zoo nach dem gleichen Schema bewertet, wobei die Bäume allerdings
beliebig im Zoo verteilt sein dürfen. Zum Schluss erhält ein Spieler
einen Besucher pro Rundeweg, den er baut.
Nach jedem Versteigerungsdurchgang gibt es Punkte pro Besucher und neue Taler.
Nach dem ersten Durchgang bringt ein Besucher einen Punkt, nach dem zweiten
zwei usw. bis bei Spielende - nach dem fünften Durchgang - jeder Besucher
fünf Punkte bringt. Taler hingegen gibt es pro gebautem Zooteil, und
zwar einen.
Wenn alle Zooteile versteigert sind, endet das Spiel mit der letzten Wertung
der Besucher. Dann werden die Punkte aus allen Durchgängen addiert und
wer am meisten hat, ist Sieger.
Bei
Zoo Sim sind die Versteigerungen das entscheidende Spielelement, denn hier
bestimmen die Spieler, welche Zooteile sie bekommen. Der Aufbau der Zooteile
ist dabei so geschickt gestaltet, dass man trotz der fünf Kategorien
viele Teile gebrauchen kann, eben weil es neben Tieren auch noch Wege und
Bäume gewertet werden. Da es für gebaute Zooteile neue Taler gibt,
kann man sein Geld auch nicht bis zum Ende schonen, sondern wird gezwungen,
auch zu Zeiten, bei denen es nur wenig Punkt in der Wertung gibt, Zooteile
zu ersteigern. Später hilft dann ein guter, flexibler Aufbau, damit
möglichst viele Teile brauchbar sind und man nicht gezwungen ist, ein
bestimmtes Teil für viele Taler zu ersteigern.
Weiterhin stellt die Fahne ein wichtiges Element dar. Sind verhindert, dass
die Beträge, die geboten werden, groß sein müssen, denn sie
löst gleiche Gebote auf. Dabei bietet sie auch einige taktische
Möglichkeiten: wenn meine Fahne unten weht, kann ich versuchen, bei
unliebsamen Zooteilen ein Patt zu erreichen, weil dann eine andere Fahne
nach unten versetzt wird. Auf der anderen Seite kann ich eine oben wehende
Fahne dazu nutzen, im Zweifelsfall einen Taler weniger zu bieten.
Dies alles macht schon ein gutes Spiel, aber sie wäre nichts ohne die
Grafik. Auf den 25 Zooteilen befinden sich 50 liebevoll und detailliert
gezeichnete Tiere. Durch diese Gestaltung bekommt Zoo Sim ein ganz tolles
Flair, weil die gebauten Zoos wie Zookarten aussehen und die Zoos mit der
Zeit immer weiter wachsen. Deshalb kann man Freunden von Versteigerungsspielen
Zoo Sim nur wärmstens empfehlen. (wd)
Steckbrief |
Autor | Verlag | Spieler | Alter | Spieldauer | Illustration/Gestaltung |
| Corné van Moorsel | Cwali | 2 - 4 | ab 10 Jahre | 45 Minuten | Czarne |