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Wenn man heute das Wort Viren hört und man keinen Kontext kennt, fragt man sich sofort, ob es sich um Krankheitserreger oder um Computerviren handelt. Bei der Neuheit des Zoch-Verlags wird die Frage schnell durch das Schachtelcover beantwortet, grinsen einem doch ein Handvoll hässlich, fies grinsender Gesellen an, die dann auch noch mit rotem Kreuz Käppi und Spritze bewaffnet sind.

Virus "4"In der Schachtel finden wir diese Herrschaften dann auch auf Karten wieder, manchmal aber auch eine Spritze. Daneben gibt es noch Risiko-Karte sowie runde Holzscheiben. Diese gibt es in drei Farben, entsprechend den Werten 1 bis 3 und werden Tabletten genannt. Zu Beginn jeder der drei Runden erhält jeder Spieler eine fest vorgegebene Anzahl von diesen Tabletten. Außerdem werden die 20 Risikokarten gleichmäßig unter den Spielern verteilt, eventuell überzählige Karten spielen in der Runde nicht mit. Die Viren- und Spritzenkarten werden in zwei ungefähr gleich hohe Stapel aufgeteilt und die jeweils oberste Karten wird aufgedeckt. Kommt ein Spieler an die Reihe, hat er zunächst zwei Möglichkeiten. Er kann die Karte in Umlauf bringen oder selbst nutzen. Bei der Selbstnutzung eines Virus legt er die Karten vor sich ab und nimmt sich die Tabletten, die auf der Karte abgebildet sind. Nutzt er eine Spritze selbst, legt er sie auf einen Virus, was dessen Stärke halbiert bzw. wenn es die zweite Spritze ist, den Virus tötet. Wenn man die Karten in Umlauf bringt, geschieht dies meist im Uhrzeigersinn. Einige wenige Viren erlauben es aber auch, sie zu einem beliebigen Spieler zu geben. Egal wie der Virus weitergereicht wurde, der Spieler Virus zur freien Weitergabekann jetzt Tabletten bieten um den Virus - oder die Spritze - weiterzureichen oder er nimmt die Karte an. Viren legt er dabei ohne Tabletten-Entschädigung dabei vor sich ab, Spritze legt er auf eine Virus, was die vorher genannte Wirkung erzielt. Wer die Karte behält, behält auch die Tabletten, die er vorher geboten hat. Alle anderen Spieler geben ihre Tabletten in den Vorrat, der hier Apotheke genannt wird. Das ganze dient dazu, einen der Spieler auf die Intensivstation zu bringen. Dies geschieht, wenn er die dritte Spritze erhält oder Viren im Wert von mindestens 12 vor sich liegen hat. Diese Spieler bekommt dafür 13 Minuspunkte angeschrieben, alle anderen erhalten für jede Tablette den Wert in Pluspunkten und die Stärkepunkte ihrer Viren als Minuspunkte. Ein Bluffelement stellen die Risikokarten dar. Hat ein Spieler Viren mit mindestens vier Stärkepunkten vor sich liegen, darf er statt seines normalen Zuges auch eine Risikokarte spielen. Dazu legt er sie vor einen Mitspieler. Dieser kann nun eine Tablette an den Urheber der Karte zahlen und sie weiterleiten oder die Karte aufdecken. Deckt er sie auf, trifft ihn der Effekt der Karte, der negativ, positiv oder zum Zeitpunkt des Aufdeckens sogar ungewiss sein kann. Da in diesen Karten auch Viren und Spritzen enthalten sind, kann das Aufdecken einer Risikokarte direkt auf die Intensivstation führen. Wer nach drei Durchgängen die meisten Punkte hat, gewinnt das Spiel.

Virus "6"Virus & Co. ist ein Versteigerungsspiel, bei dem es darum geht, dafür zu bieten, dass man eine Sache nicht erhält. Dieses stark taktische Element wird durch die Thematik und die Risikokarten aufgelockert, vor allem weil in den Risikokarten auch Einschätzung der Spielsituation und Aufmerksamkeit gefordert wird. Das Spiel kam in unseren Runden unterschiedlich an. Einige störten sich an der Thematik, die andere wiederum als humorvoll oder gar ironisch betrachteten. Das Spiel selbst überzeugte am meisten bei den Jugendlichen, je älter die Teilnehmer wurde, je größer wurden die Vorbehalte. Ein Eindruck bestätigte sich bei allen Spielern gleichermaßen: während es bei drei und vier Spielern sehr zügig voran ging, gab es bei 5 und 6 Spielern trotz des Versteigerungsmechanismus Längen. Auch unbefriedigend ist die Wertung. Ein Spieler, der einmal in der Intensivstation gelandet ist, kann sich davon kaum noch erholen und da es ab vier Spielern mindestens einem Spieler gelingt, gesund zu bleiben, scheidet der erste Kranke schon nach der ersten Runde um den Gesamtsieg quasi aus. So bleibt ein Kartenspiel, dass diejenigen sich anschauen sollten, die den Humor, der in der Thematik steckt, mögen. (wd)
 

Steckbrief
Virus & Co

Autoren Verlag Spieler Alter Spieldauer Illustration/Gestaltung
Frank Stark
Jörg Spiegelhalter
Zoch 3 - 6 ab 11 Jahre 15 Minuten Frank Stark
Theiss Heidolph