Willkommen in der Manege. Willkommen zur Tierdressur: eine die wir wohl nie live sehen werden. Gleichzeitig befinden sich ein Eisbär, ein Löwe und eine Elefant in der Manage und zwar auf zwei Podesten, einem roten und einem blauen. Die Tiere dort bauen "Stapel", d. h. ein Tier stellt sich auf das andere und ggf. kommt das dritte hinzu. Wie die Tiere zu Anfang aufgestellt werden, bestimmt eine Karte.
Nun kommt die Überraschung. Wir sind gar nicht Zuschauer
in diesem Zirkus, sondern die Dompteure und wir müssen den Tieren die
Anweisungen geben. Damit das nun geordnet vor sich geht, wird zunächst
einmal bestimmt, wie die Tiere auf den beiden Podesten stehen sollen. Damit
die Tiere wissen, was zu tun ist, haben sie fünf Befehle gelernt: bei
MA bzw. SO stellt sich das Tier ganz unten im Stapel oben auf, ein Befehl
ist für das linke, einer für das rechte Podest. Bei den Befehlen
LO und KI wechselt das oberste Tier den Stapel, einmal von links nach rechts
und einmal umgekehrt. Der letzte Befehl in NI, bei dem die oberen beide Tiere
den Platz tauschen.
Bevor die Tiere aber nun hin und her gescheucht werden, sollten
die Spieler ein wenig nachdenken, wie sie die Tiere bewegen wollen. Wenn
ein Spieler meint, er hat die richtige Kombination gefunden, ruft er sie
laut aus und verstellt danach die Tiere. Ist danach die Anordnung richtig,
bekommt der Spieler die Karte als Belohnung und als Punkt. Bei einem Fehler
scheidet er für die laufende Runde aus, während alle anderen Spieler
die Runde erneut angehen. Wenn alle Karten gespielt wurden, endet das Spiel
und der Spieler mit den meisten Karten ist Sieger.
Maniki gehört zu den Spielen, bei denen eine Situation
aufgebaut, alle Spieler über eine Aufgabe nachdenken und schließlich
ein Spieler die gestellte Aufgabe löst. Es folgt hier den Alex Randolph
Spielen Orbit und dessen Weiterentwicklung Rasende Roboter. Maniki braucht
sich dabei nicht hinter diesen beiden verstecken, denn es hat eigene, sehr
positive Qualitäten. Die wichtigste ist die Minimalität: die Aufgaben
werden mit wenigen Elementen gestellt, der Lösungsraum ist durch die
fünf Befehle begrenzt und jede Ausgabe ist lösbar. Dies sind ideale
Voraussetzungen, um auch unerfahrene Spieler Spaß an der Knobelei zu
bringen. Für erfahrene Spieler gibt es in der Regel die Variante, den
Befehl NI - er tauscht die beiden oberen Tiere - wegzulassen. Manche
Befehlsreihenfolge wird dann länger, sämtliche Aufgaben sind aber
weiterhin lösbar.
Auch von der Ausstattung her lässt Maniki keine Wünsche offen. Die drei Tiere sind stabil und in ihrer kantigen Art schön anzuschauen. Die Manege, die Befehlskarten und die Aufgabenkarten sind aus dicker Pappe und die Schachtel ist klein gehalten.
Mit seiner Bandbreite von 2 bis 10 Spielern bietet Maniki sowohl die Möglichkeit, in kleiner als auch in großer Runde gespielt zu werden und es funktioniert in jeder Besetzung gleich gut. Wer diese Art "paralleler Denkspiele" mag, ist mit Maniki bestens bedient und hat, bedingt durch die schöne Ausstattung, auch eine große Chance, andere zum Mitspielen zu motivieren. (wd)
P.S.: wer es sich noch schwerer machen möchte, kann statt "NI" auch einen der Befehle "SO"
oder "MA" weglassen (aber niemals "LO" oder "KI"). Und wer es ganz schwer möchte, lässt "SO" und "NI" weg.
Steckbrief |
Autoren | Verlag | Spieler | Alter | Spieldauer | Illustration |
| Dominique Ehrhardt | Jumbo | 2 - 10 | ab 8 Jahre | 20 Minuten | keine Angabe |