Schriftzug Carcassonne Die Burg

Mit Carcassonne - Die Burg, liegt nun das fünfte Mitglied der Carcassonne-Spielefamilie (Carcassonne, Carcassonne - die Erweiterung, Händler und Baumeister, Jäger und Sammler) vor. Obwohl auch das Original sehr gut zu zweit spielbar ist, kam mit der Burg nun ein reines Zwei-Personen-Carcassonne heraus.

SpielsituationSchon der Start des Spieles ist anders als gewohnt. Aus 10 Teilen wird eine verwinkelte Burgmauer zusammengesetzt. Diese zeigt neben einer Zählleiste sieben Startfelder an ihrer Innenkante. Auf die Eckfelder der Mauer werden verdeckt 13 der 18 Mauerplättchen gelegt. Die Burgkarten werden gemischt, und wie gewohnt in mehreren Stapeln verdeckt neben die Burgmauer abgelegt.

Jeder der Spieler erhält sieben Gefolgsleute und einen Palas (Holzfigur) seiner Farbe. Ein Gefolgsmann wird an den Anfang der Zählleiste gestellt.

Der Startspieler zieht ein nun Burgplättchen. Dieses kann Weg, Markt, Häuser und Turmteile zeigen. Während Häuser, Märkte und Turmteile nicht passend angelegt werden müssen, werden Weg immer weitergeführt. Sie dürfen aber in der Außenmauer enden. Man kann nach der Platzierung der Plättchens einen Gefolgsmann auf ein Motiv des Plättchens stellen, wenn in dem dazugehörigen gleichen Burgmotiv noch keins steht..

Ist ein Gebäude, das heißt Turm oder Haus, an allen Kanten von anderen Burgteilen begrenzt, ist es fertig und wird gewertet. Auf Wegen findet man auch Brunnen und Kreuzungen. Ein Weg ist fertig, wenn er keine offenen Enden mehr hat. Enthält ein Weg einen Brunnen, verdoppelt er seinen Wert (zwei Punkte statt einem pro Plättchen).

Derjenige, der jetzt die Mehrheit an Gefolgsleuten im gerade abgeschlossenen Gebäude besitzt, bewegt seinen Zählstein um die entsprechende Punktzahl (Haus 1 Punkt , Turm 2 Punkte pro Plättchen) auf der Zählleiste vorwärts. Trifft man hier nun auf Mauerplättchen deckt man es auf. Es gibt 18 verschiedene. Einige erlauben, einen weiteren Zug zu machen, lassen ein Gebäude doppelt wertvoll werden, geben am Ende Sonderpunkte und ähnliches. Man darf diese kleinen Plättchen behalten, und bei Gelegenheit einsetzen. Das Spiel ist beendet, wenn alle Plättchen ausgelegt wurden.

drei WegplättchenAuch auf Märkte kann man einen Gefolgsmann legen, doch Märkte werden erst am Ende des Spiele ausgewertet. Hier zählt dann jeder Marktstand, diese sind auf einigen Plättchen im Wiesenbereich zu finden, 3 Punkte. Am Ende der Spieles sind nicht vollendete Häuser und Türme wertlos. Während des Spieles markiert jeder sein größtes vollendetes Haus mit seinem Palas. Am Ende des Spieles bekommt derjenige, der den größeren Palas besitzt, noch einmal so viele Punkte, wie das größte nicht gefüllte Loch in der Stadtmauer Plättchen beherbergen könnte. Gewonnen hat derjenige, der am Ende die meisten Punkte erspielen konnte.

Eine Bewertung fällt mir schwer. Das Spiel funktioniert gut, erfordert einiges an Übersicht, und verlangt oft die Entscheidung, ob man sofort viele Punkte macht, oder lieber mit weniger Punkten eines der Mauerplättchen erringt. Doch irgendwie will kein bei mir Carcassonne-Feeling aufkommen. Für mich entwickeln sich alle Carcassonnes bisher organisch. Beginnend mit dem Startplättchen entwickelt sich eine wunderbare Landschaft.
Die Burg hingegen ist wesentlich funktioneller gestaltet. Die Häuser sind als Häuser zu erkennen, aber schon bei Türmen habe ich Schwierigkeiten, mir hier Türme vorzustellen. Man beginnt nicht immer gemeinsam am gleichen Stück zu bauen, sondern kann beliebig an den Startpunkten einen neuen Bereich beginnen. Spätestens dann, wenn der Palazzo fest in einer Hand ist, versucht der andere, die übrigbleibenden Lücken möglichst klein zu halten. Das Spiel bietet einiges an taktischen Möglichkeiten, ist leicht erlernt, doch es gut zu spielen, ist nicht so einfach. Viele, die Carcassonne bisher nicht so gern spielten, mögen die Burg. Daher kann ich das Spiel allen ans Herz legen, die ein taktischeres Carcassonne spielen wollen. (bd)

Steckbrief
Carcassonne
Die Burg

Autor Verlag Spieler Alter Spieldauer Illustration
Klaus-Jürgen Wrede,
Reiner Knizia
Hans im Glück 2 ab 8 Jahre 30 - 45 Minuten Christof Tisch