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Mitten im Urwald stehen die Pyramiden des Jaguars, und sind völlig leer. Klar ist nur, dass sie vier Etagen hoch sind. In der untersten Stufe werden vier Karten abgelegt. In jeder Stufe darüber findet eine Karte weniger Platz. Jeder der beiden Spieler baut seine eigene Pyramide. Außerdem hat jeder noch seinen Forscher, eine Spielfigur in braun bzw. grau, die den Dschungelpfad entlang läuft. Der Spieler, dessen Forscher bei Spielende den Pfad weiter zurückgelegt hat, ist der Gewinner.

Spielplan mit Karten und ForscherFür den Pyramidenbau gibt es 40 Karten, die jede eine Zahl von 1 bis 40 zeigt. Für den Pyramidenbau erhält jeder Spieler 15 dieser Karten. Die restlichen 10 Karten werden zunächst beiseite gelegt. Damit ein Startspieler festgelegt wird, spielt jeder eine Karte. Der Spieler mit der höheren Zahl auf seiner Karte beginnt. Der Spieler, der am Zug ist, wählt zwei Karten aus seiner Hand aus und bietet sie dem Mitspieler an. Dieser wählt eine Karte, die er in seine Pyramide einbauen muss. Der andere Spieler muss dann die übriggebliebene Karte in seine Pyramide einbauen. In jeder Stufe der Pyramide müssen die Zahlen von links nach rechts aufsteigend sein. Außerdem müssen Karten auf einer höheren Stufe höhere Zahlen aufweisen als alle Karten in darunter liegenden Stufen. Somit müssen die Karten zunächst von links nach rechts, dann von unten nach oben immer größer werden. In den meisten Fällen versucht ein Spieler, die Karte auf ein leeres Feld seiner Pyramide zu legen, um sie so zu vervollständigen. Eine Karte darf aber auch auf eine andere Karte gelegt werden. Geschieht dies, so wird sie mit einem Jaguarstein markiert, der anzeigt, dass hier nicht noch einmal überbaut werden darf. Außerdem zieht der Forscher des Mitspielers für das Überbauen einer Karte auf dem Dschungelpfad voran. Die Strecke, die er zurücklegt richtet sich dabei nach der Stufe, in der die Karte überbaut wird, je höher die Stufe je weiter zieht der Forscher. Auf etlichen Felder des Dschungelpfads befinden sich Symbole, die es dem Forscher erlaubt, eine Sonderaktion auszuführen: entweder einen Jaguarstein von einer Karte entfernen oder eine Karte aus der eigenen bzw. fremden Pyramide entfernen oder ein Karte bei Gegner ziehen und aus dem Spiel nehmen. Gelingt es einem Spieler, seine Pyramide zu komplettieren, endet der Durchgang und der erfolgreiche Spieler darf seinen Forscher um fünf Felder auf dem Dschungelpfad voranziehen. Wenn es keinem Spieler gelingt, die Pyramide fertig zu stellen, halten sie zum Schluss noch eine Karte auf der Hand. Diese dürfen sie bei sich einbauen. Ist auch dann noch keine Pyramide fertig, erhält der Spieler die fünf Felder auf dem Dschungelpfad, der mit dem Bau am weitesten ist.

eigene PyramideNachdem ein Durchgang beendet ist, kommt es zur Dschungelprobe. Dazu steht neben den Feldern des Dschungelpfads eine Zahl. Von den 10 zur Seite gelegten Karten wird nun eine aufgedeckt. Ist diese Zahl niedriger als die Zahl am Feld des führenden Forschers, endet das Spiel, ansonsten werden alle Karten wieder gemischt und eine weitere Runde Pyramiden bau folgt. In den meisten Fällen endet das Spiel nach ein oder zwei Runden.

Der Pyramidenbau bringt die Spieler immer in Entscheidungsnöte. Zu Beginn ist es noch einfach, Karten auf freie Felder der Pyramide zu bringen, doch schon hier wird der Grundstein für den Erfolg gelegt. Dabei muss man sich einerseits nach den eigenen Karten richten, denn man weiß ja, welche Zahlen noch kommen. Andererseits muss man den Bau des Mitspielers beobachten. Nur so kann man erahnen, welche Zahlen noch von ihm zu erwarten sind. Und hier ist die Crux: bei den Karten des Mitspielers habe ich die erste Wahl, kenne sie aber nicht; bei mir kenne ich die Karten, kann aber nur die fünfzehnte sicher für mich behalten. Ein schönes Dilemma. Hinzu kommt die unterschiedliche Wertigkeit der Stufe. Während man in der unteren Stufe leicht einmal eine Karte überbauen kann, ist dies in den oberen Stufen richtig teuer. Und hier greift dann der Dschungelpfad: denn manchmal ist ein einzelner Schritt des gegnerischen Forschers doch nicht so preiswert, denn die richtigen Sonderaktion im falschen Moment kann einen beim Pyramidenbau deutlich benachteiligen.

So ergibt sich ein Spiel, dass von den Spielern viel Aufmerksamkeit und Vorausschau erfordert. Und hierdurch ist auch ganz klar die Zielgruppe definiert. (wd)

Steckbrief
Die Pyramiden
des Jaguar

Autor Verlag Spieler Alter Spieldauer Illustration
Günter Burkhardt Kosmos 2 ab 10 Jahre 30 - 40 Minuten Andreas Steiner