Bei Kupferkessel Co. Begeben wir uns im einen Laden, der Zauberzutaten vorrätig hat. Nein, dieser Laden liegt nicht in der Winkelgasse und hat nichts mit Harry Potter zu tun, denn der Erwerb der Zutaten ist kostenlos.
Es gibt 14 verschiedene Zutaten, jede im Wert von eins bis vier und jede ist auf einer Karte dargestellt. Zu Beginn werden 32 dieser Karten in einem 6 * 6 Quadrat ausgelegt, die Ecken werden dann mit speziellen Eckkarten aufgefüllt. Jeder Spieler bekommt bereits eine Zauberzutat als sein eigen. Diese legt er vor sich ab und beginnt damit seinen "Kessel". Außerdem erhält jeder Spieler eine Spielfigur, die sie auf gegenüberliegenden Eckkarten platzieren.
Abwechselnd
folgen nun die Züge der Spieler. Dazu zieht er seine Spielfigur außen
um die Auslage herum, und zwar so viele Felder wie die oberste Karte in seinem
Kessel an Wert hat. So bewegt sich die Figur um ein bis vier Reihen im
Uhrzeigersinn. Kommt die Spielfigur an einer Eckkarte zum stehen, endet der
Zug. Anderenfalls - die Figur steht an einer waagerechten oder senkrechten
Reihe - muss der Spieler eine der in der Reihe ausliegenden Karten nehmen
und sie oben auf seinen Kessel legen. Anschließend füllt er die
Reihe mit einer Karte vom Nachziehstapel auf. Wenn die Karte den Wert "2"
hat, tritt noch eine Sonderaktion ein. Entweder berstet der Hexenkessel und
der Mitspieler verliert die oberste Zutat aus seinem Kesseloder Zauberstab
und -hut verleihen ihm die Kraft, direkt noch einmal zu ziehen und eine Zutat
zu nehmen.
Wenn der Nachziehstapel aufgebraucht ist, können die von den Spielern aufgenommenen Karten nicht mehr ersetzt werden und es entstehen Lücken. Damit beginnt die Schlussphase. Irgendwann kommt eine Figur in einer Reihe zum stehen, in der nur eine Karte liegt. Dieses eine Mal kann der Spieler frei entscheiden, ob er die Karte nimmt oder nicht. Danach ist das Spiel in jedem Fall zu Ende.
Anschließend werden die gesammelten Zutaten bewertet. Zunächst erhält der Spieler mit mehr Zutaten im Wert "1" fünf Punkte. Jetzt werden alle Zutaten sortiert. Jede nur einmal vorhandene Zutat zählt dabei Minuspunkte, jede doppelt vorhandene Zutat ist nichts wert. Bei dreifach vorhandenen Zutaten gibt es Pluspunkte und hat man sämtliche vier Zutaten gibt es noch zusätzlich fünf Bonuspunkte. Die Wert der Zutaten in weiß bzw. schwarz werden dabei verdoppelt.
Für
erfahrene Spieler gibt es eine Variante mit Rezeptkarten. Jede dieser
Rezeptkarten zeigt eine Bedingung. Ist diese bei Spielende erfüllt,
gibt es je nach Schwierigkeitsgrad 5 bis 15 weitere Punkte. Einige Bedingung
sind von zwei bestimmten Zutaten mindestens je drei Karten zu sammeln oder
du musst weniger Karten mit dem Wert "4" als der Mitspieler haben. Von diesen
Rezeptkarten bekommt dann jeder Spieler zwei zu Beginn des Spieles..
Kupferkessel
Co. Ist ein kurzweiliges Spiel, bei dem ein gutes Gedächtnis hilfreich
ist. Da der Wert der Karte die nächste Zugweite bestimmt, erlaubt
Kupferkessel Co. ein Stück Vorausplanung ohne dass es zu langatmigen
Überlegungen kommt. Dabei wechseln sich konstruktive und destruktive
Spielweisen ab. Während man bemüht ist, die eigenen Zutaten auf
mindestens drei Stück zu bekommen, ist man gleichzeitig bemüht,
dem Mitspieler genau dies zu verbauen. Besonders lukrativ ist dabei die Aufnahme
einer Karte mit dem Wert "1", um die Vervollständigung eines Satzes
zu verhindern.
Damit sind wir auch schon beim Clou des Spiels, der Wertung. Da Karten im Wert "1" einer Sonderwertung unterliegen und Karten im Wert "2" eine Sonderaktion auslösen, gibt es keine schlechten Karten, es gibt lediglich richtige und falsche. Und dies weiß man auch nur für bestimmte Zutaten, da man sich nicht alle aufgenommenen Karten merken kann.
Die Verwendung der Rezeptkarten ist Geschmackssache. Die Punkte für das Erfüllen einer solchen Karten ist nicht unerheblich. Ihre Zuteilung ist zufällig und sie zerstört die freie Wahl der gewünschten Zutaten. Außerdem erfordern sie eine erhöhte Aufmerksamkeit und ändern so das lockere Grundspiel in eine Konzentrationsübung. Sie sind eine Alternative, was bei einem Spiel dieser Größe und Spieldauer bemerkenswert ist.
Kupferkessel Co. ist ein gutes Zwei-Personenspiel in handlicher Größe, das nur das Pech hatte, auf der gleichen Messe wie das Sternenschiff Catan präsentiert zu werden. (wd)
P.S.: für alle, die es bedauerlich finden, dass Kupferkessel Co. nur zu zweit spielbar ist, bietet der Autor Günter Burkhardt auf seiner Site eine Variante für drei Spieler.
Steckbrief |
Autor | Verlag | Spieler | Alter | Spieldauer | Illustration |
| Günter Burkhardt | Goldsieber | 2 | ab 8 Jahre | ca. 20 - 30 Minuten | Franz Vohwinkel |