Als wir Kampf der Gladiatoren in Nürnberg vorgestellt bekamen, klang das Spiel nach einer Würfelorgie und waren am überlegen, ob wir es überhaupt rezensieren wollten. Als wir dann nach Hause kamen, fand unser Sohn Alexander das gar nicht gut, weil man bei Kampf der Gladiatoren doch mal eben eine Runde "metzeln" könne. Also haben wir es uns nun doch angeschaut.
Die
Arena, in der die Gladiatoren antreten, besteht aus 17 Feldern. Diese sind
in einem Sechseckraster angeordnet. Jeder Spieler erhält je nach Spielerzahl
drei oder vier Gladiatorenwagen. In der ersten Phase des Spiels gilt es,
seine Wagen in die Arena zu bringen und mit Gladiatoren zu bestücken.
Wer an der Reihe ist, nimmt entweder einen noch unbemannten Wagen und stellt
ihn in die Arena - wenn möglich nicht neben einen eigenen Wagen - und
wählt einen ersten Gladiator dafür aus oder er schickt einen weiteren
Gladiator auf einen seiner noch nicht voll besetzten Wagen. Als Gladiatoren
stehen viele Schwertkämpfer, sowie einige Speerwerfer, Netzwerfer,
Zweizackträger und Schildträger zur Verfügung, deren Funktionen
wir noch im Kampf kennen lernen werden. Nach die Arena dann mit 8 bis 15
Gladiatorenwagen und bis zu 60 Gladiatoren gefüllt ist, werden noch
die wilden Tiere losgelassen. Auf jedes unbesetzte Feld legen die Spieler
reihum ein solches Tier, entweder einen Löwen, einen Bären oder
einen Stier.
Jetzt
können die "Spiele" beginnen. Der am Zug befindliche Spieler greift
mit einem seiner Gladiatorenwagen einen fremden Wagen oder ein wildes Tier
an. Der Kampf läuft dabei weitestgehend gleich ab, also erst einmal
den Kampf gegen einen anderen Wagen. Als erstes wird die Anzahl der Speerwerfer
verglichen. Wer mehr Speerwerfer besitzt, darf zuerst zuschlagen. Bei Gleichheit
der Spieler, der am Zug ist. Als nächstes treten die Netzwerfer in Aktion.
Jeder eigene Netzwerfer nimmt einen gegnerischen Gladiatoren aus dem Kampf.
Nun kommen die Schwertkämpfer an die Reihe und damit beginnt das eigentliche
Gemetzel. Für jede Schwertkämpfer erhält der Spieler einen
Würfel. Hinzu kommt noch ein weiterer Würfel für den Wagen,
mit zwei Schwertkämpfern erhält man also drei Würfel. Diese
Würfel zeigen einmal einen Doppeltreffer, zwei Mal einen einfachen Treffer
sowie drei Mal nichts. Nach dem würfeln können die Zweizackträger
ins Spiel kommen. Hat der Würfler mehr dieser Gladiatorenart als der
gegnerische Wagen, so darf er alle Würfel noch einmal würfeln.
Das neue Ergebnis muss dann aber genommen werden, auch wenn es schlechter
ausfällt. Bevor es zu Verletzungen kommt, greifen noch die
Schildträger des angegriffenen Gladiatorenwagens ein. Jeder
Schildträger verhindert einen einfachen Treffer; gegen Doppeltreffer
sind sie aber machtlos. Nun erhält der Wagen für jeden Treffer
eine Markierung. Für je zwei Treffer hat es einen Gladiator erwischt.
Der Spieler, dem der Wagen gehört, entscheidet, welcher Gladiator betroffen
ist und gibt ihn an den Angreifer. Ein eventuell überzähliger Treffer
bleibt als Markierung auf dem Wagen liegen. Sofern sich nach dem Angriff
noch ein Gladiator auf dem Wagen befindet, schlägt er zurück. Dies
geschieht nach denselben Regeln, doch nach dem jetzigen Bestand an Gladiatoren
auf dem Wagen. Nach dem der Rückschlag ausgeführt worden ist, ist
der nächste Spieler an der Reihe. Der Kampf gegen Tiere läuft bis
auf wenige Unterschiede genauso ab. Die Tiere haben ihre "Waffen" aufgedruckt,
ebenso die Anzahl der Treffer, nach der das Tier tödlich verwundet ist.
Einzig Tiere haben keine Netze und Netzwerfer sind gegen Tiere wertlos. Das
Spiel endet, sobald nur noch ein Spieler Gladiatoren in der Arena besitzt,
Er nimmt die überlebenden Gladiatoren zu denen die er besiegt hat. Jeder
Spieler zählt nun die von ihm getöteten bzw. auch seine
überlebenden Gladiatoren und Tiere. Jeder Gladiator zählt einen
Punkt, jedes Tier zwei und wer die meisten Punkte hat, ist Sieger.
Abgerundet wird das Spiel noch durch zusätzliche Regeln für die Bewegung der Gladiatorenwagen und eine Regel, dass Spieler ohne Gladiatoren mit einem wilder Tier weiterkämpfen können und so weder ausscheiden noch hilflos mit ansehen müssen, wie die anderen Spieler noch Punkte machen.
Kampf
der Gladiatoren fällt schon wegen seiner Thematik auf. Die Regel vermeiden
zwar Wörter wie "Tod" und "tödlich", doch ist jedem klar, was mit
einem Gladiator im Kampf passiert. In unseren Runden hat dies nicht
gestört. Dafür sind die Gladiatorenplättchen und die Arena
auch zu abstrakt.
Was das Spiel angeht, wird es zurecht als Würfel- und nicht als Brettspiel deklariert. Gewürfelt wird viel und die Würfel bringen die Entscheidung. Es wird viel gewürfelt, Taktik bleibt im Hintergrund. Das Spiel ist somit nichts für Spieler, die vom einem "Knizia" tiefere Denkarbeit erwarten, sondern die sich auf ein lockeres Würfelspielchen einlassen können. Dies sind, und hier schließt sich der Kreis zur Einleitung, vor allem Jugendliche. Besonders sie haben ihren Spaß an der Würfelei und stören sich nicht an der Thematik. (wd)
Steckbrief |
Autor | Verlag | Spieler | Alter | Spieldauer | Illustration |
| Reiner Knizia | Hans im Glück | 2 - 5 | ab 10 Jahre | ca. 45 Minuten | Mathias Dietze |