Die Dschunke entführt uns zu den schwimmenden Märkten des fernen Ostens. Handlungsort ist jedoch nicht ein riesiger Hafen, sondern alles spielt sich auf fünf Dschunken ab. Vier dieser Dschunken sind mit jeweils einer bestimmten Warensorte beladen. Diese Sorten sind Gemüse, Fisch, Gewürze und Reis. Auf der fünften Dschunke kann man mit allen Sorten handeln, es werden aber die Lager der speziellen Dschunken benutzt.

SpielsituationJeder Spieler erhält Ladungsstreifen, die jeweils drei Kisten zeigen. Vor Spielbeginn werden einige Streifen, wie in der Spielregel vorgegeben, auf die Dschunken verteilt. Von den Warenkarten werden von jeder Sorte bei drei Spielern sechs, bei vier Spielern acht Karten genommen, gemischt, und an die Teilnehmer als Handkarten verteilt.
Jeder Spieler erhält zwei Nachschubkarten. Drei Kaufleute und zwei Gehilfen werden, wie in der Regel angegeben, auf die Dschunken und die Ablaufleisten verteilt. Der Startspieler erhält den Startspielerstein und das Spiel kann beginnen.

Die erste Marktkarte wird aufgedeckt. Sie zeigt, welchen Wert die einzelnen Güter in dieser Spielrunde haben. Der Startspieler kann sich nun eine der vier (bei drei Spielern) oder fünf (bei vier Spielern) Tätigkeiten von Kaufleuten und Gehilfen aussuchen. Dabei hat jeder eine spezielle Aufgabe. Die Kaufleute können nur auf der Dschunke, auf der sie sich befinden

Die Yüan dienen hier nicht als Zahlungsmittel, sondern sie sind eine reine Punktanzeige.

10 Yüan ScheinDie Gehilfen, können jeweils die Aktionen durchführen, die ihnen auf der Ablaufleiste zugewiesen wird. Sie führen diese auf Dschunken aus, auf denen kein Kaufmann zugegen ist. Bei drei Spielern darf z. B. der Gehilfe in der ersten Runde einen Ladestreifen aufladen, sind vier Spieler beteiligt, holt der andere Gehilfe für jede offenliegende Kiste der eigenen Farbe ein Gut.

Hat der erste Spieler seine Wahl getroffen, dreht er den entsprechenden Spielstein als Zeichen, das dieser in dieser Runde nicht noch einmal gewählt werden darf, um und der nächste Spieler trifft seine Wahl. Hat jeder Spieler seine Aktion ausgeführt, darf sich jeder Spieler für jede Nachschubkarte ein beliebiges Gut nehmen.

Jetzt kommt es zum Warenpoker. Wie schon am Anfang gesagt, zeigt die Marktkarte die Wertigkeit der einzelnen Güter in der augenblicklichen Runde. Die meisten Karten zeigen für drei Güter die Werte 1, 2 und 4. Das letzte Gut ist entweder 3 oder ein S. Dieses S steht für Sonderkarte (diese werden später erklärt).

Jede Spieler  nimmt keine, eine oder mehrere Karten einer Sorte in die Hand. Alle werden gleichzeitig aufgedeckt. Hat ein Spieler als einziger eine Warensorte in der Hand, bekommt er die Yüan/Sonderkarte wie auf der Marktkarte angegeben. Haben mehrere Spieler das gleiche Gut, geboten, bekommt es derjenige, mit dem höchsten Gebot, bei gleichstand des höchsten Gebotes wird geteilt. Ist alles ausgezahlt gehen sämtliche Gebote, auch die nicht erfolgreichen zurück auf ihre Dschunken. Diese Felder der Marktkarte werden abgedeckt, und falls es noch freie Güter gibt, werden diese in einer zweiten oder auch dritten Runde versteigert. Bietet man zwei verschiedene Güter als einmal, wird dies als 0 Waren gewertet, un mn darf alle behalten.

Hier gibts für grün viel zu holenJetzt folgen, wie versprochen,die Hinweise zu den Sonderkarten. War man im Warenpoker um die Sonderkarte erfolgreich, darf man sich einen der vier Sonderkartenstapel ansehen, sich eine der Karten heraussuchen und den Rest verdeckt zurücklegen. Hier gibt es drei verschieden Typen. Zum einen gibt es Karten, die immer wirken, zum Beispiel weitere Nachschubkarten, oder die Erlaubnis, Warenkarten zu tauschen. Der zweite Typ erlaubt eine Sonderaktion, so kann man eine Bestimmte Dschunke auszahlen lassen, einen Ladungsstreifen verschieben usw. Diese Karten legt man nach der Auswahl offen vor sich ab. Der dritte Typ wirkt erst am Ende des Spiels und wird verdeckt abgelegt.. Er gibt eine oder mehrere Dschunken vor, auf denen eine bestimmte Anzahl von eigenen Kisten beim Spielende oben liegen muss. Hat man dies erreicht, gibt es hierfür Sonder-Yüan.

Nach dem Warenpoker werden die Kaufleute wieder aufgedeckt und wandern eine Dschunke im Uhrzeigersinn, die Gehilfen wandern ein Feld auf der Rundenanzeige weiter. Die Startspielerdschunke wandert einen Spieler weiter, und die nächste Runde kann mit dem Aufdecken der neuen Marktkarte beginnen. Einige Felder der Rundenanzeige sind gekennzeichnet. So darf sich in jetzt der dritten und achten Runde jeder Spieler eine kostenlose Sonderkarte aussuchen, in der fünften und neunten Runde zählt jeder seine Yüan und gibt das Ergebnis allen bekannt.

Eine SonderkarteNach zehn Runden ist das Spiel beendet. Nun zählt jeder seine Yüan. Alle Sonderkarten , die Aufgaben für das Spielende enthalten, werden aufgedeckt und gegebenenfalls ausgezahlt. Zu diesen Punkten kommt noch ein Spiel-ende-bonus hinzu. Für jede Dschunke, auf der eine eigene Kiste oben zu sehen ist, erhält man vier Punkte, ist man auf allen fünfen vertreten, bekommt man einen Bonus von 25 also fünf pro Dschunke.

Der Spielablauf ist schnell verstanden, und die Altersangabe ab 10 ist zutreffend. Es gibt keinen großen Zufallsfaktor, abgesehen vom Marktstapel, der Anordnung der Sonderkarten in den vier Stapeln und den seltsamen Reaktionen der Mitspieler. Oft denkt man, der Mitspieler wird in der nächsten Runde einen bestimmten lukrativen Zug machen, doch nein, er macht kurzfristig nur den für sich zweitbesten Zug, der dann alle eigenen Planungen über den Haufen wirft. Da die Möglichkeiten, was man tun kann, sehr begrenzt sind, geht jeder Spielzug ohne Wartezeiten schnell vonstatten. Wenn man, wie es anfangs oft geschieht, die Gehilfen vernachlässigt, und sich auf die Kaufleute konzentriert, ist der Handlungsrahmen sehr eng, doch nach einiger Zeit bleibt am Ende der Runde oft ein Kaufmann auf dem Plan über, weil die Gehilfen etwas flexibler in ihren Handlungen sind. Die kurze Spieldauer tut ein weiteres, dass man nicht viel gegen eine Revanche hat.

Bei der Dschunke trat bei unseren Spielen ein seltsamer Effekt auf. Während die meisten Spielerinnen sie sehr gern spielten, kam sie bei den Spielern nicht ganz so gut an. Die Spieler fühlten sich in ihrer Handlungsfreiheit eingeengt, und wollten viel mehr machen, als ihnen erlaubt war, während die Frauen meist versuchten aus der Situation das beste zu machen. (bd)

Steckbrief
Dschunke

Autor Verlag Spieler Alter Spieldauer Grafik
Michael Schacht Queen Games 3 - 4 ab 10 Jahre 45 - 90 Minuten Christof Tisch
Jörg Asselborn