ist ein ungewöhnliches Spiel. Es kommt nicht bei einem der gewohnten Verlage heraus, sondern wurde von Thomas Fackler im Auftrag von DaimlerChrysler entwickelt. Mit dem Spiel soll auf die Unterstützung, die der Konzern den Ausgrabungen zukommen lässt, hingewiesen werden. Das Archäologenteam hat Thomas Fackler bei der Entwicklung des Spiels wissenschaftlich unterstützt. Doch jetzt erst einmal zum Spiel.
Das Spiel enthält ein Spielbrett, das die Höhenlinien des Ausgrabungsgebietes zeigt und am Rand eine Wertungsleiste hat. Außerdem gibt es fünf verschiedene Ausgrabungsschichten, Troja I, II, VI, VII und VIII/IX.
Die jüngsten vier Schichten bestehen aus je 16 quadratischen Plättchen, die in einen Rahmen eingelegt werden. Die älteste Schicht besteht aus nur neun Plättchen. Diese Plättchen zeigen auf der Vorderseite ein Symbol, aus welcher Schicht das Plättchen stammt und zusammengesetzt jeweils die Höhenlinien des Gebietes.
Auf dem Bild ist die jüngste Schicht oben rechts zu sehen, die älteren folgen entgegen dem Uhrzeigersinn.
Die
Rückseiten von Stellen, an denen es keine Funde gab, sehen aus wie die
Vorderseite. Bei Fundorten ist zusätzlich zu den Höhenlinien eine
Skizze des Fundortes und ein Nordpfeil vorhanden. Die zugehörige Schicht
ist dann nicht zu erkennen.
Zu Beginn des Spieles wird der Grabungshügel aufgeschüttet, wie es die Jahrhunderte in der Realität getan haben. Hierzu nimmt man als erstes alle Plättchen der Schicht Troja I, mischt sie, und legt sie auf den Spielplan. Dabei ist nicht von Bedeutung, ob die Plättchen mit Vorder- oder Rückseite nach oben liegen bzw. ob sie sich überlappen oder nicht. Danach wird die Schicht Troja II gemischt und darauf geschüttet. Nacheinander verfährt man jetzt mit allen anderen Schichten in gleicher Weise, und erhält einen Haufen durcheinander liegender Plättchen, den Grabungshügel.
Jeder Spieler erhält nun ein Grabungszelt (Sichtschirm) und die 12
Aktionskarten seiner Farbe. Diese Aktionskarten berechtigen entweder zum
Graben auf dem Grabungshügel oder zum Veröffentlichen seiner
Forschungen. Die Karten, die zum Graben berechtigen haben Nummern von 1 bis
20, die Veröffentlichungskarten haben die Ziffern von 37 bis 60.
Je nach Spielerzahl wählt man nun eine bestimmte Anzahl von
Veröffentlichungs- und Grabungskärtchen aus. Außerdem darf
sich jeder Spieler ein Plättchen vom Grabungshügel in sein Zelt
(d.h. hinter den Schirm ) legen. Wenn dann die restlichen unmarkierten
Grabungslizenzen gemischt auf einem verdeckten Stapel liegen, kann es losgehen.
Jeder Spieler wählt eine Karte aus, die zeigt, was er tun will. Die
Ziffern bestimmen dabei die Reihenfolge der Spieler.
Die Grabungslizenzen geben dem Spieler fünf Aktionspunkte. Für einen Punkt kann er graben, d.h. ein Plättchen vom Hügel vor sein Zelt legen. Auch das Erforschen eines Plättchens (hinter dem Sichtschirm die bisher verdeckte Seite anschauen ) kostet einen Punkt. Das Erforschen ist auch schon frühzeitig notwendig, da man nur fünf Plättchen vor dem Zelt liegen lassen darf.
Die Grabungen und Untersuchungen bereiten Veröffentlichungen vor, diese bringen Reputationen, d. h. Punkte.
Will man eine Veröffentlichung machen, darf man dazu bis zu fünf Plättchen , die man im Grabungszelt untersucht hat, auf die zugehörigen Tafeln legen. Wohin das Plättchen gehört ist am Schichtsymbol an der Vorderseite und den Höhenlinien zu erkennen. Eine Veröffentlichung kann aus einem oder mehreren zusammenhängenden Plättchen besehen.
Hierbei gibt es zwei Typen von Veröffentlichungen.
Hauptveröffentlichung
Die erste Veröffentlichung in einer Schicht ist immer eine
Hauptveröffentlichung. Jede weitere Hauptveröffentlichung muss
mehr zusammenhängende Plättchen enthalten, als jede Gruppe in dieser
Schicht.
Nebenveröffentlichungen
sind einzelne Teile oder für eine Hauptveröffentlichung zu kleine
Gruppen. von Plättchen. Diese müssen immer an schon liegende
Plättchen anschließen.
Durch diese Bedingungen kann es passieren, dass man einige Plättchen nicht oder nur sehr spät veröffentlichen kann.
Bei
einer Veröffentlichung gibt es für jedes Plättchen einen Punkt.
Handelt es sich um eine Fundstelle gibt es einen weiteren Punkt. Auch eine
Hauptveröffentlichung gibt für jedes Plättchen einen Bonuspunkt.
So bringt jedes veröffentlichte Plättchen einen, zwei oder drei
Punkte. Hat man eine Veröffentlichung durchgeführt, darf man sich
zum Abschluss eine Grabungslizenz vom verdeckten Stapel nehmen.
Trifft der Wertungsstein am Ende der Wertung auf einen fremden Stein, so wird dieser auf das nächste freie Feld zurückgesetzt.
Das Spiel endet, wenn alle Spieler ihre Veröffentlichungskarten aufgebraucht haben. Wer dann die meisten Reputationspunkte hat, ist Sieger.
Dies Spiel ist nicht für Spieler geeignet, die viel Interaktion und Leben im Spiel haben wollen, da es die Arbeit eines Archäologen absolut stimmig umsetzt. Die Hauptarbeit besteht im Graben und Untersuchen. Man versucht, anhand der Höhenlinien und Symbole zusammenhängende Stücke zu finden, um Hauptveröffentlichungen zu machen. Sieht man nur die Rückseite eines Fundortes, ist dieses Plättchen zwar 2 Punkte wert, doch es ist fraglich, wie es veröffentlicht werden kann. Auch die Auswahl der Ziffer auf der Aktionskarte ist entscheidend. Anfangs lässt man gerne die anderen graben, um als erster an die frühen Schichten heranzukommen, später möchte man gern erster sein, um das Fundsstück, das oben auf dem Stapel liegt und vermutlich die nächste eigene Hauptveröffentlichung ermöglicht, zu bekommen.
Man
plant für sich, muss jedoch auch die Funde der Anderen im Auge behalten.
Ein Ärgern der Mitspieler ist gezielt kaum möglich. Nimmt man jemandem
ein Plättchen, das er vermutlich gut brauchen kann weg, so hat man im
Normalfall Müll, bei dem man hofft, ihn noch veröffentlichen zu
können.
Das ganze Spiel ist in sich stimmig aufgebaut, auch die Ton in Ton Umsetzung
passt dazu. Dem Spiel liegt eine Broschüre bei, in der die alten Sagen
über Troja behandelt werden und die Arbeit eines Archäologen
beschrieben wird, die man im Spiel nachempfindet. Auch die Ausgrabungsgeschichte
Trojas und Informationen über die einzelnen Schichten, die im Spiel
vorkommen, sind vorhanden.
Troja ist das Spiel für einen gemütlichen Spielabend in kleinem Kreis bei einem Gläschen Wein. Nur die Kerzenbeleuchtung sollte man sein lassen, weil die Höhenlinien nicht mehr zu erkennen sind. Ein lebhaftes Spiel am Nebentisch schmälert doch sehr den Genuss. Schon im Messerummel der Spiel' 00 hat uns das Spiel gut gefallen, die Feinheiten entdeckten wir jedoch erst bei ruhigen Spielen zu Hause. (bd)
Steckbrief |
Autor | Verlag | Spieler | Alter | Spieldauer | Illustration |
| Thomas Fackler | DaimlerChrysler AG | 2 - 4 | ab 9 Jahre | 60 Minuten | Thomas Fackler |