Wie im Film bzw. im Buch, so machen sich auch hier die Gefährten auf den Weg vom Hobbingen im Auenland nach Mordor. Weil aber das Spiel aber ein Spiel zum Film ist und dieser nur den ersten Teil, die Gefährten, umfasst, geht der Weg von Hobbingen auch nur bis Amon Hen. Der Weg ist in vier Etappen aufgeteilt und geht von Hobbigen nach Bree und von dort über die Wetterspitze nach Bruchsal. Diese beiden Etappen sind auf der einen Seite des Spielplan, auf der anderen geht es dann durch Moria nach Lórien und weiter entlang des Flussen nach Amon Hen.
Die
Gefährten, das sind Frodo und Sam sowie Merry und Pippin. Jeder Spieler
erhält einen dieser Charaktere, und nimmt sich die Charakterkarte mit
dem Konterfei des Filmpendants. Die Hobbits beginnen ihre Reise in Hobbingen.
Frodo wird der erste Ringträger und beginnt die erste Runde. Ziel ist
es möglichst viele Heldenpunkte zu bekommen und viele davon gibt es
dafür, die Etappen möglichst früh zurückzulegen. In jeder
Spielrunde würfeln die Spieler mit zwei Würfeln. Danach muss sich
der Spieler entscheiden, welches Würfelergebnis für das
Vorwärtskommen benutzt wird und welcher die aktuelle Kampfstärke
angibt. Entsprechend der Würfelanzahl zieht der Spieler seinen Hobbit
vorwärts. Dabei werden freie Felder nicht mitgezählt, so dass es
immer eine eindeutige Reihenfolge gibt. Endet der Zug auf bestimmten Feldern,
so nimmt der Spieler eine Ereigniskarte und führt die darauf enthaltene
Anweisung durch.
Nachdem jeder Spieler seinen Zug hatte, kommt es zu einer
Begegnung. Diese Begegnungen führen immer zu einem Kampf. Der Spieler,
der auf der Etappe am weitesten vorne steht, muss den Kampf zunächst
beschreiten. Er würfelt und addiert zu dem Ergebnis seine vorher
ausgewürfelte aktuelle Kampfstärke. Für den Gegner würfelt
einer der anderen Spieler und zu diesem Ergebnis wird ein Wert addiert, der
auf der Karte aufgedruckt ist. Von diesen Werten gibt es drei und zunächst
gilt der erste, der meistens auch der höchste ist. Hat der Spieler
mindestens das gleiche Ergebnis wie der Gegner, gewinnt er und erhält
eine Belohnung. Diese richtig sich in etwas nach des Gegners Stärke.
Verliert er den Kampf, so muss der Hobbit zurück. Ist das Feld direkt
hinter ihm frei, zieht er darauf und wiederholt den Kampf. Steht dort aber
ein Hobbit, so zieht er hinter ihm auf das nächste freie Feld. Dabei
kann er durchaus mehrere Positionen zurückfallen. In diesem Fall muss
nun der führende Hobbit den Kampf mit dem gleichen System fortführen,
erhält aber nun den zweiten Kampfwert des Gegners, der meistens
schwächer ist. Notfalls kommt auch noch ein dritter Hobbit zum Zuge,
der dann auf einen schon stark ausgelaugten Gegner trifft.
Steht ein Hobbit kurz vor Erreichen eines Etappenziels, wird
ihm die Entscheidungsmöglichkeit genommen. Er darf nicht mit dem
höheren das Ziel betreten. Damit nun aber hier nicht dem Zufall Tür
und Tor geöffnet wird, gibt es die Bewegungspunkte. Drei hat man zu
Beginn des Spieles, einen weiteren erhält man jedesmal, wenn man mit
beiden Würfeln weniger als 6 würfelt. Diese Bewegungspunkte kann
man dazu verwenden, um das Ergebnis für die Bewegung zu erhöhen
oder auch zu verringern, jedoch niemals unter 0 oder über 6. So kann
man gezielt Ereginiskarten ansteuern oder auch vermeiden und vor allem das
Etappenziel erreichen, auch wenn der Würfelwurf ein niedriges Ergebnis
beschert.
Am Etappenziel gibt es dann je nach Position Heldenpunkte, einen mehr für den Ringträger. Der Ring wechselt übrigens, wenn der Träger nach einer Runde letzter ist. Dann muss er den Ring an den führenden übergeben.
Dieses Grundprinzip erstreckt sich über alle Etappen. Spezielle
Schauplätze des Romans bilden zusätzliche Hindernisse. Begleiter
unterstützen die Gefährten im Kampf und Waffen erhöhen die
Kampfkraft dauerhaft. Dabei gibt es neben den
Bewegungspunkten
noch andere Mechanismen, die ausgleichend zwischen den Spielern wirken. So
bleiben die Spieler bezüglich der Heldenpunkte eng beisammen.
Schließlich erreichen die Hobbits Amon Hen und das Spiel endet. Die
Begleiter zählen nun als Heldenpunkte, wobei der in der Geschichte
versterbende Boromir einen Minuspunkt bringt und wer dann die meisten dieser
Heldenpunkte hat, ist Sieger.
Das Spiel setzt den langen Weg der Hobbits um. Dabei ist jeder Schritt von Gefahr begleitet, besonders von man die Gruppe der Gefährten anführt. Auch die einzelnen Etappen spiegeln dies wider: die ersten Etappen sind der Aufbruch zu der langen Reise, die Etappe durch Moria ist mit Unwegsamkeiten überhäuft und endet in der ruhigen Flussreise, die ihren Reiz ausschließlich aus der hohen Anzahl von Heldenpunkten zieht. Da Würfel über die Fortbewegung, die Kampfstärke und den Ausgang der Kämpfe entscheiden, enthält das Spiel ein hohes Glücksmoment, dass durch verschiedene Mechanismen zumindest soweit kompensiert wird, dass nur selten ein Spieler abgeschlagen zurückliegt. Das Spiel selbst stellt keine allzu hohen Ansprüche an die Spieler, da die taktischen Möglichkeiten begrenzt sind. Dafür besticht es durch die Atmosphäre, die vor allem Gelegenheitsspielern wichtig ist. (wd)
Steckbrief |
Autor | Verlag | Spieler | Alter | Spieldauer | Illustration / Grafik |
| J. R. R. Hering | Kosmos | 3 - 4 | ab 10 Jahre | ca. 60 Minuten |
Bernd Wagenfeld, Pohl & Rick Michaela Schelk |