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In diesem Spiel kämpfen die Spieler als Vertreter mächtiger Adelsfamilien um die Vorherrschaft im alten Rom. Diese zeigt sich durch Überlegenheit in den neun Baugebieten, den Präfekturen, die aus den Baugebieten der sieben Hügel, der Tiberinsel und dem Marsfeld bestehen. Je drei Präfekturen gehören zu einer Gruppe , die auf dem Spielplan durch die gleiche Farbe gekennzeichnet sind. Jede Präfektur enthält Bauplätze für Häuser bzw. Brunnen und einen Bauplatz für ein großes Gebäude.

Hochhäuser in der PräfekturJeder Spieler erhält zu Beginn des Spieles vier Häuser. Diese haben zweimal die Höhe eins und zweimal die Höhe zwei. Auf jede Bauhöhe kommt je ein rundes und ein eckiges Dach. Außerdem erhält jeder Spieler drei rund und drei eckige Dächer in seiner Farbe.

Der gesamte Ablauf wird durch das Ausspielen von Karten gesteuert. Hiervon gibt es drei Typen.

Diese Karten werden in drei getrennten Stapeln offen ausgelegt. Alle Karten zeigen zusätzlich einen Zahl zwischen eins und acht. Diese Ziffern haben beim Bauen von Häusern keine Bedeutung. Sie kommen erst in der Auktionsphase zum tragen.

Jeder Spieler startet zu Beginn mit zwei Dach-,  zwei Baustein- und vier Baugenehmigungskarten. Er erhält außerdem vier fertige Häuser. Diese haben zweimal die Höhe eins und zweimal die Höhe zwei. Auf jede Bauhöhe kommt je ein rundes und ein eckiges Dach. Außerdem besitzt jeder Spieler drei rund und drei eckige Dächer in seiner Farbe.

Siegbringende Präfektur für "Grün"Das Spiel wird in vier Runden, an deren Ende jeweils gewertet wird, gespielt. Jede Runde unterteilt sich in drei Phasen.

In der ersten, der Bauphase, spielt man reihum eine Karte aus, und führt im Normalfall die angegeben Aktion durch. Dann legt man die Karte verdeckt auf den entsprechenden Ablagestapel. Will man nichts mehr bauen, passt man. Hier kann man jedoch auch eine Karte abwerfen, ohne etwas zu tun, um weiter am Baugeschehen teilnehmen zu können.

Beim Einsetzen der Häuser in die Präfekturen sind gewisse Bauvorschriften einzuhalten. In einer Präfektur darf nur eine Dachform vorkommen, in den drei Präfekturen einer Farbe müssen beide Formen vertreten sein. Auch die Bauhöhe wird bestimmt. Das erste Haus in einem Gebiet muss genau einen Baustein haben. Kommt ein weiteres Haus in ein schon bebautes Gebiet, muss es die gleich Höhe wie das bislang höchste Gebäude oder genau einen Baustein höher sein. Haben all Spieler gepasst, kommt es zur Auktionsphase.

In dieser Phase kommen neutrale Bauwerke zur Versteigerung. In allen vier Phasen gibt es als erstes zwei Brunnen. Diese bringen  für die Führenden in dem Virtel, in dem sie gebaut werden Punkte. In der ersten und zweiten Runde folgt es dann ein großes Gebäude, ein Theater, das den Führenden in dem Viertel in dem es steht erlaubt, zusätzliche Karten zu ziehen.
In der dritten und vierten Runde gibt es einen Tempel. Dieser verdoppelt die Punkte, die ein Spieler in diesem Viertel erreicht. Jeder Spieler besitzt eine Stoppkarte. Bei der Auktion sortiert er seine Karten so, dass unten die Karten liegen, die er behalten will, dann kommt die Stoppkarte und darauf liegt das gebot für das gerade zu versteigernde Gebäude/Brunnen.

Jeder Spieler deckt sein Gebot bis zur Stoppkarte auf, derjenige mit dem höchsten Gebot legt seine Karten ab und bekommt das Gebäude. Er darf es dann auf einen ihm genehmen Platz auf dem Spielplan bauen.

Als letztes kommt die Wertungsphase.

WertungssäulenDer Spieler mit den meisten Bausteinen in einer Präfektur bekommt zwei Punkte plus einen Punkt für jeden Brunnen. Bei Gleichheit einscheidet das höhere Gebäude. Derjenige mit den zweit meisten Bausteinen bekommt für jeden Brunnen einen Punkt. Alle anderen gehen leer aus.

Diese Punkte werden mit der Wertungssäule notiert. Den Schluss bildet das Nachziehen der Karten. Die Nachziehstapel liegen offen, sodass man seine Karten aussuchen kann. Man zieht sechs Karten nach. Ein Theater erlaubt dem Führenden zwei weitere , dem zweiten eine weitere Karte auszusuchen. Ist der Stapel leer, wird der Ablagestapel einfach umgedreht. Haben alle Spieler ihre Karten nachgezogen, beginnt die nächste Runde.

Wer nach den vier Runden die meisten Punkte hat, ist der Sieger.

Mit der Punktanzeige hat man auch schon den größten Schwachpunkt des Materials.Die Säulen sehen gut aus, sind aber völlig unpraktisch. Sie nehmen viel Platz weg, verrutschen leicht; vor allem, wenn man wie auf dem Foto zu sehen nur zu dritt spielt. Da notieren wir unsere Punkte doch lieber auf einem Stück Papier.
Auch der Spielplan ist leider etwas wüselig geraten. Er ist so bunt, dass einige Spieler die aufgedruckten Brunnen, die Punkte geben, übersahen.

Der Zufallsfaktor ist sehr gering, kommt er jedoch negativ zum tragen - entweder bekommt man einfach nicht die Baugenehmigung, die man braucht, oder man bekommt nur kleine Zahlen- ärgert es den Spieler schon recht ordentlich.

Rosa BaugenehmigungDas Spiel selbst ist immer wieder eine Herausforderung an die Flexibilität der Spieler. Es ist kaum für Strategen, eher für Taktiker geeignet, daman nicht bestimmen kann, welche Werte man nachziehen kann. Ein gutes Gedächtnis ist von Vorteil, da die Ablagestapel nicht gemischt sondern nur umgedreht werden. Auch das Merken der Karten, die die Mitspieler gezogen haben, bringt Vorteile. So weiss man, dass die eigene Vorherrrschaft in einem Virtel nicht bedroht wird, wenn niemand eine Baugenehmigung der entsprechenden Farbe zieht.  Auch die Kenntnis der gegnerischen Werte hilft, nicht zu viel zu bieten, wenn die anderen nicht so viele Punkte auf der Hand haben.
Versucht man jedoch, sich alles zu merken, bekommt man einen Tikal-Effekt, der den Spielspass entscheident stört.

Schwer fällt es vielen Spielern, eine Baugenehmigung mit Wert acht zum Bauen zu verwenden. Man setzt sie doch viel lieber in der Auktion ein.

Bei uns gab es keine Aussage der Form "kann man spielen". Entweder es gefiel gut oder es gefiel nicht. Daher sollte man es auf jeden Fall ausprobieren und sich nicht nur von positiven oder negativen Kommentaren leiten lassen. (bd)

Steckbrief
Capitol

Autor Verlag Spieler Alter Spieldauer Illustration
Alan R Moon
Aaron Weissblum
Schmidt 2 - 4 ab 10 Jahre ca. 60 Minuten Claus Stephan
(Grafik Studio Krüger)