Schriftzug "Schrille Stille"

Schrille Stille spielt im schnelllebigen Musikgeschäft: was heute noch ein Top-Hit ist, bleibt morgen als Ladenhüter im Regal liegen.

Jeder Mitspieler wird zum Manager eines Plattenlabels. Um erfolgreich zu sein muss Interpret "Hein-O"ein Manager einerseits erfolgreiche Interpreten unter Vertrag haben, andererseits die kommenden Aufsteiger und Spitzenreiter (auch fremder Labels) richtig erkennen. Dieser Erfolg wird in Erfolgspunkten gemessen. Wer als erster 70 dieser Punkte erspielt hat, hat gewonnen.

Interpret "Mega Pearls"Zum Spiel gehören 42 Interpreten, die bei einem oder zwei Labeln unter Vertrag sind. Ein Teil dieser Interpreten wird langsam, beginnend mit dem letzten, dem vierzehnten Platz offen ausgelegt. Sobald ein Mitspieler ein Label für erfolgversprechend hält, ruft er die zugehörige Farbe und erhält das Material des Labels: Ein CD-Set, bestehend aus einer CD und einer Hülle, zwei farbige Tippsteine und einen Wertungswürfel. Sind alle Plätze vergeben, werden die augenblicklichen Plätze der Interpreten-Karten mit hölzernen Markern gekennzeichnet.

Nun beginnt die erste normale Spielrunde. Jeder Spieler zieht sieben Einfluss-Chips. Diese haben Werte zwischen plus und minus 4, es gibt keine 0. Von diesen Chips gibt man, wenn alle gezogen haben, zwei zurück. Nun verteilt man die Einfluss-Chips verdeckt auf fünf der 14 Bands. Auch die Tippsteine kommen jetzt zum Einsatz. Mit dem Tophit-Tippstein zeigt man, wen man für die nächste Nummer 1 hält. Den Interpreten, für den man den größten Aufstieg vermutet, erhält den Aufsteiger-der-Woche-Tippstein. Diese Tippsteine zählen als +1 Chips bei der Wertung. Auf jede Band darf höchstens ein Tippstein oder ein Einfluss-Chip gesetzt werden, d.h. man kann seinem Tophit und seinem Aufsteiger der Woche nicht noch weitere Pluspunkte geben.

Abstimmung des Labels StarkstromUm den Wertungsmechanismus zu verstehen muss man das Material betrachten. Die CD ist eine ovale Scheibe mit 14 großen Löchern, die wie eine Telefonwählscheibe angeordnet sind. Ein kleines Loch ist in der Mitte, ein weiteres liegt etwas weiter außen. Legt man die CD korrekt in die Hülle, so sieht man durch die großen Löcher die Zahlen 1 bis 14. Die kleinen Löcher liegen genau über dem Spalt der Hülle. Man wertet, indem man den Deckel der CD-Hülle als Sichtschutz nimmt, und die Einfluss-Chips und Tippsteine in die entsprechenden großen Löcher der CD legt. Klappt man die CD zu, sieht niemand, wie abgestimmt wurde. Nun legt man die zusammengehaltene Hülle, in der die CD mit den Einflusschips liegt, auf den CD-Spieler. CD-PlayerDies ist ein rundes Gebilde, das wie die CD gelocht ist und dort, wo die kleinen Löcher sind, zwei Stifte hat. Zieht man nun die Hülle weg, fallen die Chips in die entsprechenden Löcher. Haben alle Spieler abgestimmt, kommt eine Abdeckscheibe auf die CDs. Diese Scheibe hat eine Kennzeichnung der einzenen Löcher. Der Sockel des CD-Spielers besitzt eine Output-Rutsche. Dreht man den Player mit Hilfe des äußeren Stiftes, gelangt ein Loch über die Rutsche und die Chips für den entsprechenden Song fallen heraus.

Interpret "Rammbock"Beginnend mit dem letzten, dem vierzehnten Platz werdendie Einfluss-Chips ausgewertet. Die Einflusspunkte, die auf den jeweiligen Platz gesetzt wurden, werden aufaddiert. Die Interpreten-Karte rückt entsprechend viele Plätze vor oder zurück. Bekommt die Nummer 14 zwei Pluspunkte, so geht sie auf Platz 12, Nummer 13 fällt auf 14, Nummer 12 auf 13.

Jetzt wird die "alte" Nummer 13 ausgewertet, die man durch den Marker wiederfindet. Sie kommt, wenn sie +3 erhält, nur auf Platz 11. Fällt ein Interpret auf Platz 15 oder schlechter, st er aus den Charts heraus.

Nachdem die alte Nummer 1 ausgewertet wurde, werden die Punkte an die Spieler verteilt. Der richtig plazierte Tophit-Tippstein bringt 5 Punkte, der Aufsteiger-der-Woche-Stein bringt die Anzahl der gestiegenen Plätze dieses Hits in Punkten. Fällt der Interpret, so werden auch Punkte abgezogen. Hat das eigene Label einen Platz unter den ersten sechs, so erhält es Punkte: der 1. Platz gibt 6 Punkte, der 2. Platz5 Punkte und so weiter.

Nun betrachtet man die Plätze 11 bis 14. Befindet sich hierunter ein Interpret, der in der vorigen Runde besser plaziert war, so muss dieser Interpret die Charts verlassen. Der oder die Eigentümer des Labels verlieren dann zwei Punkte. Diese zwei Punkte verlieren auch die Labelmanger, deren Interpreten durch Einflusschips unter Platz 14 gefallen sind.

Wenn der erste Spieler 30, bzw. 50 Punkte erreicht, werden die ersten drei Hits aus den Charts entfernt. Für dieses Verlassen der Charts verliert der betroffene Labelinhaber jedoch keine Erfolgspunkte. Wenn notwendig, werden die Charts jetzt von unten her wieder aufgefüllt und die nächste Spielrunde kann beginnen.

Interpret "Schrille Stille"Das Spiel ist so vielschichtig, dass es in keine gängige Schublade gelegt werden kann. Thema und Titel lassen auf ein Partyspiel schließen. Doch es stellt höhere Ansprüche. Man muss die einzelnen Label im Auge behalten, einschätzen, auf welche Interpreten die anderen setzen, und die Wechselwirkung der eingesetzten Chips berücksichtigen. So ist folgender Effekt am Anfang oft überraschend: Hat man zwei Interpreten auf benachbarten Plätzen, so führt ein +1-Chip auf jeden nur zu einem Plätzetausch.

Das Verteilen der Chips in die CDs geht normalerweise recht schnell. Das Spiel lebt daher vor allem von der Auswertungsphase. Hier ist man gespannt, ob man die anderen Mitspieler richtig eingeschätzt hat. Bis zum Schluss ist der neue Spitzenreiter nicht bekannt. Gespannt beobachten alle Mitspieler die Rutsche. Hat man einen guten Moderator, kommt echte Grand-Prix-Stimmung auf und die Spannung steigt von Platz zu Platz Schadenfreude kommt auf, wenn ein Interpret durch eine -4 aus den Charts fällt, obwohl zwei Spieler den Aufsteiger der Woche erwartet habe. Doch es kommt nicht zu direktem Ärger zwischen Spielern, da die persönlichen Chips nur positiv sind. Die negativen Chips sind bei der Auswertung nicht direkt zuzuordnen. Daher kann man niemandem direkt einen "feindlichen" Zug vorwerfen.

Alles in allem ist Schrille Stille ein Spiel, bei dem sich konzentrierte, taktische Phasen mit entspannenden Auswertungen abwechseln. (bd)

Steckbrief
Schrille Stille

Autor Verlag Spieler Alter Spieldauer Illustration
Peter Wichmann Zoch 3 - 6 ab 10 Jahre ca. 90 Minuten Kerstin Müller
Victor Boden