Auf geht's zum fröhlichen Jagen. Wie immer stehen sich dabei Mensch und Tier nicht gerade freundlich gegenüber. Und so sind die Rollen in diesem Zwei-Personen-Spiel dann auch verteilt: ein Spieler übernimmt die Menschen, das sind acht Jäger und zwei Holzfäller. Der andere übernimmt die Raubtiere, sechs Füchse und zwei Bären. Damit richtig Leben im Wald herrscht gibt es noch 15 Geflügeltiere, Enten und Fasane. Fehlen nur nach die Bäume, unterteilt in Laub- und Nadelbäume, was aber für das Spiel keine Bedeutung hat. Alle Waldbewohner - die Bäume als Pflanzen zählen dazu - sind auf stabile Kärtchen gebannt.
Früh
morgens bei Spielbeginnn liegt der Wald noch ruhig und friedlich dar. Er
besteht aus einer Grundfläche von sieben mal sieben Feldern. Die
Kärtchen werden verdeckt ausgelegt, nur das zentrale Feld bleibt leer.
Danach machen die beiden Spieler abwechselnd ihre Züge. Sie haben die
Wahl, entweder ein verdecktes Kärtchen aufzudecken oder eine neutrale
oder eigene Figur zu bewegen. Für das Aufdecken der Kärtchen gibt
es eine genaue Vorschrift, die für die Jäger wichtg ist: sie
schießen mit ihrem Gewehr in eine bestimmte Richtung
und
damit diese beim Aufdecken nicht frei wählbar ist, müssen die
Kärtchen über die Querachse gedreht werden. Klingt kompliziert,
ist aber ganz einfach, zumal es in der Regel eine leicht verständliche
Abbildung gibt.
Das Ziehen einer Figur ist auch sehr einfach, Holzfäller und Bär dürfen ein Feld weit ziehen; Jäger, Füchse und Geflügel beliebig weit. Züge werden immer waagerecht oder senkrecht ausgeführt, niemals diagonal. Alle Felder zwischen dem Ausgangsfeld und dem Zielfeld müssen frei sein. Ist das Zielfeld auch frei, so kann die Figur dort hinziehen. Ist es besetzt, muss man die Figur schlagen können, oder weil wir auf der Jagd sind: man muss sie töten können. Der Bär frisst jeden Menschen, der Fuchs jedes Geflügel. Der Jäger schießt alle Tiere, aber nur in Richutng seines Gewehrs, und der Holzfäller fällt die Bäume. Jede Beute bringt Punkte. Bären sind am wertvollsten, Bäume und Enten bringen am wenigsten.
Sind
alle Plättchen aufgedeckt, beginnt die Schlussphase, in der jeder Spieler
noch fünf Züge ausführt. Jetzt kann man auch den Wald mit
den eigenen Figuren verlassen, in dem man sie durch einen der vier Ausgänge
zieht. So kann der Raubtierspieler Punkte für Bären und Füchse
bekommen und der Mensch für Jäger und Holzfäller. Nach den
fünf Zügen zählt jeder Spieler seine Punkte und wer am meisten
hat, hat gewonnen.
Halali! ist ein flottes Spiel mit einfachen Regeln. Bis auf eine Regel, die
Zugwiederholungen unterdrückt, ist die Beschreibung oben vollständig.
Zu Beginn überwiegt das Glück, weiß doch noch kein Spieler,
wo sich wer befindet. Im Laufe des Spiels, wenn immer mehr Gelände bekannt
wird, wird das Spiel immer strategischer. Dabei liegt der Reiz besonders
in der unterschiedlichen, asymmetrischen Ausgangssituation. So sind die
Bäume für die Tiere unüberwindbar, aber auch ein großer
Schutz. Jäger sind zwar zahlreich, da sie aber nur in eine Richtung
schießen, sind sie auch sehr anfällig für die Bären
und nicht immer ist ihnen das Jagdglück hold. So liegt es nahe, zwei
Spiele mit vertauschten Rollen zu spielen,
und hat man Pech, erlebt man
nach dem großartigen Sieg der Raubtiere im zweiten Spiel
das große Halali der Jäger.
Dieses Spiel hat durchweg über alle Altersgruppen begeistert und durch den Glücksfaktor zu Beginn haben auch schwächere Spieler ein Chance. Übrigens, an der Thematik hat sich noch keiner bei uns gestört. Wozu auch, bei einem so guten, schnellen und spaßigen Spiel.
Steckbrief |
Autor | Verlag | Spieler | Alter | Spieldauer | Grafik |
| Rudi Hoffmann | Kosmos | 2 | ab 8 Jahre | 40 Minuten | Franz Vohwinkel |