Thomas Fackler, der Autor dieses Spieles stand bisher für das exclusive, handgefertigte hochpreisige Spiel. Für diese Eigenschaft erhielt er im Frühjahr den Göttinger Inno-Spatz.

Auch Die Mauer ist im letzten Jahr im Eigenverlag von Thomas Fackler erschienen. Die Spielsteine bestanden aus Stahl. Jeder Spieler benötigte einen eigenen Satz, der knapp 100 DM kostet. Nun ist dieses Spiel in einer preiswerteren Form erschienen.

Alle Spieler bauen gemeinsam an einer Stadtmauer. Jeder der bis zu sechs Spieler erhält sieben verschiedenen Bauteile. Fünf dieser Bauteile sind Mauerstücke in den Längen eins bis vier und sechs. Außerdem gibt es für jeden noch zwei Sonderbauten: einen Turm und ein Stadttor. Ziel der Spieles ist es, seine Steine so schnell wie möglich an die Mauer anzubauen. Beim Bau ist nur zu beachten, dass zwei Sonderbauten nicht direkt nebeneinander stehen dürfen und dass die Mauer sich nicht verzweigen darf.

Alle Spieler halten ihre Bauteile für die anderen nicht sichtbar. Der Startspieler erhält den Baumeisterstein und entscheidet, welches Bauteil er bauen möchte, Er nimmt es in die Hand und legt die Faust auf den Tisch. Die anderen Spieler versuchen nun zu erraten, was in der Hand ist und verfahren wie der Startspieler. Haben sich alle entschieden, werden die Fäuste geöffnet. Hat kein Spieler das gleiche Bauteil wie der Startspieler, darf dieser sein Teil an die Stadtmauer bauen. Wurde erraten, was gebaut werden soll, dürfen diejenigen, die das richtige Baustück in der Hand hatten bauen, aber nur, wenn genügend Bauplätze vorhanden sind. Hat der Startspieler einen Turm gewählt, und zwei Mitspieler setzen auch auf einen Turm, so dürfen sie bei der Auslage oben bauen. Endet die Mauer jedoch mit einem Sonderbauteil wie unten zu sehen ist, so darf der Startspieler bauen, da nicht genügend Bauplätze vorhanden sind.

Es gibt jedoch zusätzlich die Möglichkeit für den Startspieler zu pokern. Dazu läßt er seine Hand leer und legt die "hohle Hand" auf den Tisch. Errät kein Mitspieler die "hohle Hand", so darf der Startspieler ein beliebiges erlaubtes Bauteil bauen. Raten mehrere Spieler richtig, baut keiner. Pech hat der Startspieler, wenn genau ein Mitspieler richtig rät. Dann bekommt er nämlich von diesem - für die anderen Mitspieler verdeckt - ein beliebiges Bauteil. Danach wechselt der Startspieler im Uhrzeigersinn und der nächste Spieler erhält den Baumeisterstein.

Hat ein Spieler alle Steine verbaut ist die Spielrunde beendet und es wird abgerechnet. Der Turm zählt 15 das Stadttor 10 Punkte. Die restlichen Mauerteile zählen so viele Punkte, wie sie Zinnen haben, also 1, 2,  3, 4 oder 6.

Da solch eine Spielrunde nur ca. 10 min dauert, werden normalerweise mehrere Runden nacheinander gespielt. Der Spieler mit den wenigsten Punkten ist dann der Sieger.

Das Spiel ist schnell erklärt und schnell gespielt. Daher eignet es sich besonders gut als Startspiel eines Spieleabends, wenn man noch auf einen oder mehrere Spieler warten muss. In diesem Fall spielt man auf Sudden Death, d .h. das Spiel endet mit dem aktuellen Spiel, wenn eine bestimmte Anzahl Spieler eingetroffen ist. Auch als Schlussspiel ist Die Mauer geeignet, da man sich nach einem anstrengenden Spiel hier richtig entspannen kann.
Der Reiz des Spieles liegt in der anscheinbaren Unberechenbarkeit. Sie ist jedoch nicht so groß, da man sich merken kann, welcher Spieler was abgelegt hat, doch durch die "hohle Hand" kommt es immer wieder zu Überraschungen.
Ein weiterer Pluspunkt ist das Material des Spieles. Die meisten kurzen Spiele sind derzeit Kartenspiele. Die Mauer ist endlich wieder ein kürzeres Spiel mit schön gearbeitetem Material.

Ein kleines Problem kann auftreten: Das Spiel ist ab acht Jahren angegeben, doch eine Kinderhand kann nur sehr mühsam alle sieben Steine verdeckt halten und dabei noch einen Stein auswählen. Doch Abhilfe ist schnell geschaffen. Zum einen gibt es den schwarzen Beutel der Mauer, sind mehrere Kinder dabei, finden sich sicherlich in einem Spielerhaushaltnoch ein weiterer Beutel aus anderen Spielen. (wd)

 

Steckbrief
Die Mauer

Autor Verlag Spieler Alter Spieldauer Illustration
Thomas Fackler Zoch 3 - 6 ab 8 Jahre ca. 10 - 45 Minuten Franz Vohwinkel